„Es ist Antisemitismus“

nullNach den Übergriffen am 25. Oktober 2009, vor einer Filmvorführung der Dokumentation „Warum Israel“, in Hamburg kochten die Emotionen. So meldeten sich die Angreifer_innen zu Wort und verteidigten ihre Aktion gegen die Kino-Besucher_innen. Die „Antizionist_innen“ aus dem Umfeld des „antiimperialistischen“ Zentrums B5 hatten „einen israelischen Checkpoint“ nachgebaut und die Kinobesucher_innen am betreten des Kinos gehindert. Dort gingen die Kämpfer_innen gegen „den US-/Deutsch-Imperialismus“ dann gewaltsam gegen Kinobesucher_innen vor und versuchten den Film des Shoa-Überlebenden und Regisseurs Claude Lanzmann zu verhindern. Ein Augenzeuge berichtet bei „Spiegel Online“:

„‚Die Blockierer schrien: Ihr Judenschweine!‘ Er habe zurückgerufen: ‚Jetzt sagt ihr endlich, was ihr denkt.‘ Daraufhin hätten die antiisraelischen Demonstranten losgeschlagen: ‚Es waren etwa 30 bis 40 Angreifer zwischen etwa 16 und 70 Jahren. Ein älterer Herr ist mit dem Gürtel auf mich losgegangen.‘ Die Leute, die Lanzmanns Film sehen wollten, so berichtet K. in Übereinstimmung mit anderen Augenzeugen, seien geschlagen und bespuckt worden.“
Auch Claude Lanzmann meldet sich nun bei „Spiegel-Online“ zu Wort: „Sie nennen es Antizionismus, aber es ist Antisemitismus“ sagt er im Gespräch und verweist darauf, dass noch nie einer seiner Filme verhindert worden sei. Nun ist es passiert. In Deutschland: „Die Deutschen dürfen nie wieder als Herren auftreten“ meint Lanzmann. Es ist klar worauf er anspielt: Zum Repertoire der Nationalsozialisten gehörten in den frühen dreißiger Jahren auch Blockadeaktionen gegen „verjudete“ Filme.

Nun hat sich ein „Bündnis gegen Hamburger Unzulämglichkeiten“ gegründet. Mehr Informationen gibt es hier.


5 Antworten auf „„Es ist Antisemitismus““


  1. 1 Lena 24. November 2009 um 13:38 Uhr

    Natürlich haben diejenigen, welche die Texte verfassen die richtige Wahrheit für sich gepachtet. Wenn nun aber die ‚Angriffe‘ garnicht einseitig waren, die ‚Bewaffnung‘ auf der einen Seite völlig überzogen dargestellt wird und auf der anderen Seite unterschlagen und die ‚Gewaltexzesse‘ lediglich Schubsereien, Rempeleien und ein paar leichte Schläge von beiden Seiten waren… – dann ließe sich das Ganze propagandistisch ja garnicht so toll verwerten…!?
    Ich bin ja mal gespannt auf die Anzeige und die kommenden Vernehmungen durch den Staatsschutz. Spätestens dann wird dieses Gebilde zusammenfallen, wenn ein Meineid nachgewiesen wird!

  2. 2 Administrator 24. November 2009 um 13:41 Uhr

    „Ich bin ja mal gespannt auf die Anzeige und die kommenden Vernehmungen durch den Staatsschutz.“

    Dann viel Spaß beim Denunzieren von antifaschistischen Strukturen…

  1. 1 Hamburger Mob. « Reflexion Pingback am 19. November 2009 um 15:26 Uhr
  2. 2 Interview mit Dirk von Lowtzow (Tocotronic) « Rave Dave Pingback am 20. November 2009 um 18:30 Uhr
  3. 3 Unmöglich machen. « Reflexion Pingback am 21. November 2009 um 13:32 Uhr

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