Deutsche Gemütlichkeit:

Wenn in Deutschland ein traditionelles „Volksfest“ begangen wird, kann das wie in den Videos aussehen, die unter anderem mit „Sieg – Heil“ – Rufen enden. Es ist ein ganz normaler Abend auf dem „Barthelmarkt“ in Manching-Oberstimm, einer kleinen Gemeinde, in direkter Nähe zur deutschen Provinzstadt Ingoldstadt gelegen. Nach dem die Volksmusikanten, die sich ganz modern „Alley Cat’s“ nennen einschlägige deutsche Partykracher zum besten gegeben haben, endet das Lied von der „Gemütlichkeit“ im kollektiven Rumgegröle. Fleißig gibt der Sänger Party-Parolen zum Besten: „Zicke Zacke! Zicke Zacke!“ brüllt der Volksmusikant. „Hoi, Hoi, Hoi“ grölt die Menge.
Gruselig genug. Es ist eine Halle, in der sich feiernde Deutsche, bei Bier und Gesang, zusammengefunden haben und wie es sie viele gibt, in diesem dunklen, kalten Deutschland. In diesem speziellen Fall wird eines der „ältesten Volksfesten in Bayern, wenn es nicht gar das älteste überhaupt“ begangen. Hier endet das gruselige Party-Parolen-Rufen wie zwischen 1933 und 1945. Ganz am Ende des folgenden Videos (0:33) gibt der Sänger der „Alley Cat’s“ den SS-Mann und intoniert ein „Sieg“. Die Menge antwortet tatsächlich mit einem lautstarken „Heil“, während einige den „Hitler-Gruß“ zeigen.

… den ganzen Text und das Video gibt es im neuen Reflexion-Weblog: KLICK!

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5 Antworten auf „Deutsche Gemütlichkeit:“


  1. 1 Cyrano 06. September 2010 um 11:42 Uhr

    Wie schön, dass dieses „Wir“, dem der Bürgermeister vorsteht, sich das Feiern nicht durch den „Vorfall“ vermiesen lassen will… Da hat man mal in gemütlicher Runde ein bisserl Sieg Heil gegrölt und die Arme gereckt, aber was bedeutet das schon? Diese völlig von außen an das Volksfestdeutsche Kollektiv herangetragenen Regungen der stolzdeutschen Seele können uns doch am Feiern nicht hindern…
    Fast könnte einem da ja der untalentierte Künstler leidtun, an dem nun sozusagen das geläuterte deutsche Überich gegen das unverkrampfte Es der Feierlaune ins Feld zieht, während die Heilschreier von vor der Bühne ihr reines Gewissen bewahren. „Wir ham doch nur mitgemacht. Achwas, noch nicht mal. Kann man denn nicht ‚heil‘ schreien, wenn einer ‚Sieg‘ schreit?“
    Scheinbar nicht… Und so bleibt „Vorfall“, oder „Einzelfall“ jede Äußerung von Nazismus, die es der Masse im Nachhinein erlaubt, einen Schuldigen zu identifizieren, die schon gut eingeübte Kollektivität auf ein neues Ziel zu richten.

  2. 2 ikl 08. September 2010 um 10:08 Uhr

    Hier sollte des weiteren der Zusammenhang beachtet werden. Reflexartig reagiert das Publikum, die trunkene Masse, auf die Rufe von der Bühne. Der Reflex sitzt tief drin, ohne Sinn und Verstand wird reagiert – in dem Fall gegrölt, gerufen, geschrien (ähnlich wie beim Fussballpublicviewing wird der Einzelne Teil der Masse, entindividualisiert & befreit sich von sich selbst). Befreiend auch das Lachen einiger Akteure am Ende des Clips: – wir haben zusammen etwas getan – wir haben uns über Etwas hinweggesetzt – es war nicht ich allein – wie sollte man mich in dieser Masse Gleichgesinnter finden…

  1. 1 » …so ein altes Traditionsfest… Nachtwächter-Blah Pingback am 05. September 2010 um 17:14 Uhr
  2. 2 Verrückte « made AGAinST germany Pingback am 19. September 2010 um 12:11 Uhr
  3. 3 no party « Generelle Pingback am 22. September 2010 um 20:48 Uhr

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