Vor etwas mehr als einem Jahr ereiferte sich der Linkspartei Politiker Diether Dehm (MdB, s. Foto) über linksradikale Demonstrant_innen, die den Populisten Oscar Lafontaine auf einer Krisendemonstration auspfiffen. Diese Demonstrant_innen hatten Lafontaine unter anderem mit dem Hinweis kritisiert, dass „eine linke Bewegung möglichst breit und meinetwegen auch bunt sein“ müsse. Doch „die erste Voraussetzung“ sei, „dass sie wenigstens links ist“, was auf den damaligen Parteivorsitzenden der Partei „Die Linke“ schlicht nicht zutreffen würde. Der damalige Landesvorsitzende der Partei „Die Linke“ in Niedersachsen, Diether Dehm, verstieg sich danach in eine wilde Verschwörungstheorie…
Am heutigen Abend läuft das epische Finale der großartigen Serie „Lost“ in den Vereinigen Staaten im Fernsehen. Würde ich in den USA wohnen, würde ich natürlich einfach den Fernsehsender „ABC“ einschalten und zur besten Sendezeit sowohl das Finale als auch ein „Jimmy-Kimmel Special“ sehen können, in dem Schauspieler_innen und Produzenten zu Gast sind, sowie einige alternative Enden gezeigt werden, die zur Sicherheit aufgezeichnet wurden. Da ein auf die schnelle Auswandern nicht möglich ist, bleiben mir und den anderen Lost-Nerds nur einige andere Möglichkeiten, um in den Genuss dieses Endes zu gelangen. An dieser Stelle gibt es allerdings ersteinmal einen ironischen Blick auf das Ende aller Enden…
Einen sehenswerten Einblick in die Welt von US-Nazis liefert die Dokumentation „Louis and the Nazis“, in der der britische Journalist Louis Theroux auf einige Nazis trifft, die voll und ganz in einer völkischen Rassenlehre leben, die bereits den Kindern vermittelt wird. Louis Theroux, der viele weitere unterhaltsame Dokumentationen geschaffen hat, trifft unter anderem auf Tom Metzger, den Gründer des „White Aryan Resistance“ (WAR), der sich selbst als Rassisten bezeichnet. Theoroux trifft aber auch auf das Duo „Prussian Blue“. Die Zwillinge Lynx Vaughan Gaede und Lamb Lennon Gaede, während der Dokumentation im Alter von 11 und 12 Jahren, werden durch die Mutter mit der Ideologie des Nationalsozialismus indoktriniert. Die sehenswerte Dokumentation kann an dieser Stelle – in sechs Teilen – angeschaut werden…
Mensch möchte wahrlich kein Kind des ehemaligen Anti-DeutschenJürgen Elsässer sein, der in den letzten Jahren immer weiter nach rechts gewandert ist, so dass er heute für eine völkische Politik steht, die er in seinem Blog, auf Aufmärschen gegen Israel oder auf Verschwörungs-Treffen propagiert. Die aktuelle Kontroverse um den schlagenden Bischof Walter Mixa, der wohl mehr als einmal seine Schutzbefohlenen geschlagen hat, war für Elsässer der Anlaß, sich in seinem Blog zu Wort zu melden: „Was keiner mehr hören will: Ein paar Watschn waren vor 20, 30 Jahren in der Erziehung normal. Ich hab auch vom Lehrer welche bekommen“ erzählt Elsässer. Außerdem behauptet er, dass ihm diese „Watchn“, also die Schläge durch Erzieher_innen, „nicht geschadet” hätten. Schläge ins Gesicht „sind keine Form von Körperverletzung“, behauptet Elsässer abschließend.
Wenn mensch Elsässers (s. Foto) Positionen ernst nehmen würde, dann ist das mit den Kindern, die prügelnden Pädagog_innen ausgesetzt waren, gar nicht so schlimm. Schließlich war das „normal“. So „normal“ , wie einige Jahre zuvor der „deutsche Gruß“. Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass Elsässer irgendwann einmal auch von diesem behaupten könnte, dass er ja „normal“ gewesen wäre. Auf diese Art und Weise läßt sich nämlich alles relativieren. Mit der abschliesssenden Behauptung, mensch könne Kinder schlagen, ohne eine „Körperverletzung“ zu begehen, dürften Elsässers Jünger_innen beruhigt sein. Vielleicht bloggt in zwanzig Jahren ein geschädigtes Kind über die Erfahrungen, die es machen musste, weil solche Positionen in Deutschland durchaus „normal“ sind.
Der ehemalige Waldorflehrer Andreas Molau, der zuvor unter anderem für die „Junge Freiheit“ und die „NPD“ arbeitete, hat sich auf eine weitere politische Wanderschaft begeben. Noch zu Zeiten seiner Mitgliedschaft in der „Nationaldemokratischen Partei Deutschland“ (NPD), die er nach einer Art innerparteilichem Nazi-Machtkampf verlassen musste, war er in die „Deutsche Volksunion“ (DVU) eingetreten, die Gerhard Frey gerade seinem Nachfolger Matthias Faust vermacht hatte. Die „Deutsche Volksunion“ (DVU) hat Molau nun in Richtung der rechtspopulistischen „Bürgerbewegung Pro NRW“ verlassen. Nun begreift sich Waldorf-Nazi, der 2006 - gemeinsam mit Nazis und Holocaust-Leugnern aus aller Welt – am antisemitischen „Holocaust Karikaturen Wettbewerb“teilnahm, als „Rechtsdemokrat“.
Familienausflug. Andreas Molau mit Kindern auf einem Naziaufmarsch.
Tatkräftig hatte Andreas Molau zuvor am Umbau der „Deutschen Volksunion“ (DVU) mitgearbeitet, die er und andere unter dem Label „Neue Rechte“ vermarkteten. Unter dem neuen Parteivorsitzenden Matthias Faust, der zuvor unter anderem bei den „Republikanern“ und der „NPD“ in Hamburg aktiv war, fungierte der überzeugte Waldorf-Nazi Molau als „Pressesprecher“. Seine großen Auftritte hatte Molau vor allem zu Zeiten des Europawahlkampfs, wo er mit vollem Körpereinsatz dabei war, seiner neuen Nazi-Partei ein moderneres Image zu verleiten, inklusive Internetauftritt, Youtube-Videos und Vido-Chat. Bei den Wahlkampfkundgebungen der „DVU“, die zumeist von zwanzig bis dreissig Alt- und Jungnazis besucht wurden, war es die Aufgabe des „Pressesprechers“, mit der Videokamera die Kleinst-Kundgebung der Partei zu filmen und ins Netz zu stellen. Trotz dieses Engagements war das Ergebnis der Europawahlen mit 0,4 % ein Desaster für die Nazi-Partei. Die Konkurenz von der „NPD“ machten sich diesen Umstand zunutze, um die Wahlabsprachen, die pathetisch als „Deutschlandpakt“ verklärt wurden, aufzukündigen.
Die „DVU“ war kurz darauf mehr oder weniger am Ende. Selbst der Internet-Video-Chat für neugierige Wähler_innen, bei dem die Nazis – fast - unter sich blieben hatte keine Wähler_innenstimmen gebracht. Im Video-Chat zeigte Andreas Molau sein Weltbild auf, der sich wie ein roter Faden durch seine Biographie zieht. Hass auf die bürgerliche Gesellschaft, Rassismus, Antisemitismus part sich mit Esoterik aus dem Arsenal der Anthroposophie, die in diesem Falle eine theoretische Ergänzung zur nationalsozialistischen Ideologie darstellt.
Nach seinem Übertritt zu „Pro NRW“, der während der Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen offiziell gemacht wurde, bleibt Molau zumindest der weitere Streit mit den ehemaligen Finanziers der „DVU“ erspart. So möchte der Nazi Christian Worch noch immer Geld von der „DVU“, deren Tage nun fast gezählt zu sein scheinen. Der gelernte Anwaltsgehilfe, Science-Fiction-Fan, Nazi- und Gewaltfetischist Worch, der davon träumt seine Gegner_innen zu ermorden, hatte der „DVU“ Geld geliehen, das er nun zurück haben will.
Molau geht das nichts mehr an. Zusammen mit seinem politischen Kompagnon Patrik Brinkmann, der ebenfalls zu „Pro NRW“wechselte und dieser rassistischen Gruppierung mit einer Finanzspritze und einer Wahlkampftour unter die Arme griff, war Molau ein Teilnehmer an verschiedenen Wahlkampf-Veranstaltungen der rassistischen Populisten. Bereits damals spekulierten die Nazis in ihren Foren über einen Übertritt, der nun offiziell geworden ist. Nun ist also entgültig klar, wohin die Reise dieses Nazi-Anthroposophen, mit dem die offizielle Waldorf-Bewegung nichts mehr zu tun haben will, gehen wird. (mehr…)
Dank der grandiosen Serie „Breaking Bad“, in der der krebs-kranke Highschool-Lehrer Walter White auf die verwegene Idee kommt, Chrystal-Meth zu produzieren, bin ich über dieses Lied gestolpert, das den Pilotfilm der Serie abschließt. Es ist schlicht und ergreifend wunderschön…