Lisa im „Klassenkampf“.

In einer legendären Simpsons-Folge streicht Montgommery Burns, das personifizierte Böse, seinen Arbeiter_innen die Krankenversicherung.

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12 Antworten auf „Lisa im „Klassenkampf“.“


  1. 1 an 23. August 2009 um 1:04 Uhr

    Eine der besten Folgen überhaupt…

  2. 2 Blickwinkel 26. August 2009 um 10:18 Uhr

    vielleicht hast du ja die Kritik des/der Admin nicht gelesen, die ich darin gelesen habe, aber ich find den Song eher problematisch.
    Also abgesehen davon, dass der Song musikalisch echt nett ist, transportiert er wirklich wunderhässlichen Attac-Antikapitalimus.
    „the devil named Burns“…
    Es ist also der eine Böse Teufel, der den ganzen bösen Kapitalismus aufrecht erhält und die Arbeiter_innen unterdrückt – uhuhuhuh!
    Das dieser Burns dann auch zufällig noch eine riesige Hakennase hat, was ja bekanntermaszen „den Juden“ und damit auch dem besonders Bösen zugeschrieben wird, passt in den Rest dieser Kiste!
    Jaja, die Juden wieder, die alles kontrollieren und manipulieren und eigentlich auch das Geld und den Kapitalismus erfunden haben. Irgendwoher kenn ich diese Argumentationen…aber woher nur?

  3. 3 Administrator 29. August 2009 um 22:01 Uhr

    „die Kritik des/der Admin (…) die ich darin gelesen habe“.

    Ich weiß nicht wo du da solch eine Kritik entdeckt haben willst. Mr. Burns ist nun mal das personifizierte Böse im Simpsons-Universum. Er ist ein alter Greis, der für ein gutes Geschäft viel tun würde. Aber er ist ein Greis mit Gefühlen. Zwar richten sich diese Gefühle an einen alten Teddybären („Kampf um Teddy Bobo“), aber diese Gefühle sind durchaus menschlich. Als menschlicher Bösewicht ist Burns sogar in der Lage seinen geliebten Teddybären an diejenige zu überlassen, die ihn mindestens genauso liebt (Maggie). Burns ist also eine durchaus menschliche Person, die auch immer so dargestellt wurde.
    Im Rahmen kapitalistischer Mechanismen hat Burns mit ziemlich vielen anderen Institutionen Geschäfte gemacht: Seine beliebtesten Geschäftspartner der dreissiger Jahre waren die Nazis:

    „Schindler und ich haben eine Menge gemeinsam. Wir sind beide Fabrikbesitzer und haben beide Granaten für die Nazis hergestellt, aber meine haben funktioniert, verdammt!“

    Solch eine Darstellung finde ich erst einmal durchaus legitim.

    „transportiert er wirklich wunderhässlichen Attac-Antikapitalimus.“

    Der transportiert eher Arbeiter-Romantik und damit das Programm der klassischen Sozialdemokratie: Die „Bösen“ oben und wir da unten. Im Rahmen dieser Folge ist das auch durchaus angebracht. Die „Arbeiter“ um Homer erleben Burns als denjenigen, der sie um ihre sozialen Rechte bringt. Deswegen stellen sie aber noch lange nicht den Kapitalismus in Frage. Noch nicht einmal die Funktion die Burns ausübt wird einer Kritik unterzogen.

    „Das dieser Burns dann auch zufällig noch eine riesige Hakennase hat, was ja bekanntermaszen „den Juden“ und damit auch dem besonders Bösen zugeschrieben wird, passt in den Rest dieser Kiste!“

    Das ist deine Assoziation gewesen. Ich habe da – wie andere Menschen auch – noch nie darüber nachgedacht, weil ich Hakennasen nicht mit „den Juden“ (deine Wortwahl) in Verbindung bringe. Ich bin mir aber bewusst, dass Antisemit_innen durchaus diese Assoziations-Kette propagieren. Allerdings haben andere Charaktäre, deren Nationalität durchaus in den Vordergrund gerückt wird, durchaus ähnliche Nasen: Zum Vergleich gibt es dort ein Poster. Die „jüdischen“ Figuren (Krusty, der Rabbi) haben im übrigen eher Nasen die an Homer Simpson erinnern.

  4. 4 Blickwinkel 02. September 2009 um 17:31 Uhr

    Ich hab auch gar nicht geschrieben, dass du als Admin die Kritik geäußert hast, die ich geäußert habe…Ich hab nur gesagt, dass meine Empfindung war, dass es ein durchaus kritischer Artikel war…

    Zum Inhalt:

    „Burns ist also eine durchaus menschliche Person, die auch immer so dargestellt wurde.“
    Zum einen würde ich sagen, dass eine klare Trennung zwischen dem beruflichen (Fallluke in seinem Büro, Hunde, die losgelassen werden etc.)und dem privatem Burns vollzogen wird – der berufliche Burns ist keinesfalls menschlich.
    Und zu anderen gibt es genug Beispiele, in denen Burns auch privat als ziemlich dämonisch dargestellt wird. Es gibt zum Beispiel eine Folge, in der er auf Menschenjagd geht und seine Mitarbeiter_innen wie Großwild jagd…das ist nicht gerade menschlich!?
    Und die menschliche Seite von Burns – nämlich im Bezug auf den Teddy und Maggie – hat immer etwas infantiles und bis zu einem gewissen Punkt neurotisches. Das macht eher den Eindruck von Durchgeknallt, infantil als freundlich…

    „Der transportiert eher Arbeiter-Romantik und damit das Programm der klassischen Sozialdemokratie: Die „Bösen“ oben und wir da unten.“

    Und das widerspricht meiner Argumentation? Können Arbeiter_innen nicht auch antisemitische Stereotypen reproduzieren? Und grad die Wahrnehmung des bösen oben und des guten unten ist ja auch etwas, was durchaus von Attac kommen könnte.

    „Allerdings haben andere Charaktäre, deren Nationalität durchaus in den Vordergrund gerückt wird, durchaus ähnliche Nasen: Zum Vergleich gibt es dort ein Poster. Die „jüdischen“ Figuren (Krusty, der Rabbi) haben im übrigen eher Nasen die an Homer Simpson erinnern.“

    Ich habe ja auch nicht geschrieben, dass Burns als Jude bezeichnet wird. Das würde ja auch nicht in das Muster von strukturellem Antisemitismus passen. Es geht ja um das abstrakte, nicht offen benannte. Von daher find ich, kann das damit mal gar nicht entkräftet werden.

  5. 5 Administrator 04. September 2009 um 14:12 Uhr

    „vielleicht hast du ja die Kritik des/der Admin nicht gelesen, die ich darin gelesen habe“

    „Ich hab auch gar nicht geschrieben, dass du als Admin die Kritik geäußert hast, die ich geäußert habe“

    Es lebe der Widerspruch!

    „Es gibt zum Beispiel eine Folge, in der er auf Menschenjagd geht und seine Mitarbeiter_innen wie Großwild jagd…das ist nicht gerade menschlich!?“

    Naja. Ich finde das durchaus nicht unmenschlich. Ich weiß nicht was für einen (humanistischen) Begriff von Menschlichkeit hast, aber ich weigere mich da (Comic)-Figuren hinauszuschreiben, nur weil sie eine Art an den Tag legen, der meiner Idee einer besseren Gesellschaft wiederspricht.
    Dann müsste ich nämlich nicht nur Mr. Burns sondern der Mehrheit der Menschhheit eben das Menschliche absprechen, weil die kapitalistische Ökonomie eben dazu führt, dass der Menschen dem Menschen ein Wolf ist. Dafür ist es im übrigen scheiss-egal ob ich Homer Simpson oder Montgommery Burns heisse: Alle reproduzieren die bürgerliche Gesellschaft und die ihr immanente Konkurenz.
    Die Folge die du ansprichst ist übrigens eine „Treehouse of Horror“-Folge, in der sich die Simpsons auch mal gerne ermorden, Zombies die Straßen bevölkern oder ähnliches geschieht. Dort veranstaltet Burns eine „Menschenjagd“. Es wäre aber genauso falsch aus der Existenz von Bort (Barts bösem Bruder) in einer „Horror“-Folge dessen Existenz im realen Simpsons Universum abzuleiten. In den „normalen“ Folgen ist der Dachboden unbewohnt…

    „Können Arbeiter_innen nicht auch antisemitische Stereotypen reproduzieren? Und grad die Wahrnehmung des bösen oben und des guten unten ist ja auch etwas, was durchaus von Attac kommen könnte.“

    Natürlich können das auch Arbeiter_innen. Gerade deswegen ist das Attac-Beispiel zumindest etwas unpassend. Da wären doch die „Kämpfe“ diverser Gewerkschaften, der „Sozialdemokrat_innen“ und andere reformistischer Organisationen angebrachter, um diesen Umstand – den es ja schon ein wenig länger gibt – zu benennen. Gerade in einem Kontext dieser Simpsons Folge, bei der es ja um gewerkschaftliche Kämpfe geht.

    „Ich habe ja auch nicht geschrieben, dass Burns als Jude bezeichnet wird. Das würde ja auch nicht in das Muster von strukturellem Antisemitismus passen. Es geht ja um das abstrakte, nicht offen benannte.“

    „Jaja, die Juden wieder, die alles kontrollieren und manipulieren“

    Also ich finde, dass du da sehr offen benannt hast, worum es dir (!) anscheinend geht.

  6. 6 Blickwinkel 08. September 2009 um 0:11 Uhr

    „vielleicht hast du ja die Kritik des/der Admin nicht gelesen, die ich darin gelesen habe, aber ich find den Song eher problematisch.“

    Klar, wenn ein Zitat nur halb ausgeführt wird, kann auf jede Fall auch ein vermeintlicher wiederspruch untermauert werden. Wie durch den ganzen Satz deutlich wird, kommt definitiv der bezug weg von deiner Kritik hin zu meiner. Und „die Kritik“ bezieht sich nicht zwingend auf einen Inhalt sondern die Existenz von Kritk an sich…

    Bei dem Inhaltlichen sind wir scheinbar anderer Meinung und könnten mit Sicherheit auch noch diverse Beiträge wechseln, aber ich find das grad ein bischen müßig. Also das hat jetzt einfach nicht die Relevanz, ob Burns jetzt ein lieber Mensch ist oder nicht und was mein Menschenbild/Menschlichkeit ist…

    Aber eine Frage habe ich noch… Um was geht es mir denn da, wenn es doch so offensichtlich ist!? Mir ging es meiner Meinung nach darum, aufzezeigen, dass auch eine andere Lesart möglich ist. Das ist in dem Fall mit einem durchaus provokativen Satz geschehen und spielt auf real existierende Floskeln und Muster an. Wenn ich in Wahrheit was anderes gemeint habe, korrogier mich bitte…

    Und gerade du bist doch scheinbar auch ein Fan davon in Filme und Videos zu interpretieren und Subtexte zu lesen…(Siehe „Alte Schule.“ etc…)

    Und um auch mal der Kommunikation beizutragen…Ja, auf jeden Fall sind meine Aussagen streitbar und auch in dem Fall durchaus nicht immer so präzise formuliert…

  7. 7 Administrator 08. September 2009 um 12:56 Uhr

    Klar, wenn ein Zitat nur halb ausgeführt wird, kann auf jede Fall auch ein vermeintlicher wiederspruch untermauert werden. Wie durch den ganzen Satz deutlich wird, kommt definitiv der bezug weg von deiner Kritik hin zu meiner.

    Trotz alledem unterstellst du mir ein Kritik, die ich gar nicht habe, in dem du behauptest: „vielleicht hast du ja die Kritik des/der Admin nicht gelesen, die ich darin gelesen habe“. Da hast du was bei „gelesen“, was da halt gar nicht steht. Da steht nämlich nix über meine Meinung über dieses Lied. Da steht auch nix zu Mr. Burns, außer dass er das personifizierte Böse darstellt. Aber das ist auch nicht wichtig, weil du ja eine eigene Kritik formuliert hast, bei der den Macher_innen der Simpsons unterstellt wird, sie hätten mit der Figur des Mr. Burns eine Darstellung gewählt, die strukturell antisemitisch sei beziehungsweise solch eine „Leseart“ zulassen würde. Das es mögliche Lesearten geben kann, die aus der Nasenform des Mr. Burns, einen „jüdischen“ Hintergrund ableitet, will ich gar nicht abstreiten. I
    ch glaube aber nicht, dass dies dieMacher_innen dieser Serie dies gewollt haben und ich glaube nicht, dass dies bei Personen passieren muss; es sei denn es handelt sich um Menschen, die eh schon über antisemitische Vorurteile verfügen und diese an ihre Fernseh-Realitäten anpassen. Allerdings existieren Brüche, die in der Figur des Mr. Burns angelegt sind. Wenn dieser etwa Geschäfte mit den Nazis macht, dass Attentat auf Hitler versaut oder waffenfähiges Plutonium an islamische Terroristen verkauft macht ihn nicht gerade zu einer „jüdischen“ Figur, sondern zu einem „Kapitalisten“, an deren Darstellung es mit Sicherheit berechtigte Kritik geben kann. Allerdings wird mensch der Serie meiner Meinung nach nicht gerecht, wenn mensch die Figuren der Serie derart – entschuldige – verkürzt und reduziert, dass dabei dann solch ein Verwurf dabei herauskommt.

    Und „die Kritik“ bezieht sich nicht zwingend auf einen Inhalt sondern die Existenz von Kritk an sich…

    Kritik existiert doch nicht losgelöst im luftleeren Raum und einfach so. In diesem Fall hast du eine Kritik geäußert, die ich zum einen falsch finde. Zum anderen ging es mir aber auch um die Form, in der die Kritik gekleidet wurde. Wenn du von den „Juden“ sprichst und dann – ironisch – die antisemitische Hetze wiedergibst, von eben jenen „Juden“, „die alles kontrollieren und manipulieren und eigentlich auch das Geld und den Kapitalismus erfunden haben“ gibst du antisemitische Vorurteile wieder. Mir ist klar, dass du diese Vorurteile nicht vertritts, aber ich frage mich, was denn der – ironische – Verweis auf eben jene antisemitische Denkstruktur bringen soll. Das die nämlich vorhanden ist hat hier niemand abgestritten und bei aller Liebe für Ironie und Zynismus: Mit bestimmten Dingen sollte sich mensch auf eine ernsthaftere Art und Weise auseiandersetzen!

    Bei dem Inhaltlichen sind wir scheinbar anderer Meinung und könnten mit Sicherheit auch noch diverse Beiträge wechseln, aber ich find das grad ein bischen müßig. Also das hat jetzt einfach nicht die Relevanz, ob Burns jetzt ein lieber Mensch ist oder nicht und was mein Menschenbild/Menschlichkeit ist…

    Dito. Allerdings habe ich nie behauptet, dass Burns ein „lieber Mensch“ sei. Mir ging es eher um die Vielschichtigkeit dieser Person (im Rahmen einer Zeichentrickserie find ich das durchaus wichtig) und auch um Verhaltensweisen, die durchaus Wiedersprüchlich sein können. Denn genau das erlebt mensch in vielen Simpsons-Folgen.

    Aber eine Frage habe ich noch… Um was geht es mir denn da, wenn es doch so offensichtlich ist!?

    Um die Behauptung, dass sich aus der Nasenform der Figur des Mr. Burns eine Art von strukturellem Antisemitismus ableiten lassen würde. Das dachte ich zu mindest.

    Und gerade du bist doch scheinbar auch ein Fan davon in Filme und Videos zu interpretieren und Subtexte zu lesen…(Siehe „Alte Schule.“ etc…)

    Aber klar doch und du bist herzlich zu Interpretationen eingeladen, vielleicht gerade weil deine „Aussagen streitbar“ sind.

  8. 8 an 08. September 2009 um 13:27 Uhr

    Ich find die Folge noch immer toll und die Simpsons noch toller…

  9. 9 bigmouth 08. September 2009 um 14:02 Uhr

    die these leidet auch darunter, dass es bei den simpsons ja juden gibt (crusty & dessen rabbi-vater), die eben diese nasen nicht haben. tatsächlich ist die nase teil des figurendesigns dahingehend, dass burns dürr, hager. klapprig & skeletthaft aussehen soll – da würde eine knollennase nicht passen

  10. 10 Blickwinkel 08. September 2009 um 15:59 Uhr

    Wie gesagt, ich finde es grad ein bischen müßig, über die Figur Burns zu streiten. Ich kann die genannten Argumentationen auf jeden Fall nachvollziehen und hab aber auch grad keine Lust hier ellenlange Diskussionen über eine einzige Figur zu führen…

    @admin+
    und ja, ich stimme dir auf jeden Fall zu, dass ich auch nicht wirklich den Eindruck habe, dass die Autor_innen der Simpsons antisemtische Hetze betreiben wollten und/oder derartige Ansichten zu verbreiten gedenken. Und trotzdem find ich radikale Theorien immer wichtig. Also gerade in einem Bereich der kritischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Mechanismen wie Antisemitismus, welche im Bewusstsein von den wenigsten Menschen vorhanden sind, finde ich Provokation legitim, um einen Anstoß zu geben.
    Das das immer eine Gradwanderung ist, seh ich ein…Aber das Risiko ist es mit Wert!

    In freudiger Erwartung auf spannende Diskussionen und vielleicht ein paar interessante Anstöße auf allen Seiten…Blickwinkel

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