„Voltaire“ und Israel.

Der Artikel über den Auftritt der verschwörungstheoretischen „Bandbreite“ und des Israel-Hassers Elias Davidsson am 09.10.2009 in den Räumlichkeiten des „Club Voltaire“ hat auch bei den Veranstalter_innen für Aufsehen gesorgt. So meldete sich Andreas Weibel, der erste Vorsitzende des „Club Voltaire“ aus Frankfurt zu Wort: „Leider muss ich Euch in der Kritik weitgehend zustimmen“ schrieb Weibel. Die Veranstaltung mit der „Bandbreite“ und Davidsson sei „auch intern unter den Club-Mitgliedern umstritten“.


Fak­si­mi­le des Ver­an­stal­tungs­hin­wei­ses auf den Sei­ten der „Ar­bei­ter­fo­to­gra­fie“.

In der Diskussion um den Auftritt der Band, die sowohl den Angriff auf Pearl Harbour als auch den Terroranschlag vom 11. September 2001 umdeutet und Elias Davidsson, habe es jedoch keine konstruktive Auseinandersetzung gegeben. Während Weibel dafür plädierte „dass der Club Voltaire als Mitveranstalter den Charakter der Veranstaltung so verändert, dass eine kritische Diskussion von Verschwörungstheorien, Antisemitismus und Antiamerikanismus in den Texten der Musikgruppe und der Webseite der ‚Arbeiterfotografie‘ möglich“ sein würde, hätte die „Vorbereitungsgruppe“ einen anderen Standpunkt eingenommen und mit „mit Begriffen wie ‚Bauchgefühl‘ und ‚Klassenbewußtsein‘ argumentiert“. Dabei sieht sich Weibel „persönlich massiv angegriffen“ und es ging es zu wie in einer Seifenoper:

„Desweiteren wurde die gesamte interne Emaildiskussion hinter meinem Rücken an die ‚Arbeiterfotografie‘ beziehungsweise die ‚Bandbreite‘ weitergegeben.“


Die „Band­brei­te“ an­ders­wo: Mit Tho­mas Höfer und Sek­ten-​Füh­rer Ivo Sasek (v.l.n.r.) auf der Ta­gung der „An­ti­zen­sur Ko­ali­ti­on“.

Der erste Vorsitzende des „Club Voltaire“ bittet nun um eine Teilnahme bei der Veranstaltung:

„Bitte helft durch Eure Teilnahme mit, diese Veranstaltung so zu beeinflußen, dass Antisemitismus und Antiamerikanismus keine positive Resonanz in unserem Club finden.“
Das ist ein Anfang: Schließlich sind die Positionen der „Bandbreite“, mit ihren Verschwörungstheorien und ihrer Polemik gegen „Antideutsche“ beziehungsweise „Antinationale“, nicht zu debatieren sondern zu bekämpfen. Das gilt auch für politische Äußerungen a la Davidsson. Der vergleicht unter anderem „Hollywood“ mit dem „Pro­pa­gan­da­ap­pa­rat von Ju­li­us Strei­cher“ und kommt zu dem Schluss, dass der Apparat des Antisemiten Streicher „als be­schei­den be­trach­tet wer­den“ könne, „ver­gli­chen mit dem Aus­maß des heu­ti­gen Pro­pa­gan­da­ap­pa­ra­tes gegen den Islam, der ganze Erd­tei­le über­deckt und von Hol­ly­wood un­ter­stützt wird.“ Solche Positionen überhaupt zu debatieren würde eine Legitimierung derartiger antisemitischer Klischees bedeuten. „Die Gruppe ‚Arbeiterfotografie‘“, schreibt Weibel, „verbreitet Verschwörungstheorien gegen den Volksaufstand im Iran und verteidigt das Regime von Ahmadinedschad. (…) Während unsere iranischen Genossinnen und Genossen im Iran im Gefängnis sitzen, gefoltert und vergewaltigt werden, leugnet die ‚Arbeiterfotografie‘ die Verbrechen und preist den iranischen Präsidenten als Vorkämpfer gegen den Rassismus und die ‚zionistische‘ Weltherrschaft.“


Konzert der „Bandbreite“.

Eine kritische Teilhabe wird angesichts solcher Positionen natürlich nicht ausreichen. Andreas Weibel ruft in seiner Funktion als Vorsitzender des „Club Voltaire“ dazu auf, „den Club Voltaire als Ort der Aufklärung und des Antifaschismus“ zu verteidigen.

Update: 29.9.2009: Hier war eigentlich ein Aufruf des ersten Vorsitzenden des „Club Voltaire“ dokumentiert. Dieser bat Reflexion nun, ihn wieder aus dem Netz zu nehmen. Dieser Bitte kommt Reflexion hiermit nach. Allerdings ist der Aufruf noch auf zahlreichen anderen Seiten im Netz zu entdecken. Der restliche Artikel bleibt – im Rahmen einer kritischen Dokumentation – bestehen.

Update: 6.10.2009: Die Internetseite „Merling.net“ vermeldet, dass der bis­he­ri­ge Vor­sit­zen­de des „Club Volta­ire“, An­dre­as Wai­b­el, wegen der „als an­ti­se­mi­tisch an­zu­se­hen­den Ver­an­stal­tung“ zu­rück­ge­tre­ten ist.

Einen ausführlichen Artikel zur „Bandbreite“ gibt es hier.

Einen Artikel über die „SteinbergRecherche“, die sich an einer Kampagne gegen Kritiker_innen der „Bandbreite“ beteiligt, gibt es hier.

„Bandbreite“ vs. Reflexion!

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20 Antworten auf „„Voltaire“ und Israel.“


  1. 1 Bob Andrews 05. Oktober 2009 um 1:25 Uhr

    Neben ihren äusserst dämlichen, antisemitischen und homophoben Texten sind Die Bandbreite einfach miese Sexisten:

    Eingelocht, ein Lied über ihre Vergewaltigungswünsche: hxxp://peoplesmusicstore.com/catalogue_items/212423

    Miesmuschel, ein Lied über ihr Frauenbild: hxxp://peoplesmusicstore.com/catalogue_items/212410

    Mann kennt uns, ein Lied wie geil sich die Typen finden:
    hxxp://peoplesmusicstore.com/catalogue_items/212430

  2. 2 Administrator 05. Oktober 2009 um 11:53 Uhr

    Danke für die Hinweise!

  3. 3 Reiner Gedanke 07. Oktober 2009 um 13:57 Uhr

    Wenn euch nix mehr einfällt in eurer Demokratiesimulation, kommt ihr immer auf die selbe alte leier ihr Steigbügelhalter der Faschisten.

    Bringt doch mal echte wahre Nachrichten und keine Nebenkriegsschauplätze.

    Wisst ihr überhaupt was Antisemitismus heisst und bedeutet ihr auswendig lerner und nachplapperer.

    Sagt doch einfach das ihr keine Ahnung habt.
    Weder links noch rechts nur für die Wahrheit, gez.

    Reiner Gedanke

  4. 4 Administrator 07. Oktober 2009 um 13:58 Uhr

    „Wisst ihr überhaupt was Antisemitismus heisst und bedeutet ihr auswendig lerner und nachplapperer.“

    Nee. Was ist das?

  5. 5 max hölz 07. Oktober 2009 um 21:06 Uhr

    jawoll ihr blockwarte, wenns nicht so traurig wäre, könnt man ja fast über euch lachen. schämt euch, ihr anti-linken DEUTSCHEN!

  6. 6 Administrator 07. Oktober 2009 um 21:13 Uhr

    Ich stelle mich jetzt in die Ecke und schäme mich. Allerdings nicht für mich, sondern für dich. Sonst noch was?

  7. 7 Reiner Gedanke 08. Oktober 2009 um 13:12 Uhr

    Antisemitische Propaganda. Wurde gelöscht. Weitere Kommentare werden gar nicht erst freigeschaltet! Gib dir keine Mühe. Admin

  8. 8 che 28. Januar 2010 um 20:21 Uhr

    hxxp://www.youtube.com/watch?v=FtyAvc11v2Y ;) keine argumente!

  9. 9 Administrator 28. Januar 2010 um 20:24 Uhr

    Danke für den Video-Hinweis. Artikel folgt die Tage…

  1. 1 Antisemitische Veranstaltung verhindern. « Reflexion Pingback am 28. September 2009 um 14:42 Uhr
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