Propaganda-Treffen.

Ein Propaganda-Treffen der ganz besonderen Art soll am 11. Februar 2010 in Hamburg statt finden. Der Geschäftsführer der „Orient Okzident Gesellschaft“, Bahman Berenjian, lädt am Jahrestag der „iranischen Revolution“ in Zusammenarbeit mit dem Verschwörungstheoretiker Christoph M. Hörstel zu „authentischen Meinungen und Analysen“ aus dem Iran in’s „Hotel Atlantic-Kempinski“. Neben Hörstel, der schon als „Lobbyist der Taliban” (FAZ) bezeichnet wurde, werden verschiedene Referenten erwartet, die deutlich machen welche Thesen auf der Konferenz vertreten werden.
Da wäre unter anderem der iranische Botschafter und Massenmörder Ali Reza Scheikh Attar sowie der Hamas-Propagandist Udo Steinbach. Da wäre des Weiteren Jürgen Elsässer, der protestierende Demonstrant_innen im Iran bereits als „Dis­co­mie­zen“, „Te­he­ra­ner Dro­gen­jun­kies“ und als „Strich­jun­gen des Fi­nanz­ka­pi­tals“ bezeichnete und bevorzugt Aufmärsche gegen Israel organisiert oder auf den Treffen des rechten verschwörungstheoretischen Spektrums auftritt. Da wäre aber auch Thomas Steinberg, der eine Internetseite betreibt, auf der die Hetze gegen Israel und seine Verteidiger_innen zum Programm erhoben wird. „Die För­de­rer“ des An­ti­se­mi­tis­mus „sind be­kannt“ ora­kel­te Stein­berg in einem Text von 2008, der auch auf ein­schlä­gi­gen Na­zi-​Sei­ten ver­brei­tet wird: „Sie sit­zen im Zen­tral­rat der Juden, auf der Achse des Guten und sogar in der Par­tei Die Linke. Sie geben vor, den Ju­den­haß zu be­kämp­fen, und schü­ren ihn“. Stein­berg be­dien­te an die­ser Stel­le ein altes an­ti­se­mi­ti­sches Kli­schee, bei dem Jü­din­nen und Juden oder deren an­geb­li­che Un­ter­stüt­zer_in­nen für den Hass, den An­ti­se­mit_in­nen ihnen ge­gen­über emp­fin­den, ver­ant­wort­lich ge­macht wer­den.
Auf dieser Konferenz wird also die Creme de la Creme der Apologeten des iranischen Regimes auftreten, um ihre Propaganda zu betreiben. Im „legendären Luxushotel an der Außenalster“ wollen sich die Propagandist_innen des iranischen Regimes versammeln. Es ist absehbar, um was es bei diesem Treffen gehen wird: Neben der Verteidigung des iranischen Regimes geht es unter anderem um antisemitische Hetze, vor einer „hochwertigen Kulisse“. Das „Hotel Atlantic-Kempinski“ spricht in jedem Fall davon, Veranstaltungen zu ermöglichen, die „bald so legendär“ sein würden, „wie das Hotel Atlantic selbst“. Es bleibt zu hoffen, dass es sich Menschen nicht nehmen lassen werden, gegen diese Propaganda-Veranstaltung vor „hochwertiger Kulisse“ zu protestieren.

Update (11.01): Durch den Öffentlichen Druck sah sich das Hotel „Atlantic“ gezwungen die Veranstaltung in ihren Räumlichkeiten abzusagen. Die „Iran-Konferenz“ der Propagandisten der Islamischen Republik Iran wird nun auf das Veranstaltungsschiff „Mississippi Queen“, das am Johannisbollwerk ankert, verlegt. Ab 17:00 Uhr sind dort Proteste angekündigt!

Solidarität mit den revoltierenden Menschen am 22. Bahman!

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5 Antworten auf „Propaganda-Treffen.“


  1. 1 Basisbanalität 10. Februar 2010 um 0:40 Uhr

    Kann man nur hoffen, dass die Veranstalter keinen Ausweichort finden um das antisemitische Spektakel nachzuholen.

  2. 2 Administrator 10. Februar 2010 um 8:56 Uhr

    Auf der Suche nach einem Ausweichort sind die Veranstalter_innen bereits: Es wurde ihnen bereits die B5 vorgeschlagen…

    „Die Veranstalter werden noch im Laufe der nächsten Stunden einen anderen Veranstaltungsort finden und bekannt geben. Die Veranstaltung, für die sich mehr Gäste angemeldet hatten als zunächst Plätze eingeplant waren, findet auf jeden Fall statt.“(PM Hörstels)

  3. 3 Holger Rösler 10. Februar 2010 um 12:42 Uhr

    Ich hab mich schon drauf vorbereitet. Ich freue mich auf das Treffen, das gibt ne Überraschung.

  4. 4 Administrator 10. Februar 2010 um 14:44 Uhr

    @ Holger:

    Wie ist das gemeint?

  1. 1 Im Kopf Lokalisation Trackback am 07. Februar 2010 um 13:22 Uhr

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