Archiv für Dezember 2009

Der König der Fernseh-Strolche. I.

Er war der ungekrönte König der Fernseh-Strolche. Thomas G. Hornauer war der Herrscher über ein Imperium aus Kartenleger_innen, Wahrsager_innen und anderen Esoteriker_innen, die zur besten Sendezeit ins Fernsehen kamen. Während andere mit Internetsendern herumexperimenten, kam der König direkt nach dem „Kinderkanal“ in die heimischen Wohnzimmer. Pünktlich um 21 Uhr wurde der „Kinderkanal“ zum „Kanal Telemedial“, dessen einziger Inhalt eine Sendung namens „Orange-Table“ war. Die Sendung war nach dem gleichnamigen Tisch benannt, an dem Hornauer Hof hielt….

… die ganze Geschichte kann im brandneuen Reflexon-Weblog gelesen werden: KLICK!

Die SS-Fans & Ich.

Nach meinem Beitrag über die „Punk“-Band „SS-Kaliert“ dauerte es nicht lange, bis Band und Fans auf den Artikel aufmerksam wurden. „SS-Kaliert“ ist eine „Punk“-Band, die mit problematischen Texten und einem problematischen Namen auf sich aufmerksam macht. Die Band wurde aufgrund des „SS“ im Namen gerade zu niedrigen Geldstrafen verurteilt, was die Band gar nicht fassen konnte, obwohl die offizielle Ausrede immer mal wieder in Interviews wiederholt wird. In Wirklichkeit stehe das „SS-Kaliert“ für „es es kaliert“, so die Ausrede, die wie ein Mantra wiederholt wird. In meinem Beitrag hatte ich auf Bandtexte und den Namen verwiesen und eine freundliche Kritik formuliert.
Die Adressat_innen wollten die allerdings nicht auf sich sitzen lassen. Den Anfang machte „Benni“, ein Mitglied der Band „SS-Kaliert“: „danke für die gratis Werbung du spast“ hieß es in einem Kommentar, bei dem „Benni“ seine Aversionen gegen den „Spast“, das heißt mich Autoren, deutlich machte und einen eindrucksvollen Beweis seiner Behindertenfeindlichkeit hinterließ.
Da wollten Fans und Freunde nicht nachstehen: „Fragezeichen-Journalismus unter BILDzeitungs-Niveau“, „hirnrissig“, „Hetze“, „Vollkommen armselig“ meinte „California_Babylon“. „Heulsusen“ und „Trottel“ meinte „Bauar“, der sich ansonsten „auf den tag“ freute, „wo irgendjemand eure identität rausbekommt und euch,mit nen paar ‚gut recherchierten‘ infos schön mit fotos im netz stellt“.
Neben diesem Wunsch nach Anti-Antifa dominierten die Beleidigungen: „Affen“ meinte „Joseph“ während „Bauar“ einige Überlegungen über Antifaschist_innen anstellte: „benehmt euch nicht so wie nazis,dann nennt euch auch keiner so“. Anders sah das wohl „California Babylon“, der mich „Maulhelden“ belehrte: „Dein Text hat mit Antifa nichts zu tun“. Das fand auch ein anderer „Antifaschist“, der dazu aufforderte, sich nicht von „diesem Antideutschen verarschen“ zu lassen. Als Hausaufgabe gab er mir auf den Weg, „erstmal selbst antifaschistisch und emanzipatorisch“ zu werden.
„Buddy“ belehrte mich kurz darauf, dass „das die Band deinen Blog als etwas gutes (was er eigentlich auch ist) supportet und weiterempfohlen hat“ und nun tief enttäuscht sei. In dieser Aufzählung fehlt nur noch „Meineid“, der seine Meinung hören ließ. Für ihn sei die Kritik an „SS-Kaliert“ nichts anderes als „Mädchenklotratsch“: „Es ist hinterfotzig und feige, könnte aber noch ganz lustig sein“. Der Sexist bemühte sich aber meine Lebensplanung zu durchschauen und riet mir zu einem Studium, damit ich bloggen lerne: „Wenn Du eines Tages mal was studieren solltest, wirst Du das noch lernen.“ Bis dahin, so riet mir „California Babylon“, sollte ich allerdings „den Artikel lieber rausnehmen“. „Tobi“ wollte wiederum nicht einsehen, dass Konzentrationslager etwas mit dem Nationalsozialismus zu tun haben: „Kzs sollen klar Nazimässig sein?Schon ma nach Bosnien geschaut?oder die Sowjetlager?“ Sein Urteil: „Ihr seit irrationale Spinner“. Jede Band hat eben die Fans die sie verdient.

Den Artikel mit zahlreichen Kommentaren kann mensch hier lesen.

„Fall of the Republic“. Eine Kritik.

Es war an einem winterlichen Sonntag-Morgen, als ich mir die neueste „Dokumentation“ des Filmemachers und Radiomoderatoren Alex Jones zu Gemüte führte. Jones versteht sich als „freiheitsliebender patriotischer Verfechter der konstitutionellen Republik der Vereinigten Staaten“ und ist Betreiber der Seite „Infowars“, die auch in Deutschland über einen Ableger verfügt. Jones ist einer der bekannteren Vertreter der Verschwörungstheorien rund um den 11. September 2001. Er ist aber auch ein Propagandist einer Zentralsteuerungsthese, bei dem „Puppenspieler“ die Geschicke der Welt lenken. „Fall of the Republic“, seit dem 21. Oktober 2009 erhältlich, nennt sich sein neustes Werk, dass sich im Netz einer großen Beliebtheit erfreut. Auch hier wird in den ersten Minuten ein „Puppenspieler“ erwähnt, der für den prognostizierten Fall der USA verantwortlich sei…

Eine ausführliche Fall of the Republic – Kritik gibt es im neuen Reflexion-Weblog: KLICK!

Stress-Kongress II.

Bis zu 450 Menschen waren erwartet worden, um am 20. Dezember 2009 den zweiten „geopolitischen Kongress“ in Gera, zu begehen. Dieser „Kongress“ sollte ein Höhepunkt der „Wahrheitsbewegung“ werden, die sich verschiedenen Verschwörungstheorien verschrieben hat. Doch maximal 200 Menschen waren, nach Angaben des „Infonetzwerks Gera“, gekommen um dem Anti-Anti-Deutschen Jürgen Elsässer, Christoph Hörstel und anderen Referenten, sowie der Band „Die Bandbreite“, zu lauschen….

Den vollständigen Artikel gibt es neuen im Reflexion-Weblog: KLICK!

Comicnism II.

Über den dritten „Andi“ Comic des „Verfassungschutz“ aus Nordrhein-Westphalen, der auch in der Vergangenheit durch unhaltbare Aussagen auffiel, wurde an dieser Stelle bereits berichtet. Der Comic schildert den Fall eines Jugendlichen, der sich mit radikalen Linken einlässt: Andi wird über Musik („Anti Alles“!) geködert und beteiligt sich kurz darauf an Aktionen gegen einen Naziaufmarsch. Als sich die Gewalt der Autonomen gegen einen Kioskbesitzer aus dem Kiez wendet, wendet sich Andi enttäuscht von der „Szene“ ab. 100.000 Exemplare dieses Machwerks, dass sich an Pokemon und Co orientiert, sind gedruckt. Die Vorgänger, in dem sich ganz nach der gängigen Totalitarismus-Doktrin mit „Rechtsextremen“ und „radikalen Islamisten“ beschäftigt wurde, brachten es auf 380.000 Exemplare, bei „Andi 2″ sind es bislang 200.000 Ausgaben. Wie seine Vorgänger wird auch „Andi 3“ an Schulen verteilt werden, um die Schüler_innen von den abstrusen Darstellungen des „Verfassungsschutz“ zu überzeugen.
Auf „linksunten.indymedia.org“ ist der Comic, im Rahmen eines Remix-Wettbewerbs, in verschiedenen anderen Versionen aufgetaucht. Einen Remix möchte ich den geneigten Leser_innen nicht vorenthalten. Den Comic ohne Text gibt es hier; falls ein Mensch kreativ sein möchte.

Rednerschwund & Dokuschund.

Hans Tolzin, seines Zeichens Impf-„Kritiker“ und – laut einem Bericht der „Thüringischen Landeszeitung“ – „Anhänger einer ‚Neuen Germanischen Medizin“, taucht nun nicht mehr auf den Einladungen zum zweiten „Geopolitischen Kongress“ auf, der am 20. Dezember 2009 in Gera stattfinden soll. Noch am 07.11.2009 war Hans Tolzin in einem verschwörungstheoretischen Forum als „Journalist“ angekündigt worden, der zu „brennenden Fragen der Zeit“, konkret der „Schweinegrippe“ sprechen sollte. Nun ist Tolzin heimlich, still und leise von der Internetseite der Verschwörungstheoretiker_innen des „Infonetzwerks Gera“ verschwunden.
Tolzin beschäftigt sich neben Impf-„Kritik“ mit dem HI-Virus beziehungsweise der Immunschwächekrankheit AIDS. Er findet es „bedenklich“, wenn bei AIDS auf einen „aussen eindringender Virus als Ursache für die Erkrankungen“ geschlossen werden würde. Schließlich wären die „betroffenen Homosexuellen“ (!) für „häufigen Partnerwechsel, ungeschützten Sex, Analverkehr, Alkohol und“ den Konsum anderer „Drogen“ bekannt. Solch „grosser psychischer Stress sollten eigentlich ausreichen, jedes Immunsystem zu schaffen“, so Tolzin. Außerdem hält er die antisemitische „Neue Germanische Medizin“ für „eine hochinteressante Diagnose-, nicht aber für eine Behandlungsmethode“.
Solche und andere Theorien finden sich auf Tolzins Homepage und auf anderen Seiten. Dort verkauft Tolzin auch seine Vorträge. Das „Referenten Paket“, bestehend aus drei Ausgaben des „Impf-Reports“ und einer DVD kostet 45 Euro. Über die Gründe für sein Nichtauftreten schweigt sich der umtriebige Tolzin, der sonst keine Möglichkeit auslässt um seine Theorien zu propagieren, im Übrigen aus.


Faksimile der Internetseite Frank Höfers.

Da Tolzin nun nicht auf dem Kongress auftreten wird, bleibt der Welt auch ein Vortrag erspart, der über kurz oder lang im Internet oder sogar als DVD auftauchen würde. Produziert wird die „Dokumentation“ der Vorträge des Verschwörungs-Spektakels durch die „Nuo Viso“ Filmproduktion. Diese Film-Firma, um den Dokumentarfilmer Frank Höfer, hat sich ganz der Sache verschiedener Verschwörungstheorien verschrieben. So finden sich nicht nur „Dokumentationen“ über den 11. September 2001, sondern auch Filme über Kornkreise und den Amoklauf von Winnenden. Die erste Dokumentation begleitet „Kornkreisforscher bei ihrer erkentnisreichen Arbeit“. Die Macher_innen sind „davon überzeugt, dass diese Muster in den Feldern, nicht das Werk von Menschenhand sein können“. Bei solch Theorien verwundert es dann auch nicht mehr, dass in der Dokumentation über den „Amoklauf von Winnenden“ eine wahnwitzige Theorie aufgestellt wird: „Die Beweise allerdings, dass“ Tim K. „der Täter des Amoklaufs im kilometer entfernten Winnenden sei, fehlen gänzlich, schlimmer noch, sie wurden nachweislich gepflanzt“ heißt es auf der Internetseite der Filmproduktion, auf der auch vom „immernoch flüchtigen Täter“ die Rede ist. Tim K., der damals 9 Schüler_innen und 3 Lehrer_innen sowie 15 weitere Menschen erschoss, sei in Wirklichkeit unschuldig gewesen.
Frank Höfer, der Kopf hinter der Firma, trat in der Vergangenheit (zusammmen mit der Band „Die Bandbreite“) auch auf einer „Konferenz“ der „Anti-Zensur-Koalition“ (AZK) des Ivo Sassek auf, der ein neureligiösen Sektenführer ist. Auf dessen Tagungen trat auch schon der Deutschland-Chef der Scientology Jürg Stettler, der Nazi Bernhard Schaub oder ein Propagandist der „Neuen Germanischen Medizin“ des Ryke Geerd Hamer auf.
Die „Nuo Viso“ Filmproduktion ist schon seit längerem für die Dokumentation der verschwörungstheoretischen Treffen verantwortlich, die von „Infokriegern“, „Alles Schall und Rauch“, Elsässer „Volksinitiative“ und anderen Gruppen organisiert werden. Auf der Internetseite des „Infonetzwerks Gera“ finden sich folgerichtig nicht nur antisemitische Ansprachen des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad, sondern auch eine Danksagung an Frank Höfer: „Wir freuen uns auch auf Frank Höfer (NuoViso), der uns bei der Organisation unterstützt hat.“ „Nuo Viso“, dass heißt Frank Höfer, wird auch am 20. Dezember 2009 vor Ort sein, um das Treffen zu dokumentieren. Neben „außerirdischen“ Kornkreisen und der Umdeutung von Winnenden wird dann ein weiteres Treffen zu sehen sein. Zumindest bedeutet der konkrete Rednerschwund auch weniger Dokuschund.


Band­brei­te, Tho­mas Höfer und Ivo Sasek (v.l.n.r.) auf einer Ta­gung der „An­ti­zen­sur Ko­ali­ti­on“.

Einen Bericht zum Kongress gibt es hier.

Planet 51. Eine Kritik

„Planet 51″, soviel vorweg, ist einer der besseren Animationsfilme und übertrifft sowohl „Findet Nemo“, „Madagascar“ und „Ice Age“ als auch alle Filme der unsäglichen „Toy-Story“ Reihe um Längen. Der Film, der von den „Ilion Animation Studios“ aus Madrid geschaffen wurde, zeigt eine Handlung, die nicht in einer der üblichen Tier- oder Spielzeugwelten spielt. Die Bewohner_innen des „Planet 51″ sind einer Art 50′er Jahre Gesellschaft verfangen, die deutliche Analogien zur Erd-Geschichte aufweist: Inklusive der UFO und Alien Invasion in den Kinos.
Spießbürgerlichen Moral und rabiate Militärs; dass ist der Kitt der diese Gesellschaft zusammenhält. Bis an einem Nachmittag, der wie geschaffen zum Grillen erscheint, ein „Ufo“ landet, dass von einem Planeten namens „Erde“ stammt…

.. die ganze Kritik kann im neuen Reflexion-Blog gelesen werden: KLICK!

Stress-Kongress.

Viel Stress gibt es um den zweiten „Geopolitischen Kongress“, der am 20. Dezember 2009 in Gera stattfinden soll. Eigentlich wollten die Verschwörungstheoretiker_innen, um das „Infonetzwerk Gera“, im städtischen „Volkshaus“ in Gera tagen. Doch das verhinderte das Ordnungsamt nach einer „Wertung des Inhalts“. Nun treffen sich die „Wahrheitsaktivisten“ im „Gast und Spei­se­haus Hein­richs­brü­cke“ in Gera. Als Referenten werden unter anderem der Anti-Anti-Deutsche Jürgen Elsässer und der Impf-„Kritiker“ Hanz Tolzin erwartet, von dem die „Thüringische Landeszeitung“ schreibt, dass er „als Anhänger einer ‚Germanischen Neuen Medizin‘“ bezeichnet werden könne. Für die musikalische Unterhaltung sorgt die Band „Die Bandbreite“, die bereits des öfteren für Aufsehen sorgte.
Eigentlich wollte Jürgen Elsässer und dessen „Volksinitiative“ den Kongress nutzen, um bereits am 19. Dezember 2009 ein Treffen der „Volksinitiative“ in Gera abzuhalten. Doch das fällt aus: „Es ist sehr schwierig, in Gera geeignete Räume zu bekommen“ klagt die „Volksinitiative“.
Währenddessen hat sich die „Antifaschistische Aktion Gera“ (AAG) mit einer Pressemitteilung zu Wort gemeldet. Dort wird die Kritik am Treffen der Verschwörungstheoretiker_innen noch einmal formuliert. Das „Gast und Speisehaus Heinrichsbrücke“ wird aufgefordert den „‚Geopolitischen Kongress auszuladen‘“. Es sei ein „ein Treffen voller Verschwörungstheorien, Antisemitismus, Antiamerikanismus und völkischer Ideologie“ zu erwarten, schreibt die „Antifaschistische Aktion“: „Die Überschneidungen reichen bis zur NPD“.
Es bleibt abzuwarten in welcher Form der Kongress ablaufen wird. Vielleicht müssen sich die Veranstalter_innen auf die schnelle einen neuen, weiteren Ort für ihr „geopolitisches“ Stelldichein suchen.

Einen Bericht zum Kongress gibt es hier.

Gerichtseskalation?

„SS-Kaliert“, dieser Name weckt Assoziationen mit anderen Organisationen, die das gleiche Kürzel nutzten. Doch damit möchte die gleichnamige Punk-„Band“, die diesen Namen benutzt, nichts zu tun haben. Vielmehr stehe das „SS“ für ein Wortspiel. Eigentlich heißt „SS-Kaliert“ nämlich „es eskaliert“, so behauptet es zumindest die Band. Doch das „SS“ sei auch „ein Blickfang, weil das rote SS doch erst mal auffällt“.So spielt die Bands mit einer politisch-besetzten Symbolik. Doch auch die Lieder zeigen eine eindeutige politische Positionierung auf, obwohl sich die Band als „unpolitisch“ bezeichnet.
Da wäre zum Beispiel das Lied „Faschistenpack“: Die erste Strophe richtet sich nicht, wie mensch meinen könnte, gegen alte oder neue Nazis, sondern gegen Antifaschist_innen und beschreibt Hitler und (!) Che Guevara als „tote Führer“: „Ich himmel keine toten Führer an, weder Hitler, Che Guevara noch die Taliban. Drum geht mir mit euer‘m Scheiß nich auf‘n Sack, ihr dummes, scheiss Linksfaschistenpack!“. Auch in der zweiten Strophe gibt es keine Kritik an alten oder neuen Nazis. Statt dessen betont die Band ihre Abneigung gegen den Koran: „Auf‘n Koran tu ich scheißen!“ Die Band scheint in jedem Fall ein größeres Problem mit Antifaschist_innen und dem „Koran“ zu besitzen, als mit irgendwelchen Nazis. So weit so schlecht. Doch die Band fordert auch die Wiederinbetriebnahme von Konzentrationslagern, allerdings für Nazis, die dann ordentlich gefoltert werden sollen. Im Lied „Auge um Auge“ , dass im Internet auch unter dem Namen „Abmarsch ins KZ“ zu finden ist, heißt es: „Der weltweite Kampf für eine ‚Rasse‘, Zerstören können wir ihn nicht Außer wir errichten für sie ein Lager und zeigen ihnen was Folter ist!“ Im Refrain fordert die Band dann den „Abmarsch ins KZ“.
Die Band, um den Frontmann Benni, behauptet im Übrigen schlechte Erfahrungen gemacht zu haben. Nicht umbedingt mit den „Bullen“ oder Nazis, dafür aber mit und Vegetarier_innen und Veganer_innen: „Es kotzt mich einfach nur tierisch an, wenn z.B veganer/vegetarier nicht akzeptieren können, dass ich nicht so lebe wie sie“ erregt sich Benni, der früher auch mal im T-Shirt der Naziband „Jinx“ auftrat, im Interview. Die Band gibt sich „unpolitisch“ und distanziert sich von ihren Frühwerken, wie dem Lied „Faschistenpack“: „Gegen Antifaschisten haben wir natürlich nichts, im gegenteil, nur ist es wirklich lästig, wenn man sich für alles was man sagt, tut, ist usw rechtfertigen muss“.
Rechtfertigen musste sich die Band allerdings nicht nur vor Antifaschist_innen, sondern vor dem Duisburger Amtsgericht. Die Richterin verurteilte die Bandmitglieder und eine „Mutter“, die das Label der Band betreibt, Anfang November zu einer Geldstrafe: „Die Verteidigung der fünf Bandmitglieder und der ebenfalls angeklagten Mutter von Benni, die das Label der Band betreibt, sahen das natürlich ganz anders, wie auch die zahlreichen Besucher aus der Punk-Szene“ heißt es in einem (parteiischen) Bericht. Die Richterin sei „vornherein auf eine Verurteilung“ eingestellt gewesen. Dabei hatte ein Anwalt sogar seinen von den Nazis ermordeten Opa ins Spiel gebracht. Trotzdem gab es „Urteile zu Geldstrafen zwischen 450 und 900 Euro in verschiedenen Tagessätzen“.


Einen weiteren Artikel über die Fans der Band gibt es hier.

The Worst of „German-Opfer-Movie“.

An dieser Stelle einige Filme, in denen sich mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt wird. Es sind deutsche Filme, in denen die Vergangenheit auf ganz besondere Art und Weise verarbeitet wird: Vor allem dort erscheinen Nazi-Täter_innen als vereinzelte Irre, die nichts mit den so genannten „anständigen“ Deutschen zu tun haben, die die Mehrheit der Filmbevölkerung ausmachen. Die ist Opfer ihrer Zeit: Klassische kleine Frauen und Männer, die das Beste aus den widrigen Umständen machen. An dieser Stelle: „The Worst of ‚German-Opfer-Movie‘“.

Den Artikel gibt es nun im neuen Reflexion-Blog: KLICK!