Archiv der Kategorie 'Kapitalismus'

Es ist angerichtet.

Irgendwann geht es weiter (26.01.2014).

Der Marsch der 0,00009 Prozent.

Auf dem Marsch der „Occupy-Bewegung“ der Wochenende in Berlin stattfand, durfte die verschwörungsideologische Band „Die Bandbreite“ auftreten, der Antifaschist_innen „sexis­ti­sche, anti­se­mi­ti­sche und NS-relativierende Song­texte” vorwerfen.

Ein ausführlicher Bericht findet sich im brandneuen Reflexion-Weblog unter www.reflexion-blog.com. Die Adresse sollten sich Leser_innen dieses Blogs merken, denn dort entsteht die neue Internetpräsenz. Es würde mich freuen, wenn ihr dort vorbeischaut.


Der Bandbreite-Sänger am Lautsprecherwagen von Occupy-Berlin.

Direkt zum Bericht.

Die Märsche der „Demokraten“.

Mehrere tausend Menschen haben am Samstag, den 15.10.2011, in Berlin, Hamburg, Frankfurt und in vielen anderen Städten – im Rahmen einer „Occupy“-Aktion – gegen die „Macht der Banken und Konzerne“ protestiert. Als neugieriger Blogger habe ich die Demonstration in Berlin besucht: Hier sind an diesem Tag tausende deutsche Antikapitalisten, Heimatschützer, Verschwörungsfans und antisemitische Zinskritiker zusammengekommen, die sich als die 99 Prozent bezeichnen…

… den ganzen Artikel gibt es im neuen Reflexion-Weblog.

Festung Europa.

In der Nacht zum Mittwoch sind während der Überfahrt von Libyen nach Italien bis zu 150 Menschen ertrunken. Das Fischerboot (…) war zuvor in rauher See gekentert. Bis Mittwochabend konnten 51 Menschen geborgen werden. Nach Angaben der Küstenwache waren wohl 200 Flüchtlinge an Bord des 13 Meter langen Kutters, der am Montag Libyen verlassen hatte.
(Frankfurter Allgemeine – Zeitung für Deutschland, 07.04.2011)

Fernsehabend mit Sarrazin.

Die Aufregung, rund um das neue Buch des Deutschen-Bank Aufsichtsratmitglied Thilo Sarrazin, ließ sich nicht nur auf der Pressekonferenz erkennen, bei der der ehemalige Berliner Finanzsenator sein neuestes Machwerk vorstellte, sondern auch in der ARD-Talkshow „Beckmann“, die am Montag-Abend zur besten Sendezeit über die Bildschirme flimmerte. Bereits das Vorstellungsvideo der Sendung, in dem unter anderem Sarrazins Kampf gegen ein zu üppiges Essen für Hartz-4 Empfänger_innen gezeigt wurde, war eigentlich eine Farce: Da wurden Bilder von Migrant_innen gezeigt, unterlegt durch Beckmanns-Stimme, der Sarrazins Reden von „Kopftuchmädchen“ und „Importbräuten“ rezitierte. Die Szenen und der Zusammenschnitt erinnerten eher an eine Wahlwerbung der „Republikaner“, denn an eine seriöse Fernsehsendung.

Der ganze Artikel zur Beckmann-Sendung lässt sich im neuen Reflexion-Blog lesen: KLICK!

14.714 Tote.

Das Blog „Fortress Europe“ hat die in „El Pais“, „Le Monde“, „Corriere della Sera“, „La Repubblica“ etc. pp. flüchtig notierten Tode von Menschen, die seit 1988 auf der Flucht nach Europa ertranken, verdursteten, erstickten oder von ihren Häschern aufgerieben wurden, addiert: mindestens 14.714 Flüchtlinge starben bei dem Wagnis, nach Europa zu gelangen. Und: auf jede aufgefundene Flüchtlingsleiche, so die „UN Refugee Agency“, kämen circa 45 versunkene Leichen. Dies wären eine halbe Million Tote an den europäischen Außengrenzen.

Via: Cosmoproletarian Solidarity.

Was tun, wenn’s trennt.

Die Jugenzeitschrift „Bravo“, die sich als „das wichtigste Entertainment- und Informationsmagazin“ für die „Kernleserschaft zwischen 12 und 17 Jahren“ bezeichnet, überraschte in einer ihrer letzten Ausgaben, durch eine Art Trennungsratgeber. In diesem Ratgeber gibt es jeweils 10 Tipps, wie mensch sich nach einer Trennung am „Ex“ rächen kann. Ein Vorschlag ist zum Beispiel die Idee, 20 Pizzas an „seine“ Adresse zu liefern. „Er“ soll im Gegenzug ein benutztes Kondom im Briefkasten hinterlassen oder einen Unfall vortäuschen, für den die vorherige Liebe verantwortlich gemacht wird. Die „Bravo“ veröffentlicht also Ratschläge, die sich am Rande der Strafbarkeit bewegen: Eine Mischung aus „Beleidigung“, „Betrug“, „Verleumdung“ und „Körperverletzung“:


Via Bildblog
. Einen weiteren Bericht gibt es im „GenderBlog“.

Monster, Mythen, Massenware.


Mit einem großen Fernsehfinale auf „ABC“ endete am 23. Mai 2010 eine außergewöhnliche Fernsehära. Das Datum markiert das Ende der Erfolgsserie „Lost“, die es damit auf 121 Folgen brachte. Mehr als 18 Millionen Zuschauer_innen schauten „The End“ alleine in den USA, hunderttausende in den Tagen danach, über illegale und legale Downloads. Tausende in der Nacht von Sonntag auf Montag vor verschiedenen Streams, um „Live“ dabeizusein und das Ende einer Fernsehsendung zu erleben, das als Ende einer Ära angekündigt worden war. Damit ging eine Fernsehserie zu Ende, die auf ihre Art und Weise prägend war. Zum Beispiel für die Zuschauer_innen, aber auch für Plagiator_innen, die den Fernsehmarkt mit billigen Mystery-Müll beliefern. Aber natürlich auch für mich, den kleinen Kritiker. „Lost“ ist keine Fernsehserie wie jede andere: Sie ist im besten Sinne Fernsehkultur und episches Drama zugleich. Nach dem Ende der Serie wird es Zeit eine kleine Bilanz über „Lost“ zu ziehen. An dieser Stelle also einige Randbemerkungen zu einem großen Drama in sechs Akten, beziehungsweise eher sechs Staffeln in 121 Folgen.

I. Der Beginn.

Sechs Jahre zuvor war Flug 815 der „Oceanic Airlines“ über einer einsamen, gruseligen und vermeintlich verlassenen Insel abgestürzt. In den ersten Tagen nach dem Absturz, die unter anderem im grandiosen Pilotfilm zu sehen sind, mussten die Toten begraben und die fast Toten beim Sterben begleitet werden. In den nächsten dreißig Tagen, von denen die erste Staffel handelt, waren die Überlebenden des Absturzes gezwungen sich ein gemeinsames Leben zu organisieren: Die Serie spielte vor allen Dingen in der ersten Staffel mit den Problemen und Freuden, die solch eine Form des unfreiwilligen Zusammenlebens mit sich bringen kann. Außerdem spukte ein mysteriöses Rauchmonster über die Insel, das von den Fans der Serie bald „Smokey“ genannt werden sollte und es gab eine Höhle, in der ein Skelett-Pärchen eine einsame Wache hielt. Außerdem bevölkerten neben den obligatorischen Wildschweinen auch einige Eisbären die verlassene tropische Insel.
Die ersten Folgen wirkten also wie eine neuartige Mischung aus „Akte X“, „Tarzan“ und „Forrest Gump“. Außerdem gab es bereits seit den ersten Folgen eine Unzahl von kulturellen Referenzen über Filme, Bands und Bücher, die auf verschlungenen Pfaden in die Hände der Überlebenden gelangten oder die als zufälliges Zitat, als Name auftauchten. Markenzeichen war des Weiteren eine waklige Handkamera, die die Darsteller_innen minutenlang begleitete und sich Zeit für Details nahm.


Doch die Serie wurde auch durch eine Erzählstruktur bereichert. In so genannten „Flashbacks“ erfuhren die Zuschauer_innen einige Einblicke in die vorherigen Leben der Protagonist_innen. Einblicke über die auf der Insel oftmals geschwiegen wurde, weil die dunkle Vergangenheit der Protagonist_innen oder die Scham sie zum Schweigen verdammte. Die meisten Überlebenden hatten ihre dunklen Geheimnisse und waren keine schillernden Held_innen, wie mensch sie so oft zu sehen bekommt: Da war zum Beispiel Kate Austin (Evangeline Lilly), die vor dem Absturz eine gesuchte Mörderin war. Sie hatte sich gegen den brutalen und übergriffigen Vater zur Wehr gesetzt. Auch ihre Vergangenheit wurde in den „Flashbacks“ rationalisiert und erklärt. James „Sawyer“ Ford (Josh Holloway) war ein Trickdieb, der zuvor einen Mann ermordet hatte, den er für den Mörder seiner Eltern hielt, bevor er ebenfalls auf der Insel strandete. Mr. Eko (Adewale Akinnuoye-Agbaje) hatte mit Drogen und Waffen gehandelt und war bereits als Kindersoldat mit einer Art alltäglichen Gewalt konfrontiert, die ihn – den anders Gläubigen – letztendlich zum überzeugten Christen werden ließ. Drogen konsumierte wiederum Charlie Pace (Dominic Monaghan, „Herr der Ringe“), der in der Serie der gescheiterte Sänger der aufgelösten Erfolgsband „Driveshaft“ war. Mr. Eko wurde eines der ersten Opfer des geheimnisvollen Inselrauchmonsters Smokey, das willkürlich vernichtete oder verschonte. Aber Eko starb, weil der Schauspieler nicht über so lange Zeit für die Serie zur Verfügung stehen wollte. Die Kirche, die der fanatische aber auch gutmütige Christ auf der einsamen Insel errichten wollte, blieb unvollendet. Ebenso unvollendet wie die Geschichte des Mr. Eko, die die Autor_innen der Serie nicht mehr erzählen konnten oder wollten.

Andere Überlebende, wie zum Beispiel der liebenswürdige Hugo „Hurley“ Reyes (Jorge Garcia), hatten die Psychatrie überstanden oder Trennungen und Todesfälle über sich ergehen lassen müssen. „Lost“ war immer eine Fernsehserie, in der soziale Strukturen und ihre stetige Veränderung – durch die Zeit und den Streit – veranschaulicht wurden.
Die Held_innen der Serie mussten sich, trotz aller vermeintlichen Unterschiede, zusammenraufen, um ein Überleben zu sichern. Zuallererst mussten die rudimentären Grundlagen des Überlebens gesichert werden: Man ging jagen und fischen und am Abend gab es Bier und Buch. Am nächsten Tag wurde die Insel erforscht. Ohne die „Flashbacks“, die den Charakteren der Serie eine ungeahnte Tiefe verliehen, wäre das sicherlich schnell langweilig geworden. Allerdings wurden die Zuschauer_innen auch durch das Rauchmonster und einen Bootsbau in Atem gehalten. Außerdem schienen mysteriöse Fremde die Überlebenden zu terrorisieren. Schließlich organisierte Hurley Reyes, ein symphatischer Lottogewinner, der sich für verflucht hielt, eine Art „Volkszählung“.
Es gab einen Überlebenden, der sich nicht im Flugzeug befunden hatte. Die Überlebenden fühlten sich durch den „Anderen“ infiltriert, zumal Ethan Rom durch sein psychopathisches Auftreten nicht gerade sympathisch wirkte. Außerdem war er für einen Entführungversuch und Morde verantwortlich und zog sich daher verständlicherweise den Hass der Überlebenden zu, so dass Ethan Rome bei seiner Flucht, von dem Menschen getötet wurde, der eigentlich sein Opfer sein sollte. Außerdem gab es eine faszinierende Luke, unter der sich alles (!) befinden konnte und die nicht geöffnet werden konnte. Irgendwann ging John Locke, einem weiteren Überlebenden, der vergeblich nach seiner Bestimmung suchte, aber ein Licht auf, auch wenn die Zuschauer_innen in dieser Staffel nichts, aber auch gar nichts über den Inhalt der Luke erfahren sollten.


Das Finale der ersten Staffel wurde damals vom Fernsehsender „Pro Sieben“ als das „große Finale der Fernsehserie Lost“ beworben. Auch ich war auf diese Werbung hereingefallen: Hatte ich „Lost“ zuvor unregelmäßig gesehen, war das vermeintliche Finale für mich ein Fernseh-Pflicht-Termin. Gegen Ende ersten Staffel hatten einige Überlebende ein Boot gebastelt, mit dem sie in die rauhe See stechen wollten, um die Insel zu verlassen. Kurz nach dem Verlassen der Insel wurden sie allerdings von mysteriösen, bärtigen Fremden attackiert, das Boot zerstört und Walt, ein kleiner Junge, geraubt. Schon dieses Ereignis war eine Überraschung, weil es schon arg auf einen Cliffhanger hindeutete. Genauso überraschend wie das Öffnen der merkwürdigen Luke, die ebenfalls in der letzten Folge der ersten Staffel durch John Locke (Terry O‘Quin), der vor der Insel in einem Rollstuhl gesessen hatte, geöffnet werden konnte. Das Staffelfinale der Serie glänzt mit einem überragenden Cliffhanger, der alles offen lässt und Spielraum für Interpretationen und Theorien bietet, was von den Lost-Fans begeistert angenommen wurde: Es gibt hunderte Foren, in denen die Theorien rund um die Serie debatiert wurden. Das Ende der ersten Staffel mit einer endlosen Kamerafahrt ins schwarze Nichts, nachdem das Boot zerstört und das Kind entführt worden war, bot dazu auch reichlich Gelegenheit.

II. Benjamin Linus.
Hatte mich die erste Staffel bereits angefixt, war ich nach der zweiten Staffel drauf: Lost war meine Droge. Andere konsumieren Speed, mir reichte eine Line Benjamin Linus (Michael Emerson). Spätestens mit dem Auftauchen dieses Charakters wurde jede Folge mit Spannung erwartet: Einmal die Woche war „Lost“-Tag. Doch auch die Enthüllung über die wahren Hintergründe der „Luke“ waren ganz große Fernsehunterhaltung.
Benjamin Linus nannte sich zunächst „Henry Gale“, als er von den Überlebenden gefangen genommen wurde. „Henry Gale“ behauptete von sich, mit einem Heißluftballon abgestürzt zu sein. Die Überlebenden entschieden sich, nach einigen Bedenken, relativ schnell dafür den Neuankömmling einzusperren und ein klein wenig zu Foltern.


Desmond Als Gefängnis nutzten sie einen Raum unter der geheimnisvollen Luke. Dort verbarg sich nämlich eine ebenso geheimnisvolle Station der mysteriösen „Dharma Initiative“, deren Mitglieder vor allem in den 70′er Jahren des letzten Jahrhunderts auf der Insel gelebt hatten, um Wissenschaft, Fortschritt und ein bisschen fernöstliche Esoterik auszuleben. Die Insel, auf der einige Phänomene, nicht zuletzt die „Knatterwolke“ existierte, bot nämlich hervorragende Bedingungen für Forschungen aller Art. Die Überlebenden des Flugs 815 finden auch einige mysteriöse Videos, in denen Aufgaben und Funktion der Station durch einen Wissenschaftler der Initiative erklärt werden: Es gehe darum, alle 108 Minuten eine Zahlenkombination in einen Computer einzugeben, ansonsten würde die Energie unter der Station freigesetzt werden, die durch einen Forschungsunfall entstand. Bis zu seiner Entdeckung durch die Überlebenden, hatte der letzte Aktivist der Initiative, Desmond Hume (Henry Ian Cussick), der auf unfreiwillige Art und Weise in der Station gelandet war, diese Aufgabe übernommen.


Alle zwei Stunden mussten die „Lost“-Protagonisten also eine Zahlenkombination eingegeben, eine alptraumhafte Prozedur, die bevorzugt von John Locke übernommen wurde, der immer wieder glaubte, für bestimmte gesellschaftliche Positionen auf der Insel bestimmt zu sein. Auch der Absturz von „Oceanic 815″ ist der geheimnisvollen Station zu verdanken, weil Desmond Hume an diesem schicksalsreichen Tag gerade dabei war, seinen Arbeitskollegen umzubringen, anstatt die Zahlenkombination in den altertümlichen Computer zu tippen: „4 8 15 16 23 42″.

„Henry Gale“, der nichts mit der „Dharma Initiative“ oder den „Anderen“ zu tun haben wollte, wird von den Überlebenden trotzdem als „Anderer“ klassifiziert. Grund genug für ein kleines bisschen Folter, denken sich einige Held_innen. Die Grenze zwischen Gut und Böse, die oftmals ein Prinzip vieler Serienwelten ist, verschwimmt: „Lost“ war – Michael Emerson sei Dank – im besten Sinne Grau.
Die Folter wurde unterdessen dem Menschen überlassen, der in der Serie als ehemaliges Mitglied der Garde des faschistischen Diktators Saddam Hussein eingeführt worden war. In den „Flashbacks“ wurde diese Folter-Karierre erklärt: Sayid Jerrah, der kein Folterer sein wollte, war bereits an den Folgen dieser auf erzwungenen Arbeit zerbrochen. Kurz darauf arbeitete er für einen Geheimdienst der USA, der die Befreiung des Irak versprach. Doch Sayid Jerrah wird 1991 im Stich gelassen, als die USA, kurz nach der Befreiung Kuwaits, nicht nach Bagdad vorrückten. Die Folter gegen „Henry Gale“ war aber nicht Sayids Idee, sondern die des strahlenden Helden Jack Shephard (Mathew Fox), der sich allerdings nicht die Hände schmutzig machen will und moralisierend auf den irakischen Experten zurückgreift. Kurz darauf serviert Jack Shephard dem renitenten Gefangenen aber immerhin ein Frühstück und versucht auf diese Art und Weise das erlittene Unheil zu sühnen.


„Henry Gale“ bliebt standhaft bei seiner Geschichte, vom Absturz mit dem Ballon, bei dem seine Frau angeblich ums Leben gekommen war. Die Befragungen des „Henry Gale“ gehören zu den ganz großen Momenten der Fernsehgeschichte. Zugleich wird die Paranoia deutlich, wenn bürgerliche Kleinst-Gesellschaften auf das Fremde treffen. Es gibt nämlich keinen ernstzunehmenden Hinweis auf eine Lüge; die Paranoia der Überlebenden sorgt aber trotzdem dafür, dass „Henry Gale“ nicht aufgenommen, sondern eingesperrt wird. Eigentlich gäbe es keinen Grund, „Henry Gale“ weiterhin von einem Leben in Freiheit fernzuhalten, doch letztendlich haben die Überlebenden, trotz Paranoia, merkwürdigerweise Recht mit ihrer Angst vor diesem „Anderen“; das Glauben sie zumindest. „Lost“ ist an dieser Stelle eine paradoxe und komplexe Unterhaltung, wie es sie nur selten gibt.


Der echte Henry Gale war zu diesem Serien-Zeitpunkt schon lange Tod: In Wirklichkeit ist „Henry Gale“ nämlich Benjamin Linus und damit der Anführer jener mysteriöser Menschen, die bereits einmal in Erscheinung traten, um den kleinen Walt zu entführen und die die Gruppe der Überlebenden über Ethan Rom infiltrierten. Benjamin Linus Auftauchen, seine Gefangennahme und Flucht ist von Anfang an geplant. Das dabei Menschen sterben nimmt er ohne moralischen Skrupel in Kauf. Es ist diese vermeintliche Überlegenheit, die Benjamin Linus als skurriles planendes Monster erscheinen lässt, dessen Motivation vorerst unklar bleibt. Alleine wie die Geschichte dieses merkwürdigen, mysteriösen „Anderen“ inszeniert wird, zählt zu den großartigen Momenten der Fernsehserie „Lost“. Umso notwendiger war es, die dritte Staffel zu schauen, denn das Finale der zweiten Staffel war eine bilderreiche Ankündigung, dass dieses Geheimnis bald gelüftet werden könnte.

Mittlerweile war ich umgestiegen und schaute die Serie, kurz nach der US-Ausstrahlung im englischen Original, aber mit deutschen Untertiteln, die von einem Menschen namens „Willow“ ins Internet gestellt wurden, der viele Lost-Fans bis heute dankbar sein werden. Die Untertitel wurden innerhalb von Tagen tausendfach aus dem Netz heruntergeladen. Kein Wunder: Die Verunstaltung durch die deutsche Synchronisation war nämlich spätestens ab dieser Staffel kein Ärgernis mehr, sondern ein ein mehr als ausreichender Grund, auf das Original aus den USA zurückzugreifen. In der deutschen Synchronisation verschwand zum Beispiel der wundervolle schottische Akzent des Desmund Hume. Außerdem kam es zu sinnentfremdenden Entstellungen, die einfach nicht notwendig waren oder sogar der Serie den Sinn nahmen. Oder es wurden Sätze synchronisiert, die im Original aus den USA untertitelt waren. Die Serie wurde für den deutschen Markt zurecht gefertigt. In Deutsch ist diese Serie daher ihres Charmes beraubt. Es ist ähnlich wie bei einer schlechten Übersetzung, die einem Buch den Sinn nimmt. Die Synchronisation hat der Serie nur geschadet. Gerade in Deutschland wurde „Lost“ auf diese Art und Weise zu einer billigen Massenware, irgendwie zwischen „Primeval“ und „TV Total“ in’s Programm gepresst. Das war schon schlimm, doch viel schlimmer war der deutsche Versuch, ein eigenes „Lost“ zu produzieren: „Verschollen“, so der Name der Serie, wurde von RTL komplett in einem Studio in Köln produziert und sollte eine endlose Serie werden. „Verschollen“ sollte Abenteuer-Insel-Romantik mit einem tüchtigen Schuss Seifenoper vermischen und das war, wie es sich anhört: Einfach deutsch und grauenhaft. Die Serie wurde nach nur 29 Folgen eingestellt.

Verschollen
Verschollen“ auf RTL gegen „Lost“ auf Pro Sieben.
Lost

Behind the curtain.
Die dritte Staffel der Serie zählt zu dem allerbesten, was das Fernsehen je hervorgebracht hat. Sie dreht alles um, stellt die Handlung vom Kopf auf die Füße und läßt die Zuschauer_innen mehr oder weniger sprachlos zurück. Denn die mysteriösen „Anderen“, hinter denen die Zuschauer_innen schlimmstenfalls archaische „Fremde“ vermuteten, entpuppen sich in den ersten Minuten der ersten Folge dieser Staffel, als zivilisierte Bewohner_innen der Insel, die über alle Annehmlichkeiten der modernen Zivilisation verfügen: Inklusive Buchklub, in dem sich die Einwohner_innen, die vormals als barbarische Fremde inszeniert wurden, über Stephen King auslassen und über die hohe Literatur philosophieren. Die „Anderen“ entpuppen sich also als Mitglieder einer besonderen Form der bürgerlichen Gesellschaft, die natürlich ebenfalls hierarchisch und gewaltförmig organisiert ist. Nachdem „Lost“ mit den ersten Folgen dieser Staffel, die Frage nach der Herkunft und der Gewaltbereitschaft der „Anderen“ beantwortet und aufdeckt, dass die mysteriösen Fremden viel eher zivilisierte Menschen sind, stehen auch ganze Handlungsweisen der vorherigen Staffeln in Frage.


Hatte Benjamin Linus etwa Recht, wenn er den Überlebenden des Flugzeugabsturz vorwarf, zu Foltermethoden zu greifen, die eines zivilisierten Menschen unwürdig sind? Sperrte er nicht zeitgleich seine Gegner ein? Sind Jack, Sawyer, Kate und die anderen Überlebenden nicht vielmehr diejenigen, die am Strand vegitieren und bei Nahrung und Liebe in Hauen und Stechen verfallen? Sind also die Guten die Bösen? Mit diesen und anderen Fragen zu spielen ist eine der Stärken, die die Fernsehserie „Lost“ ausgezeichnet hat.
Einige Überlebende, die von einem der ihren verraten worden waren, wurden in dieser Staffel auf „Hydra-Island“ gefangen gehalten: Die Eisbären, auf die die Überlebenden in der der ersten Staffel gestoßen waren, waren dort zu Zeiten der „Dharma Initiative“ für Experimente gehalten worden. Dann nutzten die „Anderen“ die Käfige, um einige Überlebende, deren Namen auf Listen vermerkt waren, gefangen zuhalten und zu befragen. Über die Gründe schwiegen sich die „Anderen“ aus. Solchen und andere Szenen sollten erst in der sechsten Staffel der Serie eine Sinnhaftigkeit verliehen werden. Ob diese Herleitung am Ende der sechsten Staffel allerdings bereits während der dritten Staffel geplant war, wissen wohl nur J.J. Abrams, Damon Lindeloff und Carlton Cuse, die maßgeblichen Verantwortlichen hinter der Serie.
In der dritten Staffel erlebten die Zuschauer_innen das vorherige Leben der Überlebenden und der anderen vor allem mit den so genannten „Flashbacks“, in denen Lebensabschnitte der Protagonist_innen visualisiert wurden. Dadurch konnten viele Charaktere eine ungeahnte Tiefe entwickeln, die ihr Verhalten auf der Insel erst glaubwürdig machte und manchmal auch legitimierte. „Lost“ zeigt die prägenden Abschnitte der Hauptpersonen in zahlreichen Rückblenden. Auf diese Art und Weise ist nicht nur die erwähnte Charakterentwicklung möglich, sondern für den regelmäßigen Zuschauer_innen kann eine tiefere Bindung zu den Held_innen der Serie entstehen. Eine Art Lost-Familie, die einmal in der Woche über die Bildschirme flimmerte. Besser als der deutsche Mist - „Lindenstraße“, „Tatort“ und „Big Brother“ – ist die Serie in jedem Fall.
Das Finale der dritten Staffel brach mit dem bisherigen Konzept der Erzählstruktur. Von nun an wurde ein Teil der Lost-Geschichte in so genannte „Flash Forwards“ verpackt: Es gab Einblicke in eine Zukunft, die noch nicht Gegenwart der Protagonist_innen war. „Lost“ war eben innovatives Fernsehen, das sich von vorherigen Fernsehserien durch den Aufbau der Handlung unterschied.
Die Geschichten, die erzählt wurden, waren nicht auf eine Folge beschränkt, sondern es existierte ein Handlungsbogen, der sich durch wenige Brüche auszeichnete und durch die ganze Serie zog, sowie eine komplexe „Timeline“. Serien wie „Babylon 5″ oder „Star Trek – Enterprise“ hatten es vorgemacht: Die dritte Staffel der Serie um die „Star Trek“ Abenteuer des Captain Archer und seiner tollkühnen Crew, handelte eine komplexe Erzählung, in einer linearen Geschichte ab, die auf die ganze Staffel verteilt wurde. „Lost“ steigerte und radikalisierte dieses Konzept: Angeblich existierte ein Handlungsbogen, der der kompletten Serie eine Sinnhaftigkeit verleihen würde. Die Geschichte wurde nicht linear erzählt. Die mythologische Geschichte wurde in verschiedenen zeitlichen Ebenen entwickelt und es war eben auch die Zukunft und Vergangenheit, in der sich die Handlung entwickelte. Statt „Flashbacks“ durften die Zuschauer_innen im Finale der dritten Staffel nun eine neue Erzählstruktur erleben, die mit den bisherigen Sehgewohnheiten brach. „Lost“ stand eben ganz besonders dafür, sich permanent revolutionieren zu müssen, wenn die Serie nicht untergehen sollte. Die Antwort der Produzent_innen und Autor_innen nannte sich „Flash Forward“ - mit denen die Handlung in einer nicht allzufernen Zukunft gezeigt wurde.
Die Serie wandelte sich – nach und nach -in eine Richtung, in der religiöse Themen zu einem wichtigen Thema wurden, auch wenn viele philosophische Fragen über die Existenz von Wahrheit, Schicksal und Bestimmung zwar aufgeworfen, aber nicht beantwortet wurden. Hier ließ „Lost“ viele Fragen offen und damit Platz und Raum für das, was Nerds und Fans brauchen: Spielraum für Interpretationen, die unterschiedlich ausfallen, je nach dem was für Menschen die Frage über die Existenz von Schicksal oder Bestimmung beantworten werden.

Doch im Finale der dritten Staffel sahen die Zuschauer_innen mal wieder ihre Held_innen, die wie so oft auf Rettung hofften. Diesmal in Gestalt der Penelope Widmoore, Gattin des einsamen Stationsbewohners Desmond Hume, die sich auf die Suche nach ihrem verschollenen Ehemann gemacht hatte. Liebe überwindet eben alle Grenzen, Zeiten und Hindernisse; auch das war die romantisierende Botschaft, eine Art schöner Schein, der „Lost“ von Anfang an umgab. Die Zuschauer_innen durften so ein Bedürfnis erleben, dass vielleicht auch einigen Leser_innen dieses Artikels bekannt vorkommen mag: Das Bedürfnis alle Ungerechtigkeiten, die in dem sozialen Zwangsumfeld stattfinden können, in einer schnukligen romantischen Beziehung zu Zweit aufheben zu können.

Jack Shephard, der umunstrittene Held der Serie, balgte sich mit James „Sawyer“ Ford, dem wortkargen Desperado, um Kate Austin, der die Autor_innen der Serie ein weiteres sexistisches Stereotyp auf den Hals schrieben: Die mehr oder weniger distanzierte Kate sollte sich nicht zwischen ihren beiden Verehrern entscheiden können, so gerne sie das auch gewollt hätte, was zu allerhand romantischen Verwicklungen und dem darauf folgenden Rumgeopfere der sich betrogen-fühlenden Männer führte. Ein wenig wurde dies durch die Einführung einer weiteren Rolle, der Ärztin Juliette Burke (Elisabeth Mitchel, „V“) aufgehoben, die den Drei-Ecks-Kampf in ein Vier-Ecks-Durcheinander überführte. „Lost“ spielte an dieser Stelle nicht mit Stereotypen, sondern reproduzierte sie. Im Umgang mit Rollenbildern stellte „Lost“ heterosexuelle Lebensmodelle vor und das heißt vor allem die moderne Kleinstfamilie, in der Männer auf unterschwellige Art und Weise Herrschaft ausüben können. Eine engere Beziehung, etwa zwischen Jack und Sawyer, stand wohl nie im Raum. Eine Kritik an Rollenbildern konnten oder wollten die Autor_innen in diesem Fall nicht entwickeln, auch wenn die Herrschaftsverhältnisse in der asiatischen Kleinstfamilie detail- und facettenreich dargestellt wurden. Es ist schade, dass Lost es nicht geschafft hat, was in anderen Fällen geglückt ist: Mit althergebrachten Denkgewohnheiten und gezogenen Schlüssen durch neue Szenen und neue Details oder einen neuen Blick zu brechen.

Der Hänger.
Die „Flash-Forwards“, mit denen das Leben der Protagonist_innen in der Zukunft geschildert wurde, verschmolzen in der vierten Staffel der Serie zu einer Zeitlinie. Das hat die Serie viel Zeit und Kraft gekostet; denn viele Geschichten mussten erzählt werden, von denen den Zuschauer_innen schnell klar gewesen ist, was das Ergebnis sein würde. Schließlich hatten sie es bereits in den „Flash Forwards“ gesehen.
Das Zerwürfnis zwischen John Locke und Jack Shephard, die sich einen enormen Konkurrenzkampf um die Vorherrschaft unter den Überlebenden lieferten, kündigte sich etwa bereits auf der Insel an. Zeitgleich sahen die Zuschauerinnen in den „Flash Forwards“ das Leben nach der Insel, in denen John Locke und Jack Shephard tragisch und endgültig getrennt worden waren. Die Figur des John Locke, der durch seinen Vater in den Rollstuhl befördert wurde, ist eine weitere tragische Figur der Serie. Immerzu glaubt er, für eine besondere Aufgabe geschaffen worden zu sein. Immerzu wird dieser naive Glauben von anderen Menschen für ihre Zwecke missbraucht.
Doch zuallerst wurden die Überlebenden und die „Anderen“, die sich noch kurz zuvor gegenseitig ermorden wollten, von der Ankunft einer dritten Partei überrascht. Es war der reiche, snobistische Drecksack Charles Widmoore, der einen Frachter – beladen mit Söldnern – zur Insel geschickt hatte, um Macht und Einfluss über die Insel zu erringen. Die Überlebenden hatten mit ihrer Suche nach Rettung lediglich einen weiteren Konkurrenten an Land geholt, der die Herrschaft über die geheimnisvolle und wichtige Insel übernehmen wollte. Die zu diesem Zweck herbeigerufenen Söldner taten das, was Söldner tun: Sie mordeten sich brutal durch die Gegend, um den Anführer der „Anderen“, den geheimnisvollen und intriganten Benjamin Linus, in ihre Gewalt zu bringen. Was läge da näher, als die einzige – vermeintliche – Verwandte des Benjamin Linus als gigantisches Druckmittel zu verwenden. Doch Benjamin Linus nahm den Tod seiner Tochter Alexandra Rousseau (Tanja Raymonde) in Kauf, auch wenn er nicht damit gerechnet hatte, dass die Söldner ihre Exukutions-Androhung wahrhaft verwirklichen würden. Der Tod seiner Tochter brach dem Menschen Benjamin Linus abermals. Es immunisierte ihn gegen irgendwelchen weiteren Verluste, außer der weiterhin vorhanden Angst seine Macht und Stellvertreter-Herrschaft über die Insel abgeben zu müssen, die allerdings von einer rasenden Wut auf den vermeintlichen Verantwortlichen abgelöst wurde. „Lost“ führte nämlich eine weitere mysteriöse Figur ein, von denen die Zuschauer_innen nur erfuhren, dass er der wahre Herrscher über die Insel ist. Benjamin Linus sei lediglich ein Befehlsempfänger, eine Art weltlicher Herrscher der Insel, der sich sein eigenes kleines Pseudo-Paradies geschaffen hatte, in denen er Menschen nach seinen Düngen verwalten konnte, solange er den Befehlen folgte, die er von Richard Alpert, einem Menschen der nicht alterte, übermittelt bekam. Doch zu sehen bekam der weltliche Herrscher seinen Gott so lange nicht, bis er durch die dunkle Seite dazu gebracht wurde, ihn zu ermorden, was die helle Seite, in ihrer Allmächtigkeit freilich längst bedacht hatte.
Die vierte Staffel „Lost“ ist die schwächste Staffel der Serie. Denn die Zuschauer_innen sehen bereits im ersten „Flashforwards“ einige Überlebende, die wichtigsten Personen der Serie, deren Flucht von der Insel als die „Story“ der „Oceanic Six“ bekannt wird. „Lost“-Zuschauer_innen sahen die zeitgleichen Bemühungen, von der Insel zu entkommen. Das diese Flucht, zumindest für die Hauptfiguren glücken würde war also klar. Daher wurde Lost an dieser Stelle durchschaubarer und damit uninteressanter: Denn niemand will voraussehbares Fernsehen und „Lost“ stand, wie keine zweite Serie, für überraschende Wendungen und unvorhersehbare Überraschungen, die einen neuen Blick auf die Handlung ermöglichten und die der Serie verholfen haben, zu dem hervoragenden Produkt zu werden, das es letztendlich geworden ist. Mit der Einführung des Inselgottes Jakob, der zunächst nur in Andeutungen erwähnt wurde, bis er in der fünften Staffel ein Gesicht bekam, war auch klar, dass sich „Lost“ endgültig zu einem religiösen Produkt entwickeln könnte.

In diesen Folgen der vierten Staffel der Serie werden aber einige Figuren eingeführt, die das Leben der Serie belebt und bereichert haben. Da wären zuallererst Charlotte Lewis (Rebecca Mader) , Miles Straume (Ken Leung)und Frank Lapidus (Jeff Fahay), die mit dem Frachter auf die Insel kommen und kurz darauf die verständliche moralische Entscheidung treffen, an den Mordtaten der Söldner nicht teilhaben zu wollen. Sie laufen zu den Überlebenden des Flugs 815 über, was eine Handlungweise ist, die immer mal wieder in der Serie zu sehen ist.
Außerdem kam der Wissenschaftler Daniel Faraday (Jeremy Davies) auf die Insel, der immer kurz vor einer Art geistigen Zusammenbruch steht, aber die Welt mathematisch durchschauen kann. Daniel Faraday war für die Serie eine wichtige Figur, weil er den Handlungen der darauf folgenden Staffel einen wissenschaftlichen Hintergrund verleihen konnte, auch wenn er sich das Zeitreisenphänomen auch nicht so richtig erklären konnte.


Charlotte Lewis und Daniel Faraday wurden zu wichtigen Figuren der Serie: Sie verband eine große Liebe. Faraday, der die junge Charlotte bereits als Kind an einem Ort getroffen hatte, den sie und er bald verlassen mussten. Es war die Insel, auf der die beiden durch die Zeiten zusammenkamen. Auch hier entwickelte „Lost“ die typische epische Liebesgeschichte zwischen Mann und Frau, die zu unterschiedlichen Zeiten sterben, so dass die männliche Figur dazu verdammt ist, den Tod seiner großen Liebe zu sehen: Es war Charlotte Lewis die als erste dahin gerafft wurde, was sich durch episches Nasenbluten ankündigte.


Trotz dieses eher althergebrachten Dramas konnte die Geschichte zwischen den beiden Figuren unterhalten, zumindest für einige Folgen der vierten und fünften Staffel.
Außerdem ist in einigen Folgen dieser Staffel der Schauspieler Fisher Stevens in einer kleineren Rolle zu sehen. Der begnadete Schauspieler, der in Deutschland zum Beispiel durch die Serie „Allein gegen die Zukunft“ bekannt geworden ist, gibt in der „Lost“-Serie den Kommunikationsoffizier George Minkowski, der an den Folgen einer Expedition zur Insel einen grausamen Tod stirbt. Auch diese Geschichte im „Lost“-Universum ist einen Blick wert.
Unterhaltsam war aber auch der Hype, der sich rund um die Fernsehserie entwickelte und der von den Produzent_innen und dem Fernsehstudio „ABC“ tatkräftigt unterstützt wurde. Wie schon um „Star Trek“ oder „Akte X“ entwickelte sich eine Fankultur. Auf Fanconvention traten die Darsteller_innen vor hunderten von Menschen auf, die sich in der Kleidung, die in der Serie getragen wurde, zeigten. Selbstgemachte Trailer oder gar eigenes Lost-Material wurde auf den einschlägigen Internetseiten wie Youtube präsentiert. Tausende beteiligten sich an irgendwelchen Online-Spielen im Internet und natürlich gab es auch ein Computerspiel zu Serie. „Lost Via Domus“ nannte sich das Spiel, dass wahrscheinlich nur für fanatische Lost-Nerds von Interesse gewesen sein wird, genauso wie das Computerspiel zur Serie „Frauenknast“ nur für die Zuschauer_innen dieser Serie von Belang sein dürfte. Ein Computer-Spiel über eine Serie ist allerdings immer auch Ausdruck eines gewissen Erfolgs, den die Serie den Zuschauer_innen zu verdanken hat. „Lost“ war für viele Zuschauer_innen über die Jahre von einer unten vielen Serien, zu der Serie der Serien geworden.

Timetunnel.
In der fünften Staffel der Serie befanden die Produzent_innen und Autor_innen, dass der Serie eine Art neues Make-Up verpasst werden müsste. Der „Disney“-Konzern, dem der amerikanische Fernsehsender „ABC“ gehört, hatte sich dafür entschieden, die Serie nach der sechsten Staffel einzustellen und mit einem großen Finale zu beenden. Die Einschaltquoten sanken und die Zuschauer_innen sollten weiterhin bei der Fernsehserie gehalten werden, weil es Quereinsteiger_innen fast unmöglich war, die komplexen Handlungsverläufe nachzuvollziehen. Die Autor_innen entschieden sich für die Flucht nach vorn. Damon Lindeloff und Carlton Cuse, die Hauptautoren und Produzenten der Serie, zeigten sich noch einmal von ihrer mutigen Seite und brachen ein weiteres Mal mit den gewohnten Bildern, in dem sie einige Protagonist_innen in die Vergangenheit schickten: Miles Straume, „Sawyer“ und Daniel Faraday switchten durch verschiedene Zeiten um letztendlich in den 70′er Jahren des letzten Jahrhunderts zu landen. Die Zeitreisen wurden durch ein mysteriöses Rad erklärt, dass an eine geheimnisvolle Materie gekoppelt war und gedreht werden konnte, was unter anderem wieder einmal John Locke übernahm, der sich – wie so oft – dafür bestimmt hielt. Die „Oceanic Six“ kehren ebenfalls zurück und werden, welch Zufall, zumindest zum Teil, ebenfalls in die 70′er Jahre des letzten Jahrhunderts verfrachtet.

In den 70′er Jahren wurden die Überlebenden dann Mitglieder der „Dharma Iniative“ auf deren Überreste die Überlebenden bereits in den vorherigen Staffeln gestoßen war und um die sich allerhand Mysterien rankten. Es war nämlich eine Initiative wie sie Verschwörungstheoretiker_innen gefallen durfte: Sie agierte mehr oder weniger im geheimen, besaß mächtige Hintermänner und verfügte über ein Firmengeflecht, mit dem sie auf die weltweiten Geschehnisse beeinflussen und die mächtige Insel zumindest teilweise unter ihre Kontrolle bringen konnten. Die nach außen eher harmlos wirkende Initiative war allerdings schwer bewaffnet, bei den Gruppentreffen wurde auch schon mal die Exekution vermeintlicher oder tatsächlicher Verräter beschlossen.
Die geheimnisvolle Station, die die Überlebenden in der zweiten Staffel entdeckten, war von den Mitgliedern der „Dharma Initiative“ betrieben worden, ebenso wie viele andere Orte und Stationen der Insel von dieser Hippie-Wissenschafts-Initiative bevölkert wurden. Auch Benjamin Linus war ein Mitglied der „Dharma Initiative“. Als unteres Mitglied dieser Gesellschaft, deren hierarchische Gliederung einen sozialen Aufstieg verunmöglichte, griff Benjamin Linus mit einigen Gefährten zu einem Mittel, das ihm angemessen erschien. Er praktizierte einen Massenmord, als er die Mitglieder der „Dharma Initiative“, darunter auch seinen trinkenden, sadistischen Vater ermordete um die Macht – im Namen des geheimnisvollen Jakobs und der „Anderen“ – zu übernehmen.
Nun waren einige Hauptfiguren in den 70′er Jahren gestrandet und wussten das Benjamin Linus, zu diesem Zeitpunkt noch ein kleines Kind, in ferner Zukunft einen Genozid begehen würde. Es war der Folterer Sayid, der sich dazu entschied, den späteren Massenmord durch einen gezielten Schuss in das Herz des Kindes zu verhindern. Doch Benjamin Linus wurde lediglich schwer verletzt, von den „Anderen“ verarztet und dadurch in deren Arme getrieben, auch wenn Benjamin – um den Schein zu erhalten – in die Gesellschaft der „Dharma Initiative“ zurückkehrte. Es war der versuchte Mord, der aus dem Opfer einen Mörder ohne Skrupel machte. Doch diese Auswirkungen seines Handelns waren Sayid Jerrah sicherlich nicht bewusst. Ebenso ging es dem Wissenschaftler Daniel Faraday, der ebenfalls durch die Zeit switchte und auf eine junge Charlotte Lewis traf, die er um bedingt davon abhalten wollte, zurück zur Insel zu kehren, wo sie nur der Tod erwartete. Dabei leistete er ihrem Wunsch nach einer späteren Rückkehr auf die Insel durch seinen rasanten und bedrohlichen Auftritt eher Vorschub. Durch die Handlungen der Protagonist_innen der Serie „Lost“ in der Vergangenheit wurde in der Gegenwart zu dem, was sie ist und was die Zuschauer_innen in den vorherigen Staffeln erleben durften. Es ist unter anderem diese Komplexität, die „Lost“ zu diesem faszinierenden Stück Fernsehen gemacht hat.

In dieser Staffel gelang es, durch die Zeitreisen, die Auseinandersetzung zwischen den Einheimischen und „Anderen“ in ein neues Licht zu rücken. Waren es in der ersten Staffel die Überlebenden, die hoch gerüsteten „Anderen“ gegenüberstanden, waren es in der fünften Staffel die hoch gerüsteten Bewohner_innen der „Dharma Initiative“, die diese „Anderen“ mit ihren Mitteln bekämpfte, bis sie durch inneren Verrat vernichtet wurden: Die bereits erwähnten Zeitreisen werden lediglich durch die Zahlen und Formeln des Wissenschaftlers verklärt, der aber oftmals selbst nicht zu wissen scheint, was ihm gerade passiert. Die Zuschauer_innen sehen zwar, wie das magische Rad gedreht wird, dass die Insel von einem Ort an einen anderem Ort im riesigen Ozean versetzen kann. Schuld daran ist das „Licht“, das die Zuschauer_innen zwar sehen, aber nicht vermittelt bekommen.
Dafür gibt es ein Wiedersehen mit Professor Chang, der zudem auch noch der Vater der Hauptfigur Miles Straume ist, der die Insel ebenfalls als Kind verlassen musste. Professor Chang kannten die Zuschauer_innen aus den vorherigen Staffeln. Er war die Hauptfigur vieler Dharma Schulungsvideos, die in den geheimnisvollen Stationen der Insel hinterlassen wurden. Nun durften die Zuschauer_innen an der Produktion der Videos teilhaben, die die Zuschauer_innen einige Jahre zuvor und die Überlebenden etwa 35 Jahre später beschäftigt hatte. Professor Chang war ebenfalls in einigen Videos zu sehen, die von den Produzent_innen für die Internetvideoportale erstellt wurden, um den Hype um die Serie zu befeuern und eine kostenlose Werbeplattform zu nutzen. Diese kurzen Clips wurden den begeisterten Zuschauer_innen auf den Conventions präsentiert, als eine Art Appetizer, die Raum für neue Spekulationen bieten sollten. Leider wurden diese kurzen Clips nicht in die normale Fernsehhandlung eingebunden. So wurde also Material produziert, dass letztendlich nicht in die Handlung passt. Warum Damon Lindeloff und die anderen Autor_innen nicht mehr Mühe verwendeten ist klar. „Lost“ war kein Liebes-Produkt, sondern für den kapitalistischen Markt gefertigt worden, was dazu führte, dass die absolute Gefahr bestand, dass die Autor_innen sich in den zahlreichen Mysterien verrennen würden und keine Fragen mehr beantworten könnten, weil sie zuviele Widersprüche geschaffen hätten. Dann wäre der angebliche rote Faden, der die Serie zusammenhalten würde, doch nicht in den Köpfen der Autor_innen vorhanden gewesen, auch wenn diese es immer wieder großspurig behaupteten. Die großartige Serie „Akte X“ hatte genau dieses Problem und ist bis heute unvollendet geblieben, die Geschichte wurde in keiner Weise zu einem Ende gebracht. Auch „Lost“ drohte, am Ende der fünften Staffel genau solch ein unrühmliches Ende, das – im Fall der Serie „Akte X“ - viele Zuschauer_innen bis heute erzürnt.
Doch im Finale kommen die Held_innen der epischen Erzählung auf die Idee, die Geschichte zu verändern, obwohl bereits andere Geschichten bewiesen haben, dass dies den Protoganost_innen nicht möglich ist: „What happend, happend“. Der Unfall, der dazu führte, dass die riesige Menge Energie, das „Licht“, freigesetzt wurde, soll durch eine Atombombe verhindert werden. Die Held_innen der Geschichte haben die Autombombe bei einem Zeitsprung in die 50′er Jahre des letzten Jahrhunderts verbudelt, weil sie von der US-Army leck zurückgelassen wurde und die „Anderen“ bedrohte. Die Existenz der „Anderen“ ist nämlich eine Konstante auf der Insel, die Zuschauer_innen und Held_innen auf ihren Reisen durch die Jahrzehnte erleben dürfen. Stets werden sie dabei von Neuankömmlingen als „Bedrohung“ wahrgenommen und – wie so oft – trügt der Schein. Denn es ist höchst wahrscheinlich, dass es Jack und die anderen Held_innen des Epos sind, die durch ihren unkonventionellen Einsatz der Atombombe, erst der eigentliche Auslöser des Unfalls sind, der dazu führt das eine Station errichtet wird, in der ein Mensch namens Desmond Hume, an einem verhängnisvollen Tag die Kombination zu spät in den Computer hackte, was zum Absturz und zur anschließenden Zeitreise der „Überlebenden“ führt. Ein Kreis wurde auf wundervolle Art und Weise geschlossen.

Im Übrigen gehört die Explosion der Atom-Bombe zu einem der unrealistischen Ereignisse der Fernsehgeschichte. Noch in den 50′er Jahren besteht die Gefahr durch die radioaktive Strahlung der nicht gezündeten Atombombe verstrahlt zu werden, in den 70′er Jahren explodiert die Bombe in der direkten Nähe der Held_innen, die nicht etwa umkommen, sondern durch die Zeit reisen, in der es keine Folgeschäden durch die Bombe gibt. „Lost“ ist an dieser Stelle wie ein guter, phantasievoller Comic: Auf der Insel funktionieren die Dinge ein bisschen anders, als in unserer Realität: Das ist die Hauptaussage dieser rasanten fünften Staffel, die einen Tunnel durch die Zeit, einen Blick in die Geschichte der Insel eröffnet. Im Finale gab es allerdings auch einen ersten Blick auf Jakob und seinen Gegenspieler, eine Art dunkle Seite der Macht. Apropos dunkle Seite der Macht. Die Autor_innen haben sich ein ums andere Mal von der Mythologie der Science-Fiction-Filme „Star Wars“ inspirieren lassen. Das führt sogar so weit, dass einer der Darsteller, Hugo Reyes, in den 70′er Jahren ein Drehbuch anfertigt, mit dem er die gröbsten Dummheiten aus „Star Wars II: The Empire strikes back“ beseitigen wollte.


Das Ende.

Achtung. Spoiler.


Das Jahr 2010 sollte auch das Jahr des Endes der Fernsehserie „Lost“ sein, so hatten es die Produzent_innen versprochen. Nun also endlich ein richtiges Finale, keine ominöse Werbefälschung, auf die ich Anfang der ersten Staffel hineingefallen war, sondern ein absolutes Ende. Doch zuvor begeisterte die Serie durch eine besonders eindrucksvolle Folge: In „Ab Aeterno“ sahen die Zuschauer_innen die Leiden des nicht alternden Richard Alpert, der vor hunderten von Jahren seine große Liebe verlor und auf der Insel strandete. Dort begegnet er dem Rauchmonster, dass – so erfahren es die staunenden Zuschauer_innen in dieser Staffel – ebenfalls die Gestalt von Toten annehmen kann und die dunkle Seite symbolisieren würde. So ganz kann ich mich der Erklärung nicht verschließen, dass die Autor_innen, als sie „Smokey“ einführten, noch gar keine Erklärung hatten und nun – in der finalen Staffel – nach dem erstbesten Strohalm griffen, der ihnen einfiel.
Letztendlich ist also das ganze Lost-Insel nur eine kleine Universum, in der „Gut“ und „Böse“ einen ewigen Kampf ausfechten. Sollte das „Böse“ siegen, dass heißt das Rauchmonster entgültig die Oberhand gewinnen, bricht die Nacht herein und das „Licht“, dass beschützt werden müsse, würde erlöschen. Schwarz gegen Weiß. Gut gegen Böse: Das ist die Essenz der sechsten Staffel. Die Grenzen sind in dieser Staffel wieder klar zu erkennen. Ein Grau ist hier in keiner Weise mehr vorhanden, wenn auch Benjamin Linus in einigen Szenen diesen Eindruck erweckte.
Dafür wird auf die Tränendrüse gedrückt. Gegen Ende der letzten Staffel sterben unsere Held_innen wie die Fliegen und das ist für einen Lost-Fan wahnsinnig traurig. Da kullern die Tränen, wenn mensch sich von den lieb gewonnenen Held_innen verabschieden muss, die sechs Jahre lang begleitet wurden und nun einen viel zu frühen Tod sterben.
Zeitgleich bekommen die Zuschauer_innen „Flash Sideways“ präsentiert; doch diese Handlungsebene ist eigentlich vollkommen irrelevant: Es handelt sich um eine ferne Welt zwischen Erde und Himmel, in der die Held_innen einige Zeit zusammenleben um gemeinsam fortzuziehen. Immerhin können auf diese Art und Weise einige Charaktere erneut auftauchen, die in der Realität bereits lange Tod sind.
Während dessen wird auf der Insel dafür gesorgt, dass die dunkle Seite der Macht, „Smokey“, keine Gefahr mehr darstellt und Jakob findet seinen endgültigen Nachfolger, während einige Überlebende es tatsächlich in die Freiheit schaffen. Dabei wird ein grandioses stilistisches Mittel aus der allerersten Folge verwendet und zumindest auf diese Art und Weise der erzählerische Kreis geschlossen. Das ist mehr, als bei vielen anderen Serien, gerade aus dem Mystery-Bereich. Doch das „Lost“-Finale bietet kein abschließendes, alles erklärendes Ende. Viele Fragen bleiben offen.


Die Produzent_innen und Autor_innen haben sich auf diese Art und Weise ein „Schlupfloch“ geschaffen. Theoretisch ist es ohne große Schwierigkeiten möglich, einen Kinofilm oder ein Spin-Off zu produzieren. Die Zuschauer_innen könnten mit der Ankündigung, dass diesmal alle Fragen geklärt werden, vor die Bildschirme und Leinwände gelockt werden. Leider haben die Produzent_innen ein absolutes Ende ankündigt und das leider nicht umgesetzt. Einer endlosen Geschichte a la „Star Trek“ steht also nichts mehr im Wege. Ich hoffe dann doch sehr, auf „Lost – The Movie“ , Teil Eins bis Zehn.
Aber auch mit diesem eventuell doch eher vorläufigen Ende ist „Lost“ eine der besten Fernsehserien, die jemals über die Fernsehschirme flimmerte. Wer sich die Zeit für die 121 Folgen nimmt, wird durch eine Serie belohnt, die im besten Sinne unterhält und das ist nur wenigen Serien gelungen. Zudem ist „Lost“ ein Stoff mit dem sich weiterhin Geld verdienen läßt: Bitte! Liebe „Disney“-Entscheidungsträger, bitte Damon Lindeloff und Carlton Cuse: Produziert ganz schnell ein Spin-Off.
„Lost“ – du wirst mir fehlen. Ich werde dich und die Insel niemals vergessen können und mit Nostalgie an die wunderschöne Zeit denken, die du ermöglicht hast. An die vielen Fernsehabende, an denen ich dich – geliebte Serie – erleben durfte. Der Abschied fällt schwer, aber zum Glück gibt es dich auf DVD zu kaufen!


„Linke Ratte“ vs. „Feldherr“.

Es war das von RTL 2 und „Endemol“ herbeigesehnte „Duell“ zwischen einem alternden Porno-Sternchen und einem jungen Kampfsportler, das zur besten Sendezeit über die Bildschirme flimmerte. Im Rahmen der Container-Show „Big Brother“, bei der verschiedenen Kandidat_innen vierundzwanzig Stunden am Tag von Kameras überwacht werden, kam es zum „Duell der Giganten“.
Auf der einen Seite Klaus Aichholzer (s. Foto), der unter anderem mit dem Künstlernamen „Porno Klaus“ oder „Mike – The Machine“ verschiedene Pornos drehte, bei Diether Bohlens Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) auftrat und sich für das Internetportal der „Bild“ – „Zeitung“ Dartpfeile auf seinen blanken Arsch werfen ließ. Auf der anderen Seite der Kampfsportler Uwe Schüder aus Hamburg, der vor seinem Einzug in den Container als „Mr Hamburg“ fungierte und ein Liebling der lokalen Medien war, die beispielsweise die traurige Geschichten über die „hässliche Kindheit des schönsten Hamburgers“ („Mopo“) veröffentlichte. Die Zuschauer_innen durften per Telefonanruf entscheiden, welcher der Kandidaten den Container verlassen musste.
Doch zuvor kam es zu einem „Hänge-Match“, bei dem beide Kandidaten gegeneinander antreten mussten: Porno-Star gegen Kampfsportler. Das ist typische deutsche Abend-Unterhaltung, wie sie dem geneigten Publikum vor den Fernsehschirmen gefallen dürfte. Doch zwischen den beiden Kandidaten kochten die Emotionen etwas zu hoch. Im Rahmen der Live-Show, die am gestrigen Abend um 21 Uhr 15 auf RTL 2 zu sehen war, beschimpfte Klaus Aichholzer seinen Konkurenten unter anderem als „linke Ratte“. Uwe Schüder ließ sich von solchen verbalen Entgleisungen nicht aus der Ruhe bringen und konterte: „Besser als rechts zu sein“. Gewonnen hat natürlich der Pornostar Klaus Aichholzer, der seinen Gegner als „linke Ratte“ denunzierte. Vielleicht hat dieser verbale Ausfall seinen Teil dazu beigetragen, dass sich die Mehrheit der Zuschauer_innen gegen Uwe Schüder entschieden hat.

Der „Callboy Klaus“ Aichholzer befindet sich also weiterhin im Container. Nachdem er sich bereits gegen das schwule Pärchen, den Wohnungslosen, die Student_innen und die „linke Ratte“ durchgesetzt hat, dürfte er sich weiterhin große Aussichten auf den Sieg bei der Container-Show und die daraus resultierenden Sanges-Karriere am Ballermann machen. Die begeisterten Fans des Klaus Aichholzer, die sich voller Inbrunst „Klausianer“ nennen, müssen also noch abwarten, bis sie ihren Star, den so genannten „Feldherren“, auf den Bühnen des Ballermanns begrüßen dürfen.

Das „Gift“ namens „Playstation“.

Mit einer verrückten Verschwörungstheorien macht der venezulanische Präsident Hugo Chavez mal wieder auf sich aufmerksam…

… den ganzen Artikel gibt es im neuen Reflexion-Blog: KLICK!