Weise Bandbreite?

Die „Bandbreite“, eine deutsche „Rap“ Combo aus dem Ruhrgebiet, ist an dieser Stelle des öfteren erwähnt worden. Ihre sexistischen und homophoben Texte, aber vor allem ihre Verschwörungstheorien, haben in der Vergangenheit des öfteren für Aufsehen gesorgt und der Band einen Artikel bei „Spiegel Online“ beschert.

Nun scheinen die Macher der Band entgültig dort angekommen zu sein, wo sie Kritiker_innen schon länger vermuteten. Am rechten Rand des verschwörungstheoretischen Milieus. Die „Bandbreite“ unterstützt seit neuestem eine obskure Wahlbewegung, die einen „Friedensvertrag für Deutschland“ einfordert.
„Willi Weise Projekt“ lautet der Name dieser Vereinigung, die sich lauthals über angebliche „Besatzer“ beklagt: Es ginge darum „für das deutsche Volk seine volle Souveränität und einen Friedensvertrag zu erreichen“ heißt es in dem Thesenpapier der Gruppierung (Screenshot). Die „Weisen“ klagen:

„Es ist unglaublich: unser Land ist wahrhaftig immer noch Besatzungsgebiet.“
Das wolle mensch ändern, um „Pläne für Sternenreisen“ oder Biohöfe umzusetzen.


Friedrich von Aas aka Friedrich Schönbeck.

Gründer dieses „Projektes“ ist Friedrich von Aas (eigentlich: Otto Friedrich Schönbeck). Dieser fordert seit den 70′er Jahren ein „zinsfreies Wirtschaftskonzept“ und hat bereits mehrere Parteien gegründet, die allesamt scheiterten. Zeitweise sah sich Aas als Reinkarnation des anarchistischen Theoretikers Silvio Gesell, dessen Theorien als strukturell antisemitisch bezeichnet werden können. Aas, und die Anhänger_innen dieser Theorien, machen alle Übel dieser Welt in der Zirkulationssphäre ausfindig, verdrängen die Ausbeutung in der Produktion und pflegen ein falsches Bild vom Kapitalismus, das strukturell antisemitisch ist.
Im Interview mit dem ebenso antisemitischem „Muslim Markt“ stilisiert sich Aas unter anderem als „‚gefährlicher‘ Freidenker“. Er glaubt, dass es „gewisse einflussreiche Kreise“ seien, „die Deutschland für immer unter Druck halten wollen“. Die Welt würde von „elf Weltherschern“ kontrolliert, die „eigennützig die Globalisierung“ betreiben würde.
Natürlich ist nicht davon auszugehen, dass diese Wahlbewegung um Friedrich von Aas ihr angestrebtes Ziel erreichen wird. Aas und Co wollen zur nächsten Bundestagswahl antreten. Ihr Plan sieht vor 299 Direktmandate zu gewinnen und die anderen Parteien zu dezimieren. Dafür suchen die Macher_innen noch Kandidat_innen, die sich hinter das „Programm“ der Partei stellen sollen.
Die „Bandbreite“ ist eine der Unterstützer_innen dieser obskuren Wahlbewegung. Sollte deren Plan allerdings nicht aufgehen, wird zumindest Friedrich von Aas keine Not leiden. Seine „Hohe Schule für Creatives Management“, die keine Hochschule ist, wird weiterhin bestehen. Ein 90 Minuten Vortrag kostet da beispielsweise 1350,- Euro. Material und Anfahrt werden natürlich extra berechnet.

Einen Artikel der die Bundestagskandidatur des „Bandbreite“ Sängers Mar­cel „Wonja“ Wo­jna­ro­wicz für das „Willi Weise Projekt“ beleuchtet gibt es hier zu lesen.

Ein Artikel über die Bundestagswahlergnisse einiger „Weisen“ Kandidat_innen kann hier nach gelesen werden.


4 Antworten auf „Weise Bandbreite?“


  1. 1 Antideutsch 15. April 2009 um 16:51 Uhr

    „Die Bandbreite ist eine Band, die aus antideutschen Kreisen gerne in ein rechtspolitisches Licht gerückt wird. Wir teilen diese Einstellung nicht.
    Nur weil ihre Lieder von Nazis gespielt und ihre Inhalte kopiert werden, kann man der Band nichts vorwerfen.
    Wir werden kritisch mit anderen Vorwürfen umgehen und uns auch kritisch mit der Band darüber unterhalten, sehen jedoch zunächst keinen Grund sie auszuladen.
    Echte Bedenken, sowie eine wirkliche Kritik werden immer gerne angenommen, jedoch haben wir es nicht nötig uns von Antideutschen erpressen zu lassen.“

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    erklärung der „bunten alternative olpe“, bei denen die „bandbreite“ am kommenden wochenende auftritt.

  2. 2 Bierminister 18. April 2009 um 23:56 Uhr

    Hast Du auf dem Screenshot da tatsählich die top-level-domain „gemacht“ damit keiner die findet?
    Das ist irgendwie witzig.
    Naja ejal. Guter Beitrag. Ich würde mir hier manchmal mehr Quellenangaben wünschen. Schadet doch nicht, seine Recherche nachvollziehbar zu machen.
    Schönen Abend!

  1. 1 Verschwörer « Reflexion Pingback am 16. April 2009 um 16:01 Uhr
  2. 2 Gegen Europa. « Reflexion Pingback am 07. September 2009 um 14:31 Uhr

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