Es ist eine endlose Debatte, die aufgrund verschiedener Standpunkte auch ewig anhalten könnte: Während die einen mit der israelischen Fahne für einen israelsolidarischen Standpunkt eintreten wollen, lehnen die anderen diese Positionierung aufgrund des „Antinationalismus“ oder irgendwelcher anderer linker Theorien ab. Aber auch innerhalb des israelsolidarischen Spektrums gibt es mannigfaltige Positionierungen im Umgang mit der israelischen Fahne. Während auf der einen Seite die israelische Fahne eine inflationären Gebrauch erfährt und zu jedem Anlass geschwenkt wird, plädieren andere für einen vorsichtigeren Gebrauch:
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Und Joachim Bruhn in einer „kurze(n) Replik auf Justus Wertmüller“:
„Wahr ist vielmehr, und gesagt wurde, daß bedingungslose Solidarität mit Israel etwas anderes ist als Identifikation, die in der Logik von Politik liegt und die notwendig mit Symbolen agiert, die in Polit-Kitsch umschlagen. Wenn Israel glaubt, seine Interessen u.a. damit am besten vertreten zu können, daß seine Botschaft den leidigen Knopfsticker in allen nur möglichen Varianten vertreibt: also in der Israel-Amerika-Version und in der
Israel-Deutschland-Version, dann ist das der legitime Versuch, der antizionistischen Propaganda zu kontern,
wenn auch wiederum mit Gegenpropaganda. Aber die Kritik treibt keine Propaganda, und sie ist auch keine Politik.
Sie ist die Kritik der Politik, und ihre Solidarität ist eben die radikale Aufklärung. Eben deshalb, weil die
Parteinahme der kommunistischen Kritik für Israel selbst keine Politik darstellt, ist sie auch nicht taktisch, läßt sie sich nicht von der politischen Konjunktur zum Opportunismus treiben (…).
Darauf beharre ich auch deshalb, weil Justus Wertmüller meine Argumentation noch in einem zweiten Punkt recht eigenwillig verdreht – gemeint ist der Passus über Israel als das neueste ‚Vaterland der Werktätigen’. Auch hier ging es um politische Identifikation als Gegenteil kommunistischer Solidarisierung, ging es um die Warnung davor, das Engagement für Israel als Politik zu betrachten statt als Subversion, ging es um die Abwehr ‚falscher Verallgemeinerungen’, und dies ‚im Interesse der staaten- und klassenlosen Weltgesellschaft’.
Aber vielleicht ist jetzt der Gegensatz genauer bestimmt und wird dadurch diskutabel: Denn eigentlich gibt es gar keine ‚Antideutschen’, und es gibt auch keine ‚antideutschen Kommunisten’, weil ein ‚prodeutscher’ Kommunismus ein Unfug in sich selbst bedeutete. Was es gibt, das sind Kommunisten, die, eben weil sie dies sind, der Nation die Pest an den Hals wünschen. Wenn Justus Wertmüller statt dessen Politik treiben möchte, dann soll er das bitte offen aussprechen.“
http://www.ca-ira.net/isf/beitraege/pdf/bruhn-dampframme.pdf