Archiv für November 2011

Die wundersame Welt des Verschwörungsrappers III.

Verschwörungsrapper sind eine sonderbare musikalische Erscheinung. Ob „Die Bandbreite“, „Kilez More“ oder „Guantana-Mohr“: Sie produzieren den Soundtrack zur Verschwörungstheorie und erreichen auf diese Art und Weise eine eingefleischte Szene aus „Truthern“, „Infokriegern“ und „Wahrheitsbewegten“. Hier werden die Ereignisse der 11. September 2001 umgedeutet, die Aids- und „Klimalüge“ besungen oder das Bilderberger-Treffen in Reime verpackt. Miese Beats und noch miesere Reime ergeben eine äußerst unschöne Mischung.
Ein weiterer Rapper in diesem Milieu ist das „Wuppertaler Weißbrot“ Tim P., der sich den Spitznamen JFK gegeben hat. Seine Vorbilder sind Klaus Kinski, John F. Kennedy und Mahmud Ahmadinedschad. Er reimt über die Themen, die er sich über verschiedene Verschwörungsseiten im Internet angelesen hat. Das kann durchaus holprig klingen: Mit seinen Liedern bewirbt JFK, der seine Texte als „Informationsrap“ beschreibt, verschiedene Verschwörungstheorien. Er reimt zum Beispiel über sogenannte „Chemtrails“, die angebliche Erdbebenwaffe „Haarp“ und „geheime Bruderschaften“

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Nazi-Verschwörungstheorien.

Der mörderische Terror des „Nationalsozialistischen Untergrunds“, der in den vergangenen Wochen für Aufsehen sorgten, wird sowohl in der rechten Szene als auch im verschwörungsideologischen Milieu der „Infokrieger“, „Truther“ und „Wahrheitsbewegten“ besprochen. Beide deuten die Taten auf ganz besondere Weise. Hier wird eine große Verschwörung konstruiert, die verschiedene Geheimdienste oder andere Mächte belastet, während die Täter entlastet werden: Aus den Taten der Nazi-Bande, wird so eine Tat des Verfassungsschutzes oder gar die Tat einer noch geheimeren Organisation gemacht. Beweise, die nicht in das Bild der großen Verschwörung passen, werden außer Acht gelassen. Die Umstände erleichtern die verschwörungsideologische Deutung der Nazi-Taten: Schließlich deuten die Abläufe der Taten zumindest auf ein unglaubliches Behördenversagen hin, die lieber im „Dro­gen-​, Glücks­spiel-​ und Schutz­geld­mi­lieu“ ermittelte. Doch die Theorien der Verschwörungsszene deuten den Nazi-Terror zu einer Aktion geheimnisvoller Mächte um. Diese Vorgehensweise erinnert an die Pseudo-Untersuchungen der „Truther“ und „Infokrieger“, die sich mit dem 11. September 2001 oder den Morden des Anders Behring Brevik befassen und hier ebenfalls das Märchen einer großen Verschwörung propagieren…

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Goodbye Ken.

Der Radiomoderator Ken Jebsen ist nun nicht mehr im Radio Fritz des RBB zu hören. Bereits vor einigen Wochen war es zu einer zeitweiligen Absetzung der Sendung KenFM gekommen. Damals war eine Nachricht des Moderatoren veröffentlicht worden: „Ich weiß, wer den Ho­lo­caust als PR er­fun­den hat“, schrieb Jebsen in dieser Nachricht, die durch Henryk M. Broder veröffentlicht wurde. In diesem Zusammenhang verwies Jebsen auf den PR-Experten Edward Bernays, einen Neffen Sigmund Freuds. In der Nachricht des Ken Jebsen fanden sich weitere eindeutige Aussagen. So schwadronierte der Radiomoderator, zu dessen Markenzeichen ein ratternder, schneller Sprachstil gehörte, zum Beispiel über „die führer“ des „jüdischen volkes“. „was ist das grösste problem der juden ? ihre führer“, schrieb Jebsen und nannte in diesem Zusammenhang den Namen des amerikanischen Politikers Henry Kissinger…

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Bezeichnende Reaktionen.

Die Veranstaltung des „Linksnationalisten“ Jürgen Elssässer, der an einer Querfront zwischen „Linken, Rechten“ und „Religiösen“ arbeitet, wurde auch auf den Internetseiten der „Occupy-Bewegung“ besprochen. Schließlich hatte der Occupy-Aktivist Bastian Menningen auf dem Podium gesessen. Menningen, der gemeinsam mit dem Rechtspopulisten Oliver Janich, dem Konservativen Karl Feld­mey­er und dem Querfrontler Jürgen Elsässer auf der Bühne saß, um die „Occupy-Bewegung“ zu bewerben, meldete sich auch selbst zu Wort. Andere Aktivisten verteidigten den Auftritt ihres Kompagnons ebenfalls. Ganz besonders tat sich Florian H. hervor, der die Verschwörungsseite „The Babyshambler“ betreibt. Auf seiner Facebook-Seite zeigt er schon mal Angela Merkel in Nazi-Uniform, die statt des Hakenkreuzes ein Euro-Zeichen als Armbinde trägt. Seine Äußerungen bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau…

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„99% gegen ‘Bankster’ und Finanzkapital?“

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Deutsche Abgründe.

Zehn Menschen sind tot. Dreizehn Jahre verrichtete eine rechte Terrorgruppe, die sich den Namen „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) gegeben hatte, ihr mörderisches Handwerk, ohne dass bundesdeutsche Behörden den Nazi-Tätern auf die Spur kamen. Nun ermittelt das Bundeskriminalamt und ist auch auf der Suche nach den Unterstützern dieser Vereinigung. Am 13.11.2011 wurde beispielsweise Holger G. verhaftet, der den Mördern seine Ausweise hinterlassen haben soll. Beate Zschäpe, Mitglied des NSU, befindet sich bereits seit dem 08.11.2011 in Haft und spekuliert von dort auf Strafmilderung…

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KenFM weiterhin auf Sendung.

Wenn ein Moderator vor allem verschwörungsideologische, antiisraelische und antiamerikanische Radiobeiträge produziert, ist das für den Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) noch lange kein Grund, die Zusammenarbeit mit diesem ratternden Radiomoderatoren einzustellen. Wenn dieser Moderator vom Holocaust spricht und diesen auf den Public Relation-Experten Edward Bernays zurückführt, wird die Sendung immerhin für eine Woche eingestellt. „Ich weiß, wer den Holocaust als PR erfunden hat“, behauptete der Radiomoderator Ken Jebsen in einer Nachricht. Er hatte mit seiner Sendung „KenFM“ zahlreiche Themen aufgegriffen, die er mit Hilfe populärer Verschwörungsmythen erklärte…

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Der Querfrontler und der Occupy-Aktivst.

Nun hat sie also stattgefunden: Die Veranstaltung des Querfrontlers Jürgen Elsässer, der „Linke, Rechte“ und „Religiöse“ zu einer großen Gemeinschaft vereinen möchte, ging am 03.11.2011 im Viethaus in Berlin Mitte über die Bühne. Neben Jürgen Elsässer und seinem Kompagnon, dem Verschwörungsideologen Oliver Janich, saß auch ein Vertreter von „Occupy-Berlin“ auf dem Podium, um die „Bewegung der Empörten“ zu bewerben…

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Propaganda à la KenFM: Ein Nachruf.

Mit einem Paukenschlag und einem Shitstorm endet die Karriere einer verschwörungsideologischen Legende. In der „KenFM“-Sendung des Radiomoderators Ken Jebsen, der über das Jugendradio Fritz des öffentlich-rechtlichen Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) zu hören war, wurde vor allem Verschwörungsideologie, Israel-Hass und Antiamerikanismus verbreitet. Nun ist der Propagandist reaktionärer Verschwörungstheorien vorerst nicht mehr über das Radio zu hören…

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Einblicke in die deutsche Campkultur:

Die Occupy-Aktivisten aus Berlin campieren zur Zeit vor der Parochialkirche in Berlin-Mitte, nachdem sie weder vor dem Reichstags-Gebäude noch auf dem Alexanderplatz dauerhaft geduldet wurden. Auf dem Kirchengelände besuchte sie Martin Sonneborn für die Heute-Show des ZDF und ermöglichte gruselige Einblicke in eine deutsche Campkultur: „Wir wissen auf jeden Fall, wie man verantwortungsbewusst umgeht mit der Umgebung, in der man sich bewegt: Hier wird sehr auf Sauberkeit geachtet“, erklärt ein Aktivist. „Wir haben Isomatten, Schlafsäcke und Frauen sind manchmal auch da, die uns wärmen“, sagt ein anderer Aktivist…