In Bremen nutzen verschiedene Organisationen jede Gelegenheit, um gegen Israel mobil zu machen. Nach der Erstürmung der Gaza-Flottille im Jahr 2010, marschierte beispielsweise am 05.06.2010 ein breites antisemitisches Bündnis gegen den israelischen Staat. Dort waren nicht nur die Fahnen der Hamas zu sehen, sondern auch israelische Fahnen, die mit einem Hakenkreuz und der Aufschrift „Devil“ versehen waren. „Israel ist das Problem – Palästina die Lösung“, hieß es auf einem Transparent, das von Aktivisten des „Bremer Friedensforums“ getragen wurde…
… den ganzen Artikel gibt es im neuen Reflexion-Weblog zu lesen.
Ihr meint, das ist Hetze?
Klar, bei dieser einseitigen Vereinfachung „Problem – Lösung“
Ich habe aber meine Schwierigkeiten die Politik Israels so zu akzeptieren. Ständig Menschenrechtsverletzungen, Vertreibung, Soldaten erschießen Palästinenser, die nun auch unbewaffnet gegen die Mauer demonstrieren.
Also: wie kann Druck ausgeübt werden?
Eure Sprache lässt vermuten, dass Ihr der Meinung seid, auf Israel sollte unter keinen Umständen Druck ausgeübt werden, für oder gegen was auch immer. Ihr steht da auf der falschen Seite.
Möglich wären ja politische Bewegungen, die sich nicht nationalistisch aber von unten um ein Bündnis der Verlierer bemühen.
wer den israelischen Staat nach kriterien bewertet, die bei Bewertungen anderer Staaten keine Rolle spielen, sollte sich mal fragen, wie tief und fest ihre/seine Ressentiments verwurzelt sind.
Erstens bieten Staaten keinen Schutz, sondern greifen an.
Woher weißt Du, anna kia, ob die Kritiker Israels bzw. des Zionismus Maßstäbe verwenden, die sie nur auf dieses Land anwenden?
Es gibt jedenfalls eine Menge andere Leute außer den FriedensrentnerInnen Friedensforum, Antiimps etc., die z.B. in den 90er Jahren sozialisiert, gleiche Rechte und Maßstäbe für alle anwenden, sich freuten über den Zusammenbruch der DDR und die weltweite kulturelle Vermischung.
Doch der Verweis auf die Anderen, die Feunde dient allzuoft der Rechtfertigung der eigenen Position.
Nordkorea ist nie was anderes als eine Familiendynastie gewesen,
in Israel herrschen die Nationalreligiösen, die Firmen und das Militär immer weiter dominieren und darunter Männer, die eine Geschlechterapartheid durchsetzen, in öffentlichen Verkehrsmitteln und auf Konferenzen Frauen ausschließen (wollen).
Ist das nicht vergleichbar mit dem Regime im Iran?
Die Mehrheit der armen Leute sagt, „weder noch“, will Frieden und Freiheit. Reisefreiheit, Versammlungsfreiheit, und Freiheit von Polizeiterror, Schikanen und Teuerung.
Da Israel eine kapitalistische Ökonomie ist, aber zur Durchsetzung der zionistischen Ziele vor allem auf Gelder aus dem Ausland, USA, BRD, angewiesen ist, frage ich, warum sollten wir eigentlich nicht die gleichen Maßstäbe auf Israel anwenden, wie auf alle anderen Regimes oder Regionen auch.
Es wäre genial, wenn alle arabischen Diktaturen gestürzt würden, wenn die Trennmauer weg ist. wenn alles sich von unten ändern würde.
In den letzten 20 Jahren sind Juden vor allem aus Russland ausgewandert, nach ISrael eingewandert. Sie bringen einen krassen Araberhass mit, den die russische Gesellschaft aus den Tschetschenienkriegen entwickelt hat, und den die Russlandstämmigen möglicherweise übertragen und nun näher an der Front siedeln.
Sich mit solcher Art Zionismus zu identifizieren, ist schlicht rechtsradikal, denn sie sprechen ihren Feinden qua Kultur, Hautfarbe, Herkunft, die Menschenrechte ab.
Die russischen Siedler machen Jagd auf Araber, auch wenn sie noch nicht einmal Hebräisch können.
Eine schlechte Idee.
Insofern ragt der Zionismus heraus.
Irit Neidhardt hat einmal einen Band mit Beiträgen herausgegeben, mit Texten, die sich mit dem Alltag in Israel auseinandersetzen. Die jungle world wollte ihn nicht abdrucken. Also doch nicht so gerne Demokratie?
Aber es gibt sie dennoch, Leute wie Dan Bar-On, die psychologische Arbeit mit jüdischen und palästinensischen Jugendlichen machen.
Und es gibt Leute in Deutschland, die das Theater der Phrasendrescher durchschauen, dass die Realität vor Ort eine andere ist, als die Exponenten das hier propagieren.
Also ich kaufe auch keine Waren aus dem Sudan, aber meint ihr, tief verwurzelte Ressentiments sind das negativste was es gibt? Erinnert mich an Hauptwiderspruch und so was.
Wenn dann solche Ressentiments verwurzelt sind, was macht mensch dann? Das sind ja hier relevante Situationen, auf die Eure Branche keine Antwort gibt. Zurück-provozieren ist hilflos. Nazis raus wohin? Es gibt nicht nur tief verwurzelte, sondern neu entstehende Ressentiments. Sie sind durchaus eine Reaktion auf aktuelle Ereignisse. Z.B. auf den 11.09. Terroranschlag, oder die ganzen anderen islamistischen Terroranschläge. Ich hoffe, diese Ressentiments lassen nach und neue Kontakte entstehen zwischen den heutigen Kämpfenden.
machen wir mal eine Ausnahme: Freiheit für alle.
„Und es gibt Leute in Deutschland, die das Theater der Phrasendrescher durchschauen, dass die Realität vor Ort eine andere ist, als die Exponenten das hier propagieren.“
Dann wirst du sicher auch Wissen das Boykottaufrufe gegen Israel in Deutschland an einen gewissen leider gut bekannten Diskurs anknüpfen können, der sicher keine Freiheit für alle verheißt.
Sehr schön zu sehen, dass es jetzt in Israel auch wieder Aktionen zur öffentlichen sozialen Bewegungen gibt:
„Zelten für die Gerechtigkeit. Es begann mit dem Kampf gegen zu hohe Mieten.“ berichtet die taz –
http://taz.de/Protestbewegung-in-Israel/!74904/
es wird zwar eine Abgrenzung zu dem „Tahrirplatz“ formuliert, aber eine Bezugnahme auf Kibbuzim in ihrer historischen Form finde ich klasse.
Bei den Kommentataren von „Universalistisch“, „Veränderbar“ und „Gerecht“ handelt es sich um eine Person, die hiermit aufgefordert ist, doch bitte einen Nickname zu wählen…
hätte da nen vorschlag für die dreifaltigkeit: wie wäre es mit „schmock“?