Der Impfgegner.

Am 20. Dezember 2009 wollen so genannte „Infokrieger“ um das „Infonetzwerk Gera“, beziehungsweise das „Infonetzwerk Thüringen“, einen Kongress in Gera veranstalten. Auf den In­ter­net­sei­ten der „Infokrieger“ wer­den Reden des An­ti­se­mi­ten Ah­ma­dined­schad als Vi­de­os zur Ver­fü­gung ge­stellt. Eine Ru­brik ist der „BRD-​Gmbh“ ge­wid­met. Dort wird der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, im Jar­gon der selbst er­nann­ten „Kom­mi­sa­ri­schen Reichs­re­gie­run­gen“, die Exis­tenz­be­rech­ti­gung ab­ge­spro­chen.
Im „Infonetzwerk Thüringen“ ist auch ein Aktivist der NPD Jena aktiv. „Reflexion“ hatte über dieses Thema berichtet. Neben dem Anti-Anti-Deutschen Jürgen Elsässer und dessen „Volksinitiative“ („gegen das Finanzkapital“) werden einige Referenten erwartet, die deutlich machen, was für Theorien in Gera propagiert werden sollen.
Da wäre zum Beispiel Hans Tolzin (ohne Foto), der sich selbst als „Journalist“ bezeichnet. Im Rahmen dieser Tätigkeit propagierte Tolzin die „Heilbarkeit“ der Homosexualität und leugnete die Existenz krankmachender Infektionserreger, so zum Beispiel den HI-Virus. Tolzin bezeichnet sich selbst als „totalen Impfgegner“ und gibt Pamphlete gegen das Impfen heraus.
Trotz dem oder deswegen hat es Tolzin auch ins „Morgenmagazin“ der ARD geschafft. Dort wurde er am 6. August 2009 als kritischer „Experte“ zur Schweinegrippeimpfung interviewt. Die Existenz des Autismus führte der umtriebige und selbst ernannte Experte ebenso auf das „Impfen“ zurück, obwohl wissenschaftliche Analysen solch einen Zusammenhang verneinen.Am 20. Dezember 2009 wird Tolzin nicht im „Morgenmagazin“ der ARD, sehr wohl aber auf dem „Kongress“ des „Infonetzwerks“ auftreten.
Seine Motivation hat Tolzin des öfteren benannt: „Ich hatte meine Umwelt als Kind als ziemlich lebensfeindlich erlebt, mich selber als vollkommen überflüssig und sinnlos, so dass ich mich in grandiose Fantasien flüchtete, um zu überleben. Davon ist immer noch ein kleines Stück in mir“. Genau solch „grandiose Phantasien“ wird Tolzin auch am 20. Dezember 2009 als Realität verkaufen. Ob er vor oder nach dem Volkstümler Elsässer sprechen wird, ist noch nicht bekannt. Am späteren Abend werden aber in jedem Fall die Verschwörungsfanatiker, Vergewaltigungsphantasten und Sexisten der „Bandbreite“ ihren nächsten Auftritt über die Bühne bringen: Mensch darf gespannt sein ob Tolzin und Elsässer tanzen werden.


Faksimile der Veranstaltungswerbung auf den Seiten des „Infonetzwerks Gera“.

Der Kongress wird nicht mehr im „Volkshaus“ Gera stattfinden. Infos gibt es hier.

Hans Tolzin wird nicht mehr als Redner auftreten. Mehr Informationen gibt es hier.

Einen Überblick nebst Presseerklärung der „Antifaschistischen Aktion Gera“ [aag] gibt es hier.

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