Seit dem vergangenen Wochenende campen einige Menschen auf dem Alexanderplatz in Berlin. Sie wollen sich an einer Kopie der Proteste in Spanien versuchen. Während sich in Spanien mehr als 150000 Menschen an den Protesten beteiligten, blieb es am Alexanderplatz deutlich ruhiger….
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Die „Wahrheit“ über die Geschehnisse in Libyen: Das verspricht die Ortsgruppe der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) aus Greifswald in einem Artikel, den sie auf ihrer Internetseite veröffentlichte…
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Die Verschwörungsfans der anti-imperialistischen Plattform „Mein Parteibuch“ arbeiten weiterhin an ihrem Libyen-Mythos: Sie stellen die Behauptung auf, dass die libysche Hauptstadt Tripolis gar nicht von Rebellen eingenommen worden wäre. In einem weiteren Artikel tun die Verschwörungsfans alles dafür, diesen Mythos durch angebliche Beweise zu untermauern. Da werden beispielsweise Fernsehbilder aus Tripolis untersucht und die Behauptung aufgestellt, in Wirklichkeit seien diese in einem Filmstudio in Katar entstanden…
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In den Internet-„Nachrichten“ des „Kopp“-Verlags, in dem rechte, esoterische und verschwörungsideologische Machwerke erscheinen, propagiert die Anti-Feministin Eva Herman am 16.08.2011 tatsächlich eine große Forstwagenverschwörung zur angeblichen Wiedereinführung der D-Mark. Sie beruft sich auf „verschiedene Blogs“, in denen derartige Behauptungen zu finden wären…
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Wenn Xavier Naidoo auf irgendeinem x-beliebiegen Radiosender „Alles kann besser werden“ plärrt, kämen die abgeneigten Hörer_innen, die entnervt umschalten, wahrscheinlich nicht auf die Idee, dass Naidoo – neben radikaler Religiösität – auch einschlägige Verschwörungstheorien propagiert. Das betrifft beispielsweise die Deutung des 11. September 2001: In seinem Lied „Goldwaagen“, das auf dem Album „Alles kann besser werden“ erschienen ist, reproduziert Naidoo bekannte Verschwörungstheorien, vom 11. September 2001 bis zu den Anschlägen von London und Madrid: „9/11, London und Madrid, jeder weiß dass Al Qaida nur die CIA ist“, behauptet Naidoo in diesem Song. „World Trade Center Nr. 7, warum ist von dem Gebäude nichts mehr übrig geblieben“, fragt er weiter…
… ein ausführlicher Artikel über die Verschwörungsmythen des Xavier Naidoo findet sich im neuen Reflexion-Weblog.
Es „gibt es auch keine Kämpfe in Tripolis, im Gegenteil, es gibt jede Menge feiernde Menschen auf den Straßen, die sich freuen, dass die NATO-Terroristen wieder eine Niederlage kassiert haben. Es gibt keinen Aufstand in Tripolis. Es gibt keine Gefechte in Tripolis. Die NATO-Terroristen haben die Industriegebiete von Brega nicht erobert. Alles gelogen. (…) Es gibt keinen Aufstand in Tripolis. Es gibt keine Gefechte in Tripolis. Alles gelogen. (…)“
Zu dieser Einschätzung kommt der verschwörungstheoretische und anti-imperialistische
Blog „Mein Parteibuch“ am 21.08.2011. In der Nacht vom 21. auf den 22.08.2011 marschierten die Rebellen in der lybischen Hauptstadt Tripolis ein und wurden begeistert empfangen.
„Gaddafis Regime bricht zusammen“,
titelt Spiegel-Online.
Er nennt sich „Guantana-MOHR“ und rappt über allerlei Geschehnisse, die er verschwörungstheoretisch verklärt. Zum Beispiel über die „Neue Weltordnung“. Dahinter verbirgt sich für den Rapper ganz verschwörungstheoretisch eine „globale Institution“ der „Elite von Aristokraten“, die mit „genetischer Manipulation“ eine „Bevölkerungskontrolle“ durchführt. „Die Bevölkerungen“ würden in „ihrer kulturellen Struktur“ zerstört werden, fürchtet der Rapper. Der in Hamburg geborene „Guantana-MOHR“ ist der Truthrap-Underdog: Im Gegensatz zur „Bandbreite“ oder „Kilez More“ hat er noch keine Platten auf den Markt gebracht. Seine Karriere beschränkt sich auf ein Youtube-Dasein. Sein Lied „Wehret den Anfängen“ wurde bereits mehr als zwanzigtausend Mal angeklickt. Immerhin ist ein Lied auf einem Sampler der Verschwörungs-Szene erschienen…
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Der ehemalige ARD-Moderator Jürgen Fliege bewarb bereits in seiner TV-Sendung jede Menge esoterischen Humbug. Das hat sich bis heute nicht geändert. Fliege talkt zwar nicht mehr in der ARD, ist aber über das Internet in seiner „Fliege Talkshow“ zu sehen. „Die Wege der Seelen“ oder „Die Grenze zum Spirituellen überwinden“ lauten nur einige Themen der Sendung. Außerdem gibt der ehemalige Pfarrer sein eigenes Print-Magazin heraus: „Fliege. Helfen-Heilen-Horizonte“, lautet der Name dieses Magazins, in dem esoterische Themen und Produkte beworben werden. Dort beschäftigt sich Jürgen Fliege beispielsweise mit „Mutter Erde“, die an „Kraftorten“ besonders intensiv erlebt werden kann. Für das Magazin schreibt aber auch die ehemalige CSU-Rebellin Gabrielle Pauli, die Gründerin der zerstrittenen Kleinpartei „Freie Union“. Sie ist als Kolumnistin für die Zeitschrift des Jürgen Fliege aktiv.
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Eigentlich wollte die verschwörungstheoretische Band „Die Bandbreite“ über die RTL II Fernsehsendung „The Dome“ ganz nach Oben. Die Band, der verschiedene antifaschistische Gruppen „sexistische, antisemitische und NS-relativierende Songtexte“ vorwerfen, war von der Jury der Sendung in den „The Dome Song Contest“ gewählt worden. Nun wollte die Band, die über ihre Booking-Agentur „Solievent“ ins Rennen geschickt wurde, den ersten Platz machen, um im Vorprogramm der Sendung auftreten zu dürfen. Dort wollte „Die Bandbreite“ ihren Song „Was ist los in diesem Land“ performen…
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Den zehnten Jahrestag der mörderischen Anschläge vom 11. September 2001 wollen Verschwörungsfans in der ganzen Bundesrepublik nutzen, um ihre kruden Ideen zu verbreiten. So kündigen sie beispielsweise für den 10. September einen Aufmarsch in Karlsruhe an, der unter anderem von der Band „Die Bandbreite“ und der rechtskonservativen Anti-Feministin Eva Herman beworben wird. Auch in anderen Städten soll es Aktionen geben. Schließlich rufen einige Verschwörungsfans zu einem „dezentralen Aktionstag“ auf: „Jeder einzelne von Euch ist aufgerufen am 10. Jahrestag des 9/11 Anschlags eine Aktion bei Euch vor Ort zu machen um Eure Mitmenschen zu informieren“.

Werbung für den Aufmarsch in Karlsruhe…
Bereits in der Vergangenheit nutzten die organisierten Verschwörungsfans dieses Datum: In verschiedenen Städten kam es zu
Kreideaktionen,
Aufmärschen und Kundgebungen. Sie bemalten Straßen, Aufkleber oder marschierten durch die Straßen:
„11. September, inszenierter Terror“, hieß es dann. Denn die Verschwörungsfans gehen davon aus, dass die mörderischen Anschläge nicht von islamistischen Terroristen, sondern von der amerikanischen Institutionen oder gar vom Mossad geplant und durchgeführt worden seien. Mit derartigen Behauptungen verdrehen die Verschwörungsfans die historischen Realitäten. Meist geht es um antiamerikanische oder sogar antisemitische Theorien, die während der Jahrestage offensiv propagiert werden.
Den 11. September 2011 wollen auch einige Verschwörungsfans nutzen, um in Hamburg eine Art Kundgebung durchzuführen:
„Aus Hamburg erreichte uns die Nachricht dass bereits eine 9/11 Demo angemeldet sei. Die stationäre Versammlung soll am 11.9.2011 um 12:00 Uhr in der Spitalerstr. stattfinden. Es wurden Flyer und gratis DVDs angekündigt. Möglicherweise findet anschliessend noch ein Picknick (bring your own food and drinks) statt“, heißt es auf einer Internetseite aus der Verschwörungs-Szene, die auch über die letztjährigen Aktionen in Hamburg berichtet. Natürlich wurde auch hier mit Kreide gemalt, natürlich kamen auch hier die Verschwörungsfans zusammen, um ihre Verschwörungstheorien zu propagieren:
„Der 11. September Terror war selbst gemacht“, hieß es beispielsweise auf Pappschildchen, die den interessierten Mitbürger_innen entgegengehalten wurden. Derartige Szenen dürfte es auch am 11. September 2011 zu sehen geben, wenn die Verschwörungsfans in der Spitalerstraße in Hamburg zusammenkommen, um ihre Theorien über den Terroranschlag der al-Qaida zu verbreiten.

… Werbung für den Aufmarsch in Hamburg.
Einen Artikel über den angekündigten Aufmarsch in Karlsruhe gibt es hier.