In seiner Biographie „Nichts als die Wahrheit“ erzählt Diether Bohlen ein paar Anekdoten aus seiner wilden Jugend. Auf seiner Gitarre habe er Protest-Songs geklampft. Bohlens Vater – ein Bauunternehmer aus Oldenburg – warnte den rebellischen Nachwuchs, dass dieser als Strassenmusiker am Hauptbahnhof enden könnte. Ganz so ist es allerdings nicht gekommen. Vor dem großen Reichtum und der Karriere mit „Modern Talking“ stand allerdings noch die jugendliche Rebellion an. Heute gibt Bohlen seinen sozialdemokratischen Lehrern die Schuld. Weil die ihn indoktriniert hätten, so schreibt der heute parteilose Bohlen, sei er den „Jungsozialisten“ beigetreten. Doch von seinem vorherigem Eintritt in die „Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend“ (SDAJ) und in die „Deutsche Kommunistische Partei“ (DKP) schweigt Bohlen in seiner Autobiographie. Dabei könnte es doch diese Zeit gewesen sein, die Bohlen in seinem Buch „Nichts als die Wahrheit“, das er zusammen mit Katja Kessler, Klatschkolumnistin der „Bild“–“Zeitung“, geschrieben hat, erwähnt. Es muss irgendwann in den 70ern Jahren des letzten Jahrhunderts zugetragen haben, lange Zeit vor „Modern Talking“, als Bohlen gegen seinen Vater – den „Oberkapitalisten“ – rebellierte, in dem er eine „rote Fahne, mit Hammer und Sichel“ auf dem „hässlichen Flachdach“ des heimischen Elternhauses befestigte und über Mercedes und den Kapitalismus wetterte. Was folgte war die Reaktion des Vaters, der den jungen Dieter zur „Rücksprache“ ins Badezimmer beorderte, um dem späteren Star des deutschen Boulevards solche Flausen ein für alle Mal auszutreiben. Ansonsten wäre aus Dieter Bohlen vielleicht kein gefeierter deutscher Star, sondern ein erfolgloser deutscher Arbeiterführer geworden…
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