Genosse Pedersen.

Der bereits 2006 erschienene Film „Genosse Pedersen“ zeigt die Gechichte des Knut Pedersen, der 1973 in die norwegische „Kommunistische Partei der Arbeiter (die Marxist-Leninisten)“ (AKP) eintrat, um die Welt zu verändern. Der Lehrer wird durch seine Schüler_innen, dem roten Buch des Mao Tse-tung und durch die Revolte des Jahres 1968 politisiert. Nach seinem Eintritt beteiligt er sich an den Aktionen der Partei, er verkauft die Zeitschrift „Klassekampen“, organisiert Demonstrationen und debatiert in den klandestin organisierten Parteitreffen im örtlichen Schwimmbad. Dort lernt der verheiratete Pedersen seine Genossin Nina Skåtøy kennen. Aus der Liebesbeziehung entsteht eine enge Freundschaft, die sich in den folgenden zehn Jahren mit der Geschichte der maoistischen Partei verknüpfen wird. Auf einem Parteitag, der – selbstverständlich klandestin organisiert – im benachbarten Schweden stattfindet, übt Nina heftige Selbstkritik an ihrer „kleinbürgerlichen Beziehung“ zum Genossen Pedersen, der mittlerweile unter dem Decknamen „Genosse Eivind“ agiert und brandmarkt die Liebe als Verrat an der „Arbeiterklasse“. Die Liebesbeziehung zerbricht, doch die Freundschaft bleibt bestehen…

… die ganze Filmkritik kann im neuen Reflexion-Weblog gelesen werden.

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4 Antworten auf „Genosse Pedersen.“


  1. 1 Entdinglichung 24. Dezember 2011 um 0:02 Uhr

    wobei die AKP bzw. ihre wahlpolitische Vorfeldorganisation RV im europaweiten Vergleich neben einigen portugiesischen Gruppen noch die erfolg- und einflussreichste war

  2. 2 Emma Goldman 29. Dezember 2011 um 15:50 Uhr

    Schade, dass Du in Deiner durchaus gelungenen Rezension mit keinem Wort auf die sexistischen und heteronormativen Aspekte des Films eingehst.
    Bereits zu Beginn des Films wird der männliche Blick auf Frauen reproduziert, indem die Hauptfigur Pedersen mehreren Frauen in objektivierender Art auf den Hintern, bzw. unter den Rock blickt.
    Besonders deutlich zu Tage tritt die Heteronormativität in der Szene, als Pedersen und Nina im verschneiten Wald sind: Sie wollen miteinander Sex haben, doch Pedersen sagt, es gehe nicht, weil es zu kalt sei. Als Nina daraufhin antwortet, nichts sei unmöglich, wenn der Mensch sich erhebe, klappt es plötzlich doch mit dem Sex. Dieses Gleichsetzen von männlicher Potenz mit Widerstandskraft ist ganz eindeutig eine Reproduktion von männlicher Hegemonie.

  3. 3 Reflexion 06. Januar 2012 um 9:18 Uhr

    @ Goldmann

    Danke für deine kritische Ergänzung. Grundsätzlich gebe ich Dir recht, die sexistischen Aspekte hätten durchaus erwähnt werden müssen. Einen kleinen Einwand hätte ich allerdings noch: Die K-Gruppen waren kein Ort, an dem eine antisexistische Praxis praktiziert wurde, sondern männerdominierte Bünde, in denen ganz eindeutige Rollenbilder gelebt wurden.

  4. 4 citrone 07. Januar 2012 um 2:20 Uhr

    Dazu würde ich noch ergänzen, dass der Film Sexismus innerhalb der Bewegung anspricht und dezent lächerlich macht:
    Ein Genosse erwähnt beiläufig und ganz selbstverständlich, dass seine Mutter sein Zimmer für ihn putzt. Der selbe Genosse leugnet Sexismus unter Arbeitern. Auf der Parteiversammlung wird die Ehe laut Parteilinie als schützenswert angesehen, Ehebruch gilt als Vergehen.
    Diese Aspekte scheinen mir doch deutlich vor einer vermeintlichen Heteronormativität des Films hervorzustechen, zumal die von „Emma Goldmann“ genannten Beispiele eher den Sexismus des Protagonisten verdeutlichen denn als Beleg für eine vom Film vermittelte Heteornormativität herhalten können.

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