„Reflexion“ hatte in den letzten Wochen über eine Auseinandersetzung zwischen den Verschwörungstheoretikern Jürgen Elsässer und Jürgen Cain Külbel berichtet. Die beiden Jürgens waren sich in die Haare gekommen, nach dem Jürgen Cain Külbel über einige Querfront-Verstrickungen seines Namens-Vetters berichtet hatte. Dabei hatte Cain Külbel seine eigenen Verstrickungen dezent verschwiegen. Der Streit der beiden Platzhirsche eskalierte. Der mir bestimmt nicht symphatische Verschwörungstheoretiker Külbel wurde vom ebenso unsymphatischen Elsässer als „heisser Anwärter für den Joseph-Goebbels-Preis 2009″ gehandelt, der wiederrum Elsässer als „Kandidat für den Gladio-Preis 2009″ handelte und ihm – wegen der „Antideutschen“ – eine „Zwangsjacke“ empfahl. Da wollte Elsässer nicht zurückstehen und unterstellte Külbel ein „Schizo-Syndrom“.
Im Rahmen der Bericherstattung hatte „Reflexion“ auch auf ein Interview verwiesen, dass Jürgen Cain Külbel der antisemitischen Internetseite „Muslim Markt“ gegeben hatte. Dieses Interview ist mittlerweile aus dem Angebot des „Muslim Markt“ verschwunden. Kain Külbel wollte „nicht mehr auf den Seiten des Muslim-Markt erscheinen“, sagt einer der Macher des Portals, Yavuz Özoguz. Dieser erinnert aktuell daran, „dass das ’souveräne‘ Deutschland auch 64 Jahre nach Kriegsende immer noch nicht über die Souveränität über das eigene Land verfügt“. Auf den Seiten des „Muslim Markts“ klagt Özuguz über eine angebliche „US Diktatur in Japan und Deutschland“.
Külbel störte sich nicht an dieser Ausrichtung des „Muslim Markts“, sondern an der Tatsache, dass nicht nur er, sondern auch sein Namens-Vetter Jürgen Elsässer interviewt worden war: „Er hat uns vorgeworfen ‚die Seite gewechselt zu haben‘, weil wir Elsässer, Voigt und einige andere interviewt haben“ behauptet der „Muslim Markt“. Das Beziehungsdrama zwischen Jürgen Elsässer und Jürgen Cain Cülbel erstreckt sich also auch über Internetseiten, die den „Fehler“ gemacht haben, beide Verschwörungstheoretiker zu interviewen.
Dabei vergisst das Internet nichts: Auch keine Interviews mit antisemitischen Magazinen. Über die Seite „Archive.org“ ist das Interview nach wie vor zu finden. Außerdem gibt es hier einen Screenshot:
Külbel läßt sich im Übrigen bald Live bewundern. Am 3. Januar 2010 tritt der Verschwörungstheoretiker im Rahmen von „Dr. Seltsams Wochenschau“ in Berlin auf. Dort widmet mensch sich der spannenden Frage über die „Bezahlung der Antideutschen“. Mossad? CIA? FDP? Oder gar doch die „belgisch-norwegische Keramikindustrie“? Mensch darf gespannt sein, wie Külbel diese Frage beantworten wird.
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