Gratulanten.

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Einer der ersten Gratulanten des wiedergewählten Präsidenten der islamischen Republik Iran Ahmadinedschad war der Staatschef Venezuelas, Hugo Chavez. Mit der Überschrift „Grüße von Hisbollah, Hamas und Chávez“ war sich die Tageszeitung „junge Welt“ nicht zu schade ihren Leserinnen und Lesern die Grüße des Hugo Chavez an den Holocaust-Leugner und Antisemiten Ahmadinedschad zu übermitteln: „Als vermutlich erstes Staatsoberhaupt überhaupt hatte Venezuelas Präsident Hugo Chávez seinem iranischen Amtskollegen bereits wenige Minuten nach Bekanntgabe der ersten offiziellen Hochrechnungen gratuliert. Der Sieg sei »groß und wichtig«“, sagte Chávez“ laut „junge Welt“. Bereits vor der Wahlfarce, die zu anhaltenden Protesten führte, hatte Chavez ganz undiplomatisch für den Antisemiten und Holocaustleugner Ahmadinedschad Partei ergriffen.
Viele linke Organisationen, die sich auf Chavez und seine „Revolution“ berufen, sehen das ähnlich. Neben der „jungen Welt“ meldete sich auch die „Antiimperialistische Koordination“ (AIK) aus Wien zu Wort. Die Organisation vermeldete, dass der „überwältigende Wahlsieg für Ahmadinejad ist aus antiimperialistischer Sicht positiv“ zu werten sei. Die Wahlen seien ein Zeichen für die „Stärke und Stabilität des politischen Systems der Islamischen Republik“. Daher wahrscheinlich die „Freude über den Erfolg Ahmadinejads“.
Doch zurück zu Chavez. Dieser erfreut sich nicht nur in der „jungen Welt“ oder bei der „Antiimperialistischen Koordination“ anhaltender Beliebtheit. Die berühmte SKA-Band „Ska-P“ (siehe Foto) widmete dem „Commandante“ Chavez in dem Lied „El librador“ einige Zeilen und begeistert sich für den linken Populisten. Zu sehen ist Chavez auch im Video zum Song.
Die bundesdeutsche Jugendorganisation „SDAJ“ ruft zur „Solidarität mit Venuzuela“ und Hugo Chavez auf, weil dessen Verteidigung auch bedeuten würde, „die Auseinandersetzung um bessere Lebens-, Lern- und Arbeitsbedingungen für Jugendliche in Deutschland zu führen“. Dazu gehört anscheinend auch gegen einen angeblichen Angriffskrieg gegen den Iran zu polemisieren (siehe Foto der Verbandszeitschrift „Position“ aus dem Jahr 2006).
Diese Begeisterung für den neuen „Commandante“ Chavez und seine Verbündeten darf nicht verwundern. Der ehemalige Offizier vertritt einen kruden Antiimperialismus, der sich gegen die USA und dessen angebliche Hegemonie richtet. Daher also der Iran als einer der bevorzugten Partner.
Vor allem Ahmadinedschad ist unter anderem Antisemit. Doch auch von Hugo Chavez sind Reden bekannt, in denen antisemitische Stereotype propagiert werden. Während der eine Israel von der Karte streichen möchte, behauptet der andere, dass der ehemalige Präsident der palästinensichen Autonomiebehörden, Jasir Arafat, durch den israelischen Geheimdienst vergiftet worden wäre. Beide hallizunieren einen Massenmord herbei: Angeblich würde die israelische Armee systematisch Zivilist_innen ermorden.
Beide Politiker glauben an die einschlägigen Verschwörungstheorien. Deutlich wird das auch in einem Youtube Video, in dem Chavez verschiedenste antisemitische Vorurteile propagiert. „Diejenigen, die Christus umgebracht haben“ würden „noch immer die Welt regieren“ behauptet der eine. Der andere behauptet, dass die „Zionisten“ die „politischen und wirtschaftlichen Grundpfeiler einschliesslich deren Rechtsprechung, Massenmedien, Gesellschaften, finanzielle Systeme und deren Sicherheits- und Geheimdienstagenturen“ so weit beherrschen würde, „dass nichts gegen ihren Willen getan werden kann“.
Kein Wunder also, dass mit „der engen Allianz zwischen Ahmadinejad und Chávez (…) diese angebliche Verschwörung der Im­perialisten, Kapitalisten und Zionisten in den staatlichen Medien immer häufiger thematisiert“ wurde, während einige Mitglieder staatlicher Institutionen gegen die jüdische Gemeinde in Venezuela vorgingen.
Das sich die hiesigen Antiimperialisten verschiedenster Coulor aber trotzdem auf Chavez berufen und dessen politische Grundhaltung ausblenden zeigt auf, wie sehr die deutschen Antiimperialisten verschiedenster Form am ideologischen Ende sind. Mensch ist sich nicht zu schade sich mit allem und jedem zu verbünden, solange gegen den gemeinsamen Feind, der als „Westen“ gebrandmarkt wird, vorgegangen wird. Das dürfte zumindest der „jungen Welt“ und der „Antiimperialistischen Koordination“ gefallen.

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