Den Einzelkandidat_innen des „Willi Weise Projekts“ um den „Zinskritiker“ Friedrich Schönbeck (aka Friedrich von Aas) ist es natürlich nicht gelungen bei der Bundestagswahl 2009 relevante Ergebnisse zu erzielen. Auf der Website des „Projekts“, auf der die Bundesrepublik „wahrhaftig immer noch“ als „Besatzungsgebiet“ bezeichnet wurde (Screenshot), heißt es mitlerweile lapidar: „Dieses Mal klappte es nicht. Wir lernen dazu“. So reiht sich das „Willi Weise Projekt“ in die lange Reihe an Organisationen und Parteien, mit denen Friedrich Schönbeck sein Ideal einer Welt ohne Zinsen umsetzen wollte. Da ist das Schweigen durchaus verständlich, zumal Friedrich Schönbeck lediglich 229 Stimmen (0,1%) im Wahlkreis Ulm erreichen konnte.
Anders halten es einzelne andere Kandidat_innen des „Willi Weise Projekts“. Da ist beispielsweise Eva Maria Godau, die einen transparenten „Umgang mit möglichen Sponsoren“ versprochen hatte und sich außerdem den Wünschen der Wähler_innen ihres Wahlkreises verpflichtet fühlte. Einige dieser Wähler_innen forderten einen „Friedensvertrag für Deutschland“ und Eva Maria Godau aus Magdeburg kam ihren Wunsch nach. So findet sich in ihren Wahlforderungen auf Platz 15 die Forderung nach „Abschluss eines Friedensvertrages“ (Screenshot). Auf Nachfrage erklärte Frau Godau: „Ja, ein Friedensvertrag steht noch aus (…).“ Godau „kenne diesen Zustand ebenfalls“ und fände diesen „ungeheuerlich“. In dem Kommentar eines anderen Nutzers finden sich gleich darauf Theorien über die „OMF-BRD„, die gar nicht „Deutschland“ sei. Solche Theorien werden vor allem von Anhänger_innen der These verbreitet, die immer noch an die Existenz eines „Deutschen Reiches“ glauben; und solche Menschen werden es gewesen sein, die Eva Maria Godau dazu gebracht haben, für einen „Friedensvertrag“ einzutreten. Trotz dem oder deshalb: Immerhin 707 Menschen haben Godau in Magdeburg gewählt, worauf sich Godau bei all ihren Wähler_inne bedankte: „danke an ALLE!“
Erklärung einer „Weisen“ Kandidatin zum „Friedensvertrag“.
Nicht ganz so viele Stimmen konnte Marcel „Wojna“ Wojnarowicz auf sich vereinen. Der Sänger der „Bandbreite“ wurde im Wahlkreis Duisburg I von ganzen 407 Menschen (0,32%) gewählt. Auch er war für das „Willi Weise Projekt“ angetreten. Statt aufs Parlament scheint sich der Sänger der „Bandbreite“ nun wieder auf die Strassen zu besinnen. Zumindest überlegt „Wojna“ in seinem Danke-Newsletter an die Unterstützer_innen „in Zukunft gemeinsam für unsere Anliegen auf die Straße“ zu gehen.
Die Bundestagswahlen 2009 markieren das vorläufige Ende der „Willi Weise Projekts“. Aber sowohl Friedrich Schönbeck als auch Eva Maria Godau und Marcel Wojnarowicz werden weiterhin aktiv sein. Ich werde bestimmt noch mal über die eine oder den anderen berichten.
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