Übertragungsfehler

Im vergangenen Monat wartete die „Rote Fahne“ der so genannten „Kommunistischen Partei Deutschland“ (Ost) mit unsäglichen Thesen auf. Auf der ersten Seite ließ sich der Chefredakteur des „Zentralorgans“ der „Partei“, Ar­thur Mül­ler, über den zweiten Weltkrieg aus. Angeblich hätte dem „deut­schen Groß­ka­pi­tal und des­sen Rüs­tungs­in­dus­trie“ angebliches „jü­di­sches Ka­pi­tal als Kon­kur­renz im Wege“ gestanden und „damit“ angeblich „zu­gleich die ge­sam­te jü­di­sche Be­völ­ke­rung in Deutsch­land und in den von den Nazis er­ober­ten Ge­bie­ten“ (Screenshot).
Doch diese antisemitischen Thesen vom „jüdischen Kapital“ und der „jüdischen Bevölkerung“, die angeblich dem „deutschen Großkapital“ im Weg gestanden hätten, sind für die Aktivist_innen der Partei noch lange kein Grund, ihren „Chefredakteur“ zu kritisieren oder personelle Konsequenzen einzufordern.


Parteitag der „KPD“ (Ost).

Dies beweist die Folge-Ausgabe der „Roten Fahne“ vom Oktober 2009, in dem auf die Aussagen in der vorhergegangenen Ausgabe eingegangen wird. Dort heißt es, direkt neben einem „Telegramm“ Josef Stalins an den „Präsidenten der Deutschen Demokratischen Republik“ von 1949, dass durch „Übertragungsfehler und Auslassungen“ ein „Zusammenhang entstellt worden“ wäre (Screenshot). Die Erklärung, wie im digitalen Zeitalter „Übertragungsfehler“ und „Auslassungen“ entstehen können, bleibt die Zeitung allerdings schuldig. Statt sich mit ihrem eigenen Antisemitismus auseinanderzusetzen wird in der „Zeitung“ gegen „Provokateure“ und „spalterische Kräfte“ polemisiert, die der „Partei“ schaden wollten. Diese würden „mit Verleumdungen und Unterstellungen“ arbeiten, „die an Unverfrorenheit und Selbstüberschätzung kaum zu überbieten sind.“


KPD-Kader_innen zur Gast in der Botschaft Nordkoreas.

Die „Auslassungen“ und „Übertragungsfehler“ ändern im übrigen kaum etwas an den Aussagen. Irgendeiner „Öffentlichkeit wurde suggeriert, daß dem deutschen Großkapital und dessen Rüstungsindustrie angeblich das jüdische Kapital als Konkurrenz im Wege stand – und damit zugleich die gesamte jüdische Bevölkerung in Deutschland und in den von den Nazis eroberten Gebieten“ lautet der Satz in der verbesserten Version. Auch in dieser Version ist vom „jüdischen Kapital“ die Rede. Es stand nur „angeblich“ als Konkurenz im Wege, was auf die Schienen nach Auschwitz führte. Auch in dieser Version werden Jüdinnen und Juden zu angeblichen Kollaborateuren dieses konstruierten „jüdischen Kapitals“ gemacht. Mensch sieht also wohin eine vulgäre Marx-Rezeption, verbunden mit der Glorifizierung Ernst Thälmanns und den Granden der DDR-Nomenklatur, führt.
So einfach ist die Welt für das „Zentralkomitee“ dieser „Partei“. Statt sich mit den antisemitischen Thesen in ihrer Zeitschrift zu beschäftigen, werden Kritiker_innen auf unsachliche Art und Weise kritisiert. Mensch sieht: Diese „Partei“ bewegt sich: rückwärts immer – vorwärts nimmer.

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4 Antworten auf „Übertragungsfehler“


  1. 1 John Nada 16. Oktober 2009 um 23:10 Uhr

    Deine Zitate sind völlig aus dem Zusammenhang gerissen.Du riechst Antisemitismus wo wirklich keiner ist.
    Ich mag Dir ehrlichgesagt nichts böses unterstellen aber vielleicht ist das nur ein Abwehrmechanismus, der diese Scheiß-Realität nicht wahrhaben will ich mag irgendwelche autoritären Dogmatiker wie die Rote Fahne sicher nicht, aber zumindest haben die ein paar Sachen kapiert gegen die Du dich immer noch sträubst.9/11 selbst gemacht für Krieg, Profit und Polizeistaat!

    probier es mal hiermit für den Anfang

    John Pilger speaks at Socialism 2009 Socialist Worker – Obama and Empire

    hxxp://www.youtube.com/watch?v=gXL998q7skI

    Gegen den weltweiten Faschismus hilft nur die internationale Solidarität

  2. 2 Administrator 17. Oktober 2009 um 1:29 Uhr

    Deine Zitate sind völlig aus dem Zusammenhang gerissen.

    1. Sind das nicht meine Zitate.
    2. Sind die nicht aus dem Zusammenhang gerissen.
    3. Wenn du schon so etwas irreales behauptest, solltest du dieses aus dem Zusammenhang reissen zumindest ein klein wenig belegen. Ansonsten besteht die Gefahr das ich deine Vorwürfe nicht ernst nehme…

    Ich mag Dir ehrlichgesagt nichts böses unterstellen aber vielleicht ist das nur ein Abwehrmechanismus, der diese Scheiß-Realität nicht wahrhaben will

    Ich liege ja nicht bei dir auf der Couch, „Dr.“ Nada. Deine psychologischen Einordnungen find ich daher irrelevant. Denn wenn ich mich für so etwas interessieren würde, würde ich mich an einen seriösen Seelenklempner wenden. Ein Verschwörungstheoretiker, der immer noch glaubt, dass 9/11 kein antisemitischer und anti-amerikanischer Anschlag war, erscheint mir nicht gerade seriös; auch nicht als Seelenklempner. Ansonsten darfst du mir gerne das Recht überlassen, die „Scheiss-Realität“ zu kritisieren: Dazu gehört auch eine Kritik des „linken“ Antisemitismus. Aber wer so etwas – wie du – leugnet, wird mit solch einem Anspruch natürlich nichts anfangen können.

    ich mag irgendwelche autoritären Dogmatiker wie die Rote Fahne sicher nicht,

    Mir ist es egal wie sehr du die „Rote Fahne“ magst. In jedem Fall verteidigst du ihre antisemitischen Thesen.

    „weltweiten Faschismus“

    Wo? In den USA? In Europa? In Deutschland?

  3. 3 antideutsches_strandgut. 17. Oktober 2009 um 1:49 Uhr

    „Du riechst“…

    … mit deiner großen Nase?

  1. 1 Antisemit. « Reflexion Pingback am 17. Oktober 2009 um 1:22 Uhr

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