Archiv für Februar 2010

Gleichsetzungen.

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„Kopp“: Ein Verlag ganz Rechts.

Ein Ort, an dem die rechtskonservative Eva Herman und der Hetzer Udo Ulfkotte auf den Verschwörungstheoretiker Gerhard Wiesnewski und den Querfrontler Jürgen Elsässer treffen, ist der „Kopp-Verlag“, der sich als „Verlag (…) für Enthüllungsliteratur, Verschwörungen, unterdrückte Informationen und Erfindungen und Geheimgesellschaften“ versteht…

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Arbeiterfotografie gegen Neda.

Die Gruppe „Arbeiterfotografie“ ist immer dabei, wenn es darum geht, die Thesen des iranischen Regimes zu verteidigen oder zu relativieren. Besonders stolz ist die Gruppe auf ihre Verteidigung des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad. Dabei hatte die Grup­pe angeblich ein Zitat des An­ti­se­mi­ten über­prüft und nach­ge­wie­sen, dass die­ser „nie zur Ver­nich­tung Is­raels auf­ge­ru­fen“ hatte, sondern lediglich anmerkte dass „die­ser Keim der Ver­derb­nis ver­schwin­den“ werde.
Nun hat sich die „Arbeiterfotografie“ mit mehreren Videos auseinandergesetzt, die die Demonstrantin Neda beim Sterben zeigen…

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Kein Verschwörungstheoretiker der VHS.

Die Kritik am „Chemtrail“-Verschwörungstheoretiker Werner Altnickel und dessen Ansichten über „Wetter“- und „Weltkriege“, die noch nicht beendet seien, hat anscheinend auch die Verantwortlichen der „Volkshochschule“ („VHS“) der Stadt Oldenburg erreicht…

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„Hitlers Helfer“…


… ist er wohl doch nicht… Via Roi.

„Die Grenze“. Ein grenzwertiger Hinweis.

Eine ausführliche Kritik gibt es hier (Klick).

Die filmische Form der Extremismus-Theorie, bei der linke Sozialdemokrat_innen und Nazis die deutsche Demokratie bedrohen, scheint es am 15. und 16. März auf Sat.1 zu geben. Dann läuft der Spielfilm „Die Grenze“. In dem Film wird eine witzige Geschichte erzählt, die von zu vielen Menschen geglaubt werden wird: „Während linke und rechte Parteien“, dank eines „weltweiten Terroranschlags“, „die Krise für ihren Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern nutzen, verliert die Regierung immer mehr an Einfluss“ heißt es in der Filmwerbung. Um „die Rechten“ zu schwächen unternimmt der „Krisenstab der Regierung einen waghalsigen Plan: Der Spitzenkandidat der Neuen Linken, Franz Geri soll heimlich unterstützt werden, um einen Wahlsieg“ der Nazis zu verhindern. „Zwar plant der linksextreme Geri ebenfalls die wirtschaftliche und gesellschaftliche Abspaltung Mecklenburg-Vorpommerns: Von zwei Übeln scheint der ohnmächtigen Regierung dies das Kleinere zu sein“, zumal die „neue DDR“ als Billiglohnland zur Verfügung steht. „Ein Bundesland spaltet sich als ‚kleine DDR‘ ab, und die Mauer wird wieder aufgebaut“ beschreibt „teamWorx“-Produzent Nico Hofmann seinen Film in einer Presserklärung, bei der er die Authentizität seines Films durch „Verfassungsschützer, Politiker und Wirtschaftsbosse“ belegt, die er befragt haben möchte.
In den Trailern werden Riot-Szenen und Polizeiübergriffe vom G8-Gipfel in Rostock (2007) ausgeschlachtet, um von sozialen Unruhen zu berichten: Weimar 2.0 auf Sat.1. Der Kandidat der „Linken“, Franz Geri, wird von Jürgen Heinrich (s. Foto) verkörpert, der durch die Sat.1 Serie „Wolffs Revier“ bekannt geworden ist. Doch die Heldin des Films ist die Verfassungschutz-„Agentin Linda Jehnert (Anja Kling)“, die „alles auf eine Karte setzt“. Darsteller_innen sind unter anderem Katja Riemann als Kanzlerin-Double, Marie Bäumer, Thomas Kretschmann als Nazi-Führer Maximilian Schnell und Benno Fürmann. Das solch ein Film schlecht sein muß ist einfach vorherzusehen; es bleibt nur die Frage wie schlecht dieser deutsche Propagandastreifen werden wird.
Die Gleichsetzung zwischen einer linker und rechten Organisation in Form einer filmischen Extremismus-Theorie, wie sie auch der Bundesregierung gefallen dürfte, wird in jedem Fall betrieben. Ein bischen Verschwörungstheorie, die Nazis gefallen sollte, ist anscheinend auch dabei: Schließlich unterstützt der Staat heimlich die „Linke“, um den Wahlsieg der Nazis zu verhindern. In der Realität stellen die Nazis bereits heute ähnliche Thesen auf. Anläßlich des verhinderten Nazi-Aufmarsch in Dresden, behauptete der NPD-Kader Udo Pastörs, dass „der zum Teil auch mit Geld und Sachleistungen versorgte schwerstkriminelle linke Abschaum aus der gesamten BRD herangekarrt und von der Kette gelassen“ wurde, „um die Drecksarbeit des Systems zu erledigen“.
Der Film ist den Produzent_innen acht Millionen Euro wert. Der geringste Teil dieser Summe dürfte in die Internetseite zum Film geflossen sein, auf der es unter anderem einen dilletantischen Test gibt, mit dem mensch überprüfen kann, ob mensch eher Nazis oder „Neue Linke“ wählen würde: Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und all‘ die anderen Dinge, die Nazis in einer radikalen Form vertreten, kommen dort nicht vor. Mit dem Regisseur Roland Suso Richter haben die Produzent_innen in jedem Fall einen alten Hasen für deutsche Opfermythen engagiert. Schließlich war der schon für „Dresden“ und „Der Tunnel“ verantwortlich. Das nächste deutsche Märchen aus dem Hause Sat.1 dürfte also allen Befürchtungen gerecht werden.

Eine ausführliche Kritik gibt es hier (Klick).

Zeiten ändern Dich II.

Eine 180-Grad Wendung zu vollziehen hat Jürgen Elsässer, der Ex-Antideutsche und jetzige Querfrontler und Vordenker der so genannten „Volksinitiative“, kultiviert. Ein Beispiel…

… das Beispiel findet sich im neuen Reflexion-Weblog. KLICK!

„Zeiten ändern Dich“. Eine Kritik.

Wer einfach mal die Lebenszeit mit etwas vollkommen Sinnlosen verschwenden möchte, kann sich die „Schönsten Bahnstrecken Deutschlands“, die „Sexy Sport Clips“ oder den nervigen Maler Bob Ross anschauen. Mensch kann aber auch zu „Zeiten ändern Dich“ greifen. Dem geneigten Publikum wird hier eine Geschichte, beruhend auf dem Leben des Anis Mohamed Youssef Ferchichi erzählt, der den Leser_innen dieses kleinen Blogs eventuell eher als Rapper „Bushido“ bekannt ist. Bereits die Texte des „deutschen Rappers in Deutschland“ ließen erkennen, dass dieser Gewalt gegen Frauen nicht abgeneigt ist und dass er diese Form der Gewalt mit einem Konstrukt von „Ehre“, die verteidigt werden müsse, rechtfertigt. Der Film transportiert unter anderem genau diese Botschaft und wird allen vorherigen Befürchtungen gerecht….

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„Verdammnis“. Ein Hinweis.

Seit dem vergangenen Donnerstag läuft der zweite Teil der „Millenium“-Trilogie in den deutschen Kinos. Die „Millenium“-Trilogie ist ein Roman-Zyklus des verstorbenen Autoren Stig Larsson, der Herausgeber der antifaschistischen Zeitung „Expo“ war. Die Romane drehen sich um die Erlebnisse des Michael „Kalle“ Blomquist, der als eine Art alter Ego des Romanautoren fungiert und in den Filmen von Michael Nyqvist verkörpert wird. Blomquist ist der Herausgeber einer Zeitschrift namens „Millenium“, in der Journalist_innen gegen die Machenschaften der Konzerne und andere Ungerechtigkeiten anschreiben. Im ersten Teil hatte Blomquist einen Einblick in die dunkle Vergangenheit und Gegenwart der industriellen Familie Vanger werfen dürfen. Die entscheidende Hilfe fand Blomquist in der Hackerin Lisbeth Salander, die durch eine großartige Noomi Rapace verkörpert wurde.
Bereits dieser Teil der Trilogie kam bei den Rechten von „Eigentümlich Frei“, die „eng in das publizistische Netz der deutschen Rechten eingebunden“ ist, nicht gut an: „Dieser Antifa-Porno beinhaltet alle Feindbilder der Linken in einem“ hatte der Autor übertrieben und vor dem vermeintlichen „Irsinn“ gewarnt.

Stig Larson, der am 9. November 2004 im Alter von nur 50 Jahren verstorben war, konnte den Erfolg seiner Bücher und der daraus resultierenden Filme nicht mehr erleben. Nach seinem Tod kam es zu einem heftigen Erbstreit zwischen seiner „Lebensgefährtin“, Eva Gabrielsson und Stig Larssons Vater und Bruder, zu denen dieser zu Lebzeiten kaum Kontakt gehabt hatte. Eva Gabrielsson, mit der Larsson seit 30 Jahren eine Beziehung geführt hatte, „durfte gerade das behalten, was sich in der Wohnung befand. Ihr wurde von der Familie sogar mit Rauswurf gedroht, wenn sie nicht den Laptop mit dem begonnenen Manuskript des vierten Bandes herausrücke. Sie sagte, man könne die Serie nicht fortsetzen, ebenso wenig wie man einen angefangenen Picasso zu Ende malen könne.“ Mehr Informationen zu den Erbstreitigkeiten gibt es hier.

Nun läuft der zweite Teil der Trilogie in den deutschen Kinos. Diesmal dreht sich die Geschichte vor allem um Lisbeth Salander, was dem Film überaus gut tut. Lisbeth Salander ist die handelnde Person, die von den Behörden wegen drei Morden gesucht wird und sich auf die Jagd nach den wahren Täter_innen begibt. Dabei erforscht sie dunkle Familiengeheimnisse und wird mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert. Auch der zweite Teil der „Millenium-Trilogie“ ist ein durchaus sehenswerter Film, was vor allem der grandiosen Noomi Rapace zu verdanken ist, die alle anderen Schauspieler_innen dieses Films in den Schatten stellt. Das gilt aber auch, weil es gelungen ist die Dunkelheit und Grausamkeit, denen Menschen bereits in bürgerlichen Gesellschaften ausgesetzt sein können, zu veranschaulichen und die Täter zu zeigen, die Menschen mißbrauchen, erniedrigen und zerstören. Allerdings sollte mensch den ersten Teil gesehen haben, um die Hintergründe zu verstehen. Noch besser ist es allerdings die Bücher zu lesen oder das hörenswerte Hörbuch zu erwerben, denn die Handlung wurde, wie schon im ersten Teil, auf ein film-taugliches Maß gestrafft. Herausgekommen sind zwei Stunden ernsthafte Unterhaltung, die Lust auf den dritten Teil der Film-Trilogie machen.


Ein paar Zeilen zum ersten Teil – „Verblendung“ – gibt es hier.

Der Verschwörungstheoretiker der VHS.

Die „Volkshochschule“ (VHS), in der miefigen Provinzstadt Oldenburg, betreibt eigentlich ein Programm, wie es an vielen „Volkshochschulen“ zu finden sein wird. Doch neben den Sprach-, Rechtschreib- und Trommelkursen gibt es einen weiteren Kurs, der aus dem Programm heraussticht. Der wird vom ehemaligen „Greenpeace“-Mitglied Werner Altnickel (s. Foto) geleitet. Dort dürfen sich ganze 25 Teilnehmer_innen über sogenannte „Chemtrails“ informieren. „Chemtrails stehen für ganz bestimmte Kondensstreifen von Flugzeugen…

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