„Die rote Flut“.

Ein typisches Beispiel für filmische Propaganda ist der Spielfilm „Die rote Flut“ (1984), in dem sowjetische Truppen, mit Hilfe der Cubas und Nicaraguas, eine Invasion in den USA durchführen. Der Stoff wirkt, dank der Implusion der Sowjetunion, die mit dem Kommunismus nicht viel zu tun hatte, hoffnungslos antiquert; „Die rote Flut“ ist ein typischer Propagandafilm aus kalten Kriegszeiten, in dem die Invasor_innen als brutale Besatzer_innen gezeigt werden, die ein regides Regime errichten…

… den kompletten Artikel gibt es im neuen Reflexion-Blog: KLICK!

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20 Antworten auf „„Die rote Flut“.“


  1. 1 henteaser 08. März 2010 um 12:02 Uhr

    „Dabei greift der Film auf die gän­gi­gen Vor­ur­tei­le über an­geb­li­che Kom­mu­nis­t_in­nen zu­rück, die als Bar­bar_in­nen ge­zeigt wer­den: Schließ­lich muss im Film auch das ört­li­che McDo­nalds der So­wjet-​In­va­si­on wei­chen.“

    Deshalb könnte ein Remake genausogut in einem Land spielen, dessen junge Einwohner sich gegen den grassierenden Globalisierungs-Kapitalismus wehren: Gegen Subways, McDonald’s und Supermärkte, die Tante Emma und Eckkneipen verdrängen; gegen die Versklavung durch Geldwirtschaft und Dudelfunk usw.

    Überhaupt: Die Jugendlichen reagieren nicht auf ‚den Kommunismus‘, sondern auf die Gewalt, die ihnen und ihren Lieben angetan wird – die Hintergrundstory ist austauschbar, die Invasion könnte auch vom Mars kommen.

    Und aus diesem Grund taugt „Red Dawn“ nicht wirklich zur Anti-Kommunisten-Hasspredigt. Denn sicherlich würden auch wir zur Waffe greifen (wollen), sobald Unmenschen auf Freiheit und Werten herumtrampeln.

  2. 2 Entdinglichung 08. März 2010 um 16:29 Uhr

    ansonsten ist das ganze ein einfach schlecht gemachter, hölzern wirkender Film, der (glücklicherweise) nicht wirklich in der Lage war, seine Botschaft zu transportieren, kann mich entsinnen, dass mensch sich das Teil vor 15-20 Jahren aus der Videothek vor allem auf Grund des Trashfaktors ausgeliehen hat … und m.W. war der Film ausserhalb der USA kommerziell ein ziemlicher Flopp

  3. 3 Administrator 11. März 2010 um 0:00 Uhr

    „Deshalb könnte ein Remake genausogut in einem Land spielen, dessen junge Einwohner sich gegen den grassierenden Globalisierungs-Kapitalismus wehren“

    Das wäre schon ein anderer Film, mit einer völlig neuen Story, die nichts mit dem Original zu tun hätte. Hier wird sich gegen „Besatzer“_innen gewehrt, die mit roter Fahne marschieren und alle Amerikaner_innen zu guten, orthodoxen Sowjetbürger_innen machen wollen. Im Remake, dass doch für 2010 geplant ist, wurde die UdSSR doch auch durch China und nicht durch Marsianer_innen ersetzt. „Red Dawn“ (2010) wird die Neuverfilmung eines antikommunistischen Motivs sein, in dem die Bürger_innen der Sowjetunion als bzw. Chinas als Barbar_innen gezeichnet werden, die über andere Länder herfallen und ihre Bewohner_innen drangsalieren. Das patriotische Kleinbürgertum aller Länder konnte in tatsächlichen oder vermeintlichen Kommunist_innen immer nur Barbar_innen erkennen, die die gute alte Ordnung aufheben wollen: An solche Stimmungen appelliert „Red Dawn „(1984) ganz unverholen.

    „die Invasion könnte auch vom Mars kommen.“

    Und genau deswegen kann die „Invasion nicht vom Mars“ kommen. Hier geht es um ein politisches Statement, gegen die Sowjetunion, die Mitte der 80′er Jahre bestimmt kein Interesse an einer Invasion der USA hatte. Mit Marsianer_innen hätte mensch zwar gut die Angst vor den Fremden umsetzen können, aber eben keinen so offensichtlich antikommunistischen Film geschaffen, bei der die Besatzer_innen mit roten Fahnen, Freundschafsgesellschaften und Enteignungen operieren. Sprich mit dem, was sich Anna und Otto-Normal-Kleinbürger halt als „Kommunismus“ vorstellen…

    „Denn sicherlich würden auch wir zur Waffe greifen“

    Ich würde jede (!) Invasion auf deutschem Boden begrüßen und biete mich nur zu gerne als Kollaborateur an, um den deutschen Staat ein für alle Mal zu zerschlagen: Polen muss bis Frankreich reichen!

  4. 4 Administrator 11. März 2010 um 0:14 Uhr

    @ Endinglichung:

    „ansonsten ist das ganze ein einfach schlecht gemachter, hölzern wirkender Film“

    Find ich auch. Total Langweilig und handwerklich schlecht gemacht. Glaube aber trotzdem, dass soetwas seine Fans finden kobnte und ich glaube auch, dass das Remake durchaus erfolgreich sein kann, weil der patriotische Guerilla-Kampf gegen „Rot“-China, doch durchaus Fans finden könnte.

    „kann mich entsinnen, dass mensch sich das Teil vor 15-20 Jahren aus der Videothek vor allem auf Grund des Trashfaktors ausgeliehen hat „

    Ich hab mir den Mal im Fernsehen angetan. Reichte aber vor ein paar Jahren durchaus noch für ein paar amüsante Stunden, weil hier einfach alle Vorurteile über die real-existierende Sowjetunion in einem Film gegoßen wurden. Andere Menschen werden das Bestätigung ihrer Vorurteile empfunden haben. „Red Dawn“ ist nunmal, wie die „Missing in Action“ Reihe und ähnliche Filme und Serien aus dieser Zeit ein Film für den Mob.

  5. 5 henteaser 11. März 2010 um 2:13 Uhr

    „Ich würde jede (!) Invasion auf deutschem Boden begrüßen“

    Wenn ich mich recht erinnere, ist die erste Amtshandlung der ‚Kommunisten‘, einem Lehrer ins Gesicht zu schießen; ganz schlechte PR. Solche Befreier würde ich nun wirklich nicht unterstützen wollen.

    Man könnte natürlich voll in die Metaebene einsteigen und den Todesschuss mit der antiimperialistischen Propaganda schönreden, die den Schützen im Lehrer nur noch das indoktrinierende Amischwein sehen ließ.

    (Später im Film wird im annektierten Kino übrigens der Eisenstein-Klassiker „Alexander Nevsky“ gezeigt.)

    „Das wäre schon ein anderer Film, mit einer völlig neuen Story, die nichts mit dem Original zu tun hätte. Hier wird sich gegen „Besatzer“_innen gewehrt, die mit roter Fahne marschieren und alle Amerikaner_innen zu guten, orthodoxen Sowjetbürger_innen machen wollen.“

    Sage ich doch: Sie bedrohen den Way of Life und die jungen Kleinstädter wehren sich dagegen.

    „Im Remake, dass doch für 2010 geplant ist, wurde die UdSSR doch auch durch China und nicht durch Marsianer_innen ersetzt.“

    Was ein Beweis für die Austauschbarkeit des fiktionalen Feindes ist. Invasoren werden zurückgeschlagen, piepegal, welche Flagge auf ihre Fahrzeugen gemalt ist. Das können Außerirdische sein wie in „Independence Day“, Zombies, oder Perser wie in „300″.

    Es ist eine klassische Erzählstruktur: Wenige kämpfen gegen eine todbringende Übermacht. Alles andere ist Zuckerguss.

    (Zumindest überwiegt diese Austauschbarkeit bei mir, der eher an den Charakterzeichnung der Resistance ähm Wolverines interessiert ist. Andere Menschen werden durchaus die undifferenzierte Antikommie-Propaganda bejubeln oder beklagen; je nach Lagerdenke.)

    „Mit Marsianer_innen hätte mensch zwar gut die Angst vor den Fremden umsetzen können, aber eben keinen so offensichtlich antikommunistischen Film geschaffen[…]“

    Sg das nicht. Invasoren vom Roten Planeten waren bereits in vielen Scififilmen und -geschichten Platzhalter für die kommunistische Bedrohung des – bereits erwähnten – kapitalistischen american way of life. Wobei es auch vorkam, dass diese Aussage hineininterpretiert wurde:

    „People began to read meanings into pictures that were never intended. The Invasion of the Body Snatchers is an example of that. I remember reading a magazine article arguing that the picture was intended as an allegory about the communist infiltration of America. From personal knowledge, neither Walter Wanger nor Don Siegel, who directed it, nor Dan Mainwaring, who wrote the script nor the original author Jack Finney, nor myself saw it as anything other than a thriller, pure and simple.“

    http://en.wikipedia.org/wiki/Invasion_of_the_Body_Snatchers#Themes

  6. 6 henteaser 11. März 2010 um 2:23 Uhr

    „aber eben keinen so offensichtlich antikommunistischen Film geschaffen, bei der die Besatzer_innen mit roten Fahnen, Freundschafsgesellschaften und Enteignungen operieren. Sprich mit dem, was sich Anna und Otto-Normal-Kleinbürger halt als „Kommunismus“ vorstellen…“

    Mögliches Remake, 180° gedreht:

    „aber eben keinen so offensichtlich antikapitalistischen Film geschaffen, bei der die Besatzer_innen mit Mickymaus, fast food und kleinstadtökonomiezersetzenden Walmarts operieren. Sprich mit dem, was sich Anna und Otto-Normal-Kleinbürger halt als „Globalisierung“ vorstellen…“

    Noch einmal: Ich will nicht bestreiten, dass die antikommunistischen Elemente vorhanden sind. Aber „Die Rote Flut“ ist ein Zeitzeugnis und noch dazu eine (laut ausgesprochene) Einzelmeinung. Damals haben, das erzählt der Soldat den Wolverines am Lagerfeuer, die Sowjets übrigens halb China mit Atomschlägen entvölkert.

    Im Remake bräuchte die Gelbe Gefahr noch nichtmal mehr eine Invasion zu starten. Sie müsste einfach nur aufhören, für die ‚westliche Welt‘ Güter zu produzieren und Rohmetalle zu fördern.

  7. 7 Administrator 11. März 2010 um 12:44 Uhr

    „Wenn ich mich recht erinnere, ist die erste Amtshandlung der ‚Kommunisten‘, einem Lehrer ins Gesicht zu schießen; ganz schlechte PR. Solche Befreier würde ich nun wirklich nicht unterstützen wollen.“

    Das ist ein Film und nicht die Realität.
    Wenn solche „Befreier“ über Deutschland herfallen, um diesen Staat zu zerschlagen, würde ich sie mit Tränen in den Augen begüssen. Tränen der Freude versteht sich. Ich glaube allerdings, dass das ein vollkommen ireales Szenario ist, weil weder Polen noch Frankfreich über die BRD herfallen werden.


    „Sie bedrohen den Way of Life und die jungen Kleinstädter wehren sich dagegen.“

    Da stimme ich zu. Allerdings bedroht halt nicht irgendwer, sondern der „Kommunismus“ diesen Way of Life.


    „Invasoren werden zurückgeschlagen, piepegal, welche Flagge auf ihre Fahrzeugen gemalt ist.“

    Warum ist dann nur niemand auf die Idee gekommen die deutsche Flagge im Remake zu verwenden? Ich denke, dass das eben ideologische Ursachen hat und weil China irgendwie immer als „sozialistischer Versuch“ wahrgenommen wird, war es halt naheliegend, diesen Gegner herauszupicken (und keine Marsianer_innen). Alternativ hätten sich auch Hugo Chavez, Evo Morales oder mal wieder die Cubaner_innen angeboten. Um die Thematik des Originals zu reproduzieren ist es nun mal notwendig einen realen Staat zu nehmen (und keine abstrakte Bedrohung über Außerirdische).

    „Es ist eine klassische Erzählstruktur (…). Alles andere ist Zuckerguss“.

    Definitiv die klassische Erzählstruktur der guten Underdogs, die sich gegen eine böse, feindliche Übermacht zusammenschließen. Der „Zuckerguss“ sollte aber nicht ignoriert werden.

    „Invasoren vom Roten Planeten waren bereits in vielen Scififilmen und -geschichten Platzhalter für die kommunistische Bedrohung“

    Aber eben nur ein Platzhalter. Solche Science-Fiction Filme sind doch viel subtiler und benutzen nicht solche Holz-Hammer-Methoden: Außerdem sind diese Filme interpretierbar. Das muss keine „kommunistische“ Bedrohung sein, sondern kann auch ersteinmal ganz allgemein das „Fremde“ sein, dass die gute alte Ordnung bedroht.

  8. 8 Administrator 11. März 2010 um 12:51 Uhr


    „Mögliches Remake, 180° gedreht:“

    Das was über das faktische Remake bekannt ist, sieht aber vollkommen anders aus:

    Das heißt ja nun aber nicht, dass es einen Film, wie du in beschreibst nicht auch geben könnte. Nur wird er dann nicht als „Red Dawn“ Remake gedreht werden.

  9. 9 henteaser 11. März 2010 um 13:59 Uhr

    „Das ist ein Film und nicht die Realität.“
    Das kommt auf die Vor- bzw. Ausbildung der einmarschierenden Truppen an. Die ‚Kommunisten‘ wären vermutlich besser angenommen worden, hätten sie nach ihrer Fallschirmlandung Kaugummis und Ghettoblaster verschenkt.

    Das faktische Remake wirkt allein schon von der Idee her reichlich tongue-in-cheek. Wer das ernstnimmt ist selbst schuld.

    Und überhaupt: Was für hässliche „Smash Imperialism“-Poster sind das denn? Der künstlerische Anspruch der Agitprop-Abteilung hat wohl stark nachgelassen seit China der Kapitalismus herrscht.

    Zum Vergleich: http://calitreview.com/875

    „Wenn solche „Befreier“ über Deutschland herfallen, um diesen Staat zu zerschlagen, würde ich sie mit [Freudentränen] in den Augen begrüßen.“

    Ähm… Wie bitte? Du befürwortest die ‚Befreiung‘ eines ‚Volkes‘, das seine Fesseln nicht spürt, mit der Holzhammermethode?

    Und klar ist das Szenario weit hergeholt, aber du würdest wirklich die polnische oder französische Regierung der deutschen vorziehen, obwohl dann die gleiche Scheiße halt aus ’nem anderen Hintern kullern würde?

    Weil: Die einen kriminalisieren Homosexualität und sind teilweise agressiv katholisch, und die anderen haben damals Kolonien verloren, schieben jetzt noch die Nachkommen der dortigen Quasi-Sklaven in pariser Stadtrandghettos ab, und schützen ihren Staat via FRONTEX vor neuen Flüchtlingen aus kaputtkolonisierten Länder.

    Eigentlich könntest du übrigens genausogut erhoffen, dass sich Dänemark nach unten oder Liechtenstein nach oben Volksraum dazuverdient. Hauptsache, der erbsündige Teutsche wird weggeschluckt.

  10. 10 Administrator 16. März 2010 um 13:01 Uhr

    „Die ‚Kommunisten‘ wären vermutlich besser angenommen worden, hätten sie nach ihrer Fallschirmlandung Kaugummis und Ghettoblaster verschenkt…“

    … und zusätzlich LSD ins Trinkwasser. Das hätte mir viel besser gefallen.

    „Ähm… Wie bitte? Du befürwortest die ‚Befreiung‘ eines ‚Volkes‘, das seine Fesseln nicht spürt, mit der Holzhammermethode?“

    Ich glaube kaum, dass die „Deutschen“ die Zerschlagung Deutschlands begrüssen würden. Diesem nationalistischem Mob würde sein Identifikationsobjekt genommen werden und das finden die bestimmt nicht fein.
    Nach 1945 hat der deutsche Staat sein Existenzrecht ein für alle mal verwirkt; nur leider wurde das anders gesehen und die Bundesrepublik entstand. Immerhin gab es so etwas wie die vorläufige Teilung Deutschlands und einen „Schutzwall“ der diese zementierte: Das ist im Übrigen die einzige Leistung, die ich diesem Staat hoch anrechne. Dieser Zustand hat zur Stabilität beigetragen. Seit der „Wiedervereinigung“ hat sich Deutschland zur neuen, ungeahnten Größe aufgeschwungen und das ist eine gefährliche Entwicklung, die nicht abgeschlossen ist. Der Feind ist das eigene Land und diese Schlussfolgerung reicht mir vollkommen aus, um jedwede Zerschlagung dieses Landes zu begrüßen.
    Nun halte ich allerdings eine Entwicklung, die zu kriegerischen Auseinandersetzungen beispielsweise zwischen Polen und Deutschland führen würde, für vollkommen irreal. Das ist doch lediglich ein belangloses Sandkastenspiel, vollkommen ab von praktischer, emanzipatorischer Politik, die sich die Auflösung Deutschlands auf ihre Fahnen geschrieben hat.

    FRONTEX

    Auch Deutschland ist an dieser Institution beteiligt. In Deutschland gibt es rassistische Sondergesetze für Migrant_innen, die ausgegrenzt werden. Zur „Festung Europa“ zählt auch Deutschland, das – im Gegensatz zu Frankreich – bis in dieses Jahrtausend an einem „Blut und Boden“ Geburtsrecht festhielt, dass bis heute anhält. Deutschland ist eine treibende Kraft bei er Etablierung der Strukturen gewesen, die dazu geführt haben, dass Migrant_innen an den Grenzen der EU sterben. Da nehmen sich die Staaten nicht viel: Allerdings halte ich die deutsche Staatlichkeit, mit ihren Sonderwegen und ihrer spezifischen Ideologie, die sich über alle anderen Staaten erhaben fühlt, für weitaus gefährlicher.

    „Eigentlich könntest du übrigens genausogut erhoffen, dass sich Dänemark nach unten oder Liechtenstein nach oben Volksraum dazuverdient.“

    Oder die Niederlande. Oder Italien. Wie gesagt: Sandkastenspiele.

  11. 11 henteaser 17. März 2010 um 20:56 Uhr

    „Blut und Boden“-Geburtsrecht, Migrationspolitik usw. – Volle Zustimmung, das ist ein mieses Erbe.

    Mir stieß halt auf, dass du einzig über Deutschland abhasstest und nicht gegen jede Form von Grenzverlauf, der ja dann noch immer willkürlich und aus-grenzend ist, nichts am ‚System‘ ändert und weitere Probleme – z.B. durch Extremisten Marke ETA – vorprogrammiert.

    („Der Feind ist das eigene Land und diese Schlussfolgerung reicht mir vollkommen aus, um jedwede Zerschlagung dieses Landes zu begrüßen.“)

    Ich verstehe den Gedanken. Aber das letzte, was ich will, sind doitsche Wolverines, die Terroranschläge begehen und sich im Recht glauben.

    „Wie gesagt: Sandkastenspiele.“ – Da ließen sich tatsächlich viel Sendezeit mit Stories über alternative Zeitlinien füllen. Schade, dass sich die deutschen TV-Sender nicht zu schade sind, ausgerechnet abseitigsten Variationen zu co-/produzieren.

  12. 12 Administrator 18. März 2010 um 15:46 Uhr

    „Mir stieß halt auf, dass du einzig über Deutschland abhasstest“

    Das hat ja nun auch seine Gründe: Es ist schlicht und einfach Blödsinnung, der deutschen Ideologie, die auf die Schienen nach Auschwitz führt, mit dem Argument zu begegnen, dass es ja anderswo genauso schlimm sei. Damit begeht mensch einen entscheidenden Fehler, der weg von einer Kritik der deutschen Zustände führt und hin zu einer Politik, bei der die deutschen Zustände, durch den Fingerzeig auf andere Staaten entlastet werden.

    „Aber das letzte, was ich will, sind doitsche Wolverines“

    Nazis, die sich in der Tradition der „Wehrwolf“-Einheiten wähnen, gibt es doch schon heute, in den Zonen in der Bundesrepublik, in denen diese teilweise Hegemonie erreicht haben und in denen diese sanktionsfähig sind. Oder in den Nazibanden, wie der um Martin Wiese, die sich mit Bomben bemerkbar machen wollten, um möglichst viele Jüdinnen und Juden zu ermorden. Natürlich will ich auch keine Nazis, weder als „NPD“ noch in irgendeiner anderen Form. Gerade deswegen wäre doch die emanzipatorische Überwindung der deutschen Verhältnisse das geeignete Mittel, um denen die ideologische Grundlage zu entziehen.

  13. 13 henteaser 18. März 2010 um 22:06 Uhr

    „die emanzipatorische Überwindung der deutschen Verhältnisse“

    Ich bin gespannt, wie das vonstatten gehen soll. Vor allem, weil es kein anderer Staat besser konnte oder kann.

    Ich will ja nichts beschönigen oder herausreden mit dem Hinweis darauf, „dass es ja anderswo genauso schlimm sei“, sondern das Bild vervollständigen.

    Ausnahmslos jeder Nationalstaat hat eine widerliche Geschichte und basiert auf unreflektiertem Nationalstolz. Nur Germany zu smashen bringt’s nicht.

    „They Were ALL Fascists. At a military level, let’s face a nasty fact: WW II was Stalin vs. Hitler. The rest was window dressing. Stalin won because--because what, he was a nicer guy? Nope, he won because his brand of fascism was actually way more ruthless and bloody and effective than Hitler’s smalltime snobbery, and because Stalin had the whole US industrial machine backing him. There’s no moral lesson in that that I can see. […]Churchill’s one and only reason for fighting Hitler was that he didn‘t want Germany challenging England for world domination. In 1936, Churchill told a British general, „Germany is getting too strong; we must smash her.“ That was his only objection to the Nazis. No way he could have minded their brutality, because Churchill was always in favor of violence against anybody who opposed British interests. Long before the war, he supported using concentration camps for the Boer women and kids, strafing Indian villages--and here’s his enlightened democratic quote on how to deal with the Iraqi Kurds, everybody’s favorite persecuted minority, from a 1919 memo: „I am strongly in favour of using poisoned [sic] gas against uncivilized tribes.“

    hxxp://www.exile.ru/articles/detail.php?ARTICLE_ID=8414&IBLOCK_ID=35&phrase_id=27205

  14. 14 henteaser 18. März 2010 um 22:19 Uhr

    Und noch weiter:

    Der Link reicht doch. Bitte. Admin.

    Entschuldige das viele eingefügte Kopierte, aber dieser Artikel war für mich damals ein Augenöffner. Die Emanzipation von Nationalstolz (Stolz worauf?) oder krankhafter Liebe zur Heimat ist meines Erachtens weitaus wichtiger als ein endloses Konzentrationslager-Namedropping.

    Wobei das dazugehört, schon klar. Aber halt ebenfalls dazu führt, dass nun wieder (rein vom Bodycount) andere Nationen besser dastehen oder sich damit rausreden können, nur ‚gute‘ Gegengewalt eingesetzt zu haben; ob nun in Dresden, Hiroshima oder Afghanistan.

  15. 15 Administrator 18. März 2010 um 23:12 Uhr

    Ich hab jetzt keine Lust mehr. Der Artikel ist mir zu doof. Stalin und Churchill als Faschisten zu bezeichnen reicht mir schon aus, um genervt mit dem Lesen aufzuhören.

  16. 16 Administrator 18. März 2010 um 23:14 Uhr

    Was war an Dresden denn jetzt so schlimm? Ein Kriegsverbrechen war es in keinem Fall, sondern notwendiger Teil des militärischen Vorgehens der Allierten, um den Nationalsozialismus militärisch zu zerschlagen.

  17. 17 henteaser 19. März 2010 um 0:09 Uhr

    Kommentar gelöscht. Deine Behauptung, dass Dresden dann doch irgendwie ein Kriegsverbrechen gewesen sei, wird anderswo bestimmt gut ankommen.

  18. 18 Administrator 19. März 2010 um 0:16 Uhr

    So mal echt nicht „hentaiser“, auch wenn ich dich gefragt habe.

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