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In verschiedenen Science-Fiction-Serien haben Nazis ihre Wiederauferstehung feiern dürfen.
Ein Beispiel findet sich in der in den 60′er Jahren gedrehten Science-Fiction Serie Star Trek rund um die Abenteuer des Raumschiff Enterprise, die dabei in Galaxien vordrang, die nie ein Mensch zuvor gesehen hatte. Die Crew (siehe Foto) um Captain Kirk erlebte Abenteuer im Weltraum: Man bekämpfte böse Außerirdische, reiste durch die Zeit und besuchte eine Vielzahl von Planeten.
Die Folge „Schablonen der Gewalt“ war allerdings nie im deutschen Free-TV zu sehen und werde erst 1996 anläßlich einer Videoveröffentlichung synchronisiert. Dabei zeigt diese Folge das es sich bei „Star Trek“ vor allem um seichte und banale Unterhaltung handelt, in der historische Konflikte lediglich als Schablonen dienen. Konflikte können damit verharmlost werden, weil sie nicht das historische Grauen beschreiben können und wollen.
Die Handlung dieser Folge ist schnell beschrieben: Als sich das Raumschiff Enterprise einem bewohnten Planeten nähert wird es beschossen. Ein Team um Captain Kirk beamt auf den Planeten und entdeckt eine Nazigesellschaft. Die ist von Kirks altem Lehrer Gill geschaffen worden, der im Nationalsozialismus eine leistungsfähige Form der gesellschaftlichen Organisation gefunden zu haben zu haben glaubt. Für ihn war das der „effektivste Staat aller Zeiten“ bezeichnet. Doch Gil wird von einem Untergebenen unter Drogen gesetzt. Seine Idee wird radikalisiert. Aus dem „Führer“ wird so ein Instrument im Kampf gegen die – tata – „Zeonisten“!
Um ins „Führerhauptquartier“ vorzudringen verkleiden sich der tollkühne Captain Kirk (William Shatner) und sein Adjutant Spock als Nazis. Es gelingt ihnen, mit Hilfe des Schiffarztes McCoy, den „Führer“ Gil von den Drogen zu befreien. Dieser erkennt seine Fehler und wird – tata – ermordet! „Die Parteimitglieder beschließen, ab sofort so zu leben, wie es Gill ursprünglich wollte“.
Captain Kirk darf die Nazi-Uniform wieder ausziehen. Der erste Offizier Spock durfte lediglich eine SS-Wehrmachtsuniform tragen. O-Ton Kirk: “Ja, es ist schade, dass ihre nicht so attraktiv ist, wie meine. Gestapo, glaube ich.”
Ansonsten glänzt diese Folge durch heroische Zeonisten und idealistische Nazis, die von einem Irren verführt werden. Nach dieser ersten Nazis im Weltraum Folge haben die Macher_innen den Nachfolgeserien immer wieder auf dieses Konzept zurückgegriffen, wobei sich die Folgen, die in verschiedenen Jahrzehnten entstanden sind, inhaltlich unterscheiden.
wow, vielen dank fuer deine analyse, ich bin echt beeindruckt.
startrek war seichte abendunterhaltung… what else is new?
ungeachtet dessen solltest du dir vll mal die gesamten (oder zumindest nen paar der anderen) folgen mal anschauen, am besten im original und nicht die noch seichteren zdf-fassungen; du wirst vll feststellen das dort fuer ihre zeit durchaus schraege ansichten zum ausdruck kamen.
den eigentlichen knackpunkt, da geht es um eine militaerische organisation die den weltraum bereist, und seine weltsicht den anderen voelkern ueberhelfen will, sprichst du gar nicht an; wobei auch genau diese haltung selbst innerhalb der serien (zumindest bei der originalen) wiederholt in frage gestellt wird – was genau der punkt ist.
du sagst ja selber, das zeug ist fast 50 jahre her…
ich muss grad raten, aber das war 1968? im amerikanischen, kommerziellen fernsehen?
dort hast du sonst nur fury und die wunderbare jinie zu sehen bekommen… (weiss grad nicht.. gabs die da schon?)
in den spaeteren folge-serien, die mehr und mehr nur noch mainstream auf einschaltquoten fixiert waren, wird der militaerische character immer offensichtlicher, und mehr und mehr der militarismus positivistisch dargestellt; die letzte unsaegliche variante hat denn auch mit der urspruenglichen idee oder aussage nicht mehr viel zu tun.
zur nazi-folge: schon die aussage, exekutive macht wuerde instrumentalisiert werden und zur beeinflussung der massen verwendet werden hat amerikanische landsleute 10 jahre frueher in den knast gebracht, oder zumindest zu berufsverbot gefuehrt..
die aussage ‚think for your self foul – dont let others think for you‘ finde ich nach wie vor mehr als aktuell.
btw gabs nen jahr vorher noch ne andere folge, in der all mighty kirk den sieg der nazis im zweiten weltkrieg verhindert, in dem er seine geliebte von nem bus ueberfahren laesst..
sorry, no offense, ich finde die rezension einfach nur ein wenig sehr unreflektiert,
pls, dont reply, this is just a comment, no declaration of war.
Da habe ich herzlich gelacht, weil ich wohl alle Folgen der originalen Serie gesehen habe. Übrigens nicht in der ZDF-Synchronisation, sondern in der von Sat.1. Das ZDF synchronisierte nämlich nur 39 Folgen aus den drei Staffeln.
Die Vereinigte Föderation der Planeten begreift sich nicht als militärische Organisation, sondern als ein freiwilliger Zusammenschluss verschiedenster „Rassen“. Die Mitglieder der „Sternenflote“ begreifen sich zu allererst als Wissenschaftler_innen und eben nicht als Militärs. Du verschweigst diese Ausrichtung von Star-Trek; ebenso die oberste Direktive, die den Mitgliedern der Sternenflotte ein Eingreifen in politische und ökonomische Konflikte auf unterentwickelten Planeten verbietet, auch wenn Kirk, Picard und Co permanent dagegen verstoßen.
Du meinst „Enterprise“? Da gibt es doch eine vierte Staffel, die immer wieder auf TOS rekurriert und in der die Vorgeschichte erzählt wird.