Stress-Kongress II.

Bis zu 450 Menschen waren erwartet worden, um am 20. Dezember 2009 den zweiten „geopolitischen Kongress“ in Gera, zu begehen. Dieser „Kongress“ sollte ein Höhepunkt der „Wahrheitsbewegung“ werden, die sich verschiedenen Verschwörungstheorien verschrieben hat. Doch maximal 200 Menschen waren, nach Angaben des „Infonetzwerks Gera“, gekommen um dem Anti-Anti-Deutschen Jürgen Elsässer, Christoph Hörstel und anderen Referenten, sowie der Band „Die Bandbreite“, zu lauschen.
Der Impf-„Kritiker“ Hans Tolzin hatte, aus Gründen über die sich die Veranstalter und Tolzin bisher ausschweigen, doch nicht an der Konferenz teilgenommen und wurde leise, still und heimlich aus der offiziellen Veranstaltungsankündigung gestrichen. Die Organisator_innen hatten von bis zu 400 Personen gesprochen, die als Teilnehmer_innen erwartet wurden und mussten im Vorfeld die Lokalität wechseln. Doch kurz vor dem Kongress hatten sich, nach Angaben des Referenten Christoph Hörstel, lediglich 100 Personen angemeldet.
Christoph Hörstel, der Begründer einer Organisation namens „Neue Mitte“ und Autor des „Kai-Homilius-Verlags“, hatte wenige Tage vor dem Verschwörungs-Treffen in einer „Rundmail“ dazu aufgerufen, an dem Kongress teilzunehmen. Er warnte, dass „Schreiberlinge der Obrigkeit“ versuchen könnten, den Kongress „mit dümmlichen Pressemeldungen kaputtzumachen“. Es würde der „Kampfmoral“ schaden, wenn „einer von uns“ untergehen würde, so appellierte Hörstel an sein politisches Umfeld, dass sich zuletzt während einer „antizionistischen“ Manifestation in Berlin zeigte.


Jubelbericht des „Infonetzwerks Gera“.

Obwohl Hörstels Apell eher ungehört blieb und deutlich weniger Besucher_innen als erwartet erschienen, werten Veranstalter_innen und der Referent Jürgen Elsässer den Kongress als „Erfolg“. Sie sprechen von 200 Teilnehmer_innen. Beobachter_innen wollen allerdings maximal 120 Personen ausgemacht haben. Die Veranstalter_innen wollen sich unterdessen nicht von Kritiker_innen jedweder Colour beeinflussen lassen. Es sei „egal, wer was sagt“ heißt es auf der Seite des „Infonetzwerks Gera“.
Das nächste Mal wollen sich die Organisator_innen aus Gera nicht „vorschnell von mutmaßlich (…) ‚Rechten‘“ distanzieren, sondern „herausfinden, ob es nicht irgendwo doch Schnittpunkte oder auch ganze Schnittmengen gibt“. Mit „mutmaßlich ‚Rechten‘“ meinen die Veranstalter_innen unter anderem den Aplogeten der „Neuen Germanischen Medizin“, Hans Tolzin, der es bis in das „Morgenmagazin“ der ARD geschafft hat. Die anderen Referenten sind damit überraschenderweise nicht gemeint.
Deren Vorträge sind, wie im Vorfeld berichtet, mitlerweile über Frank Höfers „NouViso“-Channel auf diversen Video-Portalen zu entdecken. Dort lassen sich die Verharmlosung des iranischen Regimes durch Jürgen Elsässer und die Vorträge der anderen Referenten entdecken. Dort gibt es aber auch ein Interview mit Jan von Flocken, der unter anderem für die „Welt“ und im „Kai-Homilius Verlag“ publiziert und dort diverse Verschwörungstheorien verbreitet. Das Interview führte im Übrigen Dr. Michael Vogt, der den Propaganda-Film „Geheimakte Hess“ produzierte, in dem der Hitler-Stellvertreter zum Friedensengel stilisiert wird und der aufgrund der revisionistischen Thesen im „Versandhaus“ der „Nationaldemokratischen Partei Deutschland“ (NPD) zum Verkauf angeboten wird. Vogt produzierte also die „audiovisueller Lieblingsware der extremen Rechten nicht nur in Deutschland“ Der fanatische Antikommunist Flocken macht im Interview mit Vogt im Übrigen „die Stalinisten“ für den Tod Stalins verantwortlich und verbreitet das Märchen vom in Kauf genommenen Angriff auf Pearl-Harbour.


Michael Vogt und Jan von Flocken bei „NuoViso“. Ebenfalls abrufbar: Elsässer, Hörstel und Co.

Der „Kai-Homilius“ Autor und Referent Jürgen Elsässer nennt unterdessen die Personen, die sich am Wochenende in Gera versammelt hatten, die „Neue Opposition“, die sich „trotz Hetze der selbsternannten antifa“ gegen „den Globalismus“ versammelt hätten. Wohin die Reise dieses ehemaligen „Linken“ geht ist mehr als offensichtlich. Es bleibt abzuwarten, wann die nächste Manifestation dieser „Opposition“ für den deutschen Nationalstaat stattfinden wird. Ein Anlass könnte die gemeinsame Kabinetssitzung der deutschen und israelischen Regierung sein, die Anfang Januar in Berlin stattfinden soll. Dann könnten Elsässer, Hörstel und Co erneut ihren Hass auf den israelischen Staat auf die Strasse tragen.

Weitere Artikel zum Kongress:

„Die Netzwerker“: Infos über das „Infonetzwerk Gera“.

„Der Impfgegner“: Infos über Hans Tolzin.

„Der Volksfrontler“:Infos über Jürgen Elsässer.


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