Archiv der Kategorie 'Kommunismus!'

Es ist angerichtet.

Irgendwann geht es weiter (26.01.2014).

Der Marsch der 0,00009 Prozent.

Auf dem Marsch der „Occupy-Bewegung“ der Wochenende in Berlin stattfand, durfte die verschwörungsideologische Band „Die Bandbreite“ auftreten, der Antifaschist_innen „sexis­ti­sche, anti­se­mi­ti­sche und NS-relativierende Song­texte” vorwerfen.

Ein ausführlicher Bericht findet sich im brandneuen Reflexion-Weblog unter www.reflexion-blog.com. Die Adresse sollten sich Leser_innen dieses Blogs merken, denn dort entsteht die neue Internetpräsenz. Es würde mich freuen, wenn ihr dort vorbeischaut.


Der Bandbreite-Sänger am Lautsprecherwagen von Occupy-Berlin.

Direkt zum Bericht.

Imagine.

Die von der deutschen Ideologie formulierten und ausgeführten Ausschlüsse gehen weit über die hinaus, die für die kapitalistische Produktionsweise notwen­dig sind. Nicht nur der über den Sieg an der Ostfront gestellte Betrieb der Ver­nichtungslager bleibt unerklärlich, wenn man sie nicht mitdenkt, sondern auch der deutsche Alltag. Immer noch wird diese Ideologie jeden Tag reproduziert und in der Praxis vollzogen: von den Vertriebenenverbänden, die keinen Frieden mit Polen und Tschechien schließen wollen, von den Antiziganist_innen, die im Juli 2011 in Leverkusen ein von Roma bewohntes Haus anzündeten, von Sachbearbei­ter_innen im Jobcenter, von Fußballkommentator_innen, die von ‚deutschen Tugenden‘ im Sport faseln, von Nazischläger_innen auf der Straße – und von linken Antisemit_innen, die dasselbe hassen wie ihre Nazigroßeltern: die USA und Israel.
Gegen sie alle gilt es, weiterhin die Kritik an den deutschen Verhältnissen zu schärfen und dabei auch jene einzubeziehen, die über eine verflachte Analyse der Verhältnisse und der Nation im Speziellen sowie den Aufruf zur Praxis versu­chen, die ‚linke Masse‘ zu mobilisieren. Solange die Mehrheit der Bevölkerung bis hinein in die radikale Linke weiterhin der deutschen Ideologie anhängt, wird sich eine radikale Kritik notwendig gegen diese richten müssen.

Aus einem Aufruf gegen die Einheitsfeierlichkeiten am 3. Oktober 2011 in Bonn.

„Kommunismus sieht anders aus“.

In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag hat sich irgendjemand Zutritt zu unserem Tagungsort und dem – verschlossenen – Plenumssaal verschafft und dort rote Fahnen verschwinden lassen, das KI-Logo heruntergerissen, rund 50,- Euro aus den Spendendosen der Materialien- und Zeitungstische gestohlen und eine Kamera zerstört. Garniert war das Ganze mit einer halbvoll stehen gelassenen Bierflasche und der Botschaft: „Kommunismus sieht anders aus“.

Frank Flegel, Herausgeber eines Monatsmagazins namens „Offensiv“, berichtet über ein Treffen der „Kommunistischen Initiative“ in Hannover. Das Treffen wurde an anderer Stelle ausführlicher beschrieben.

Stalinisten im „Anarchistentreff“.

Die 70′er Jahren des letzten Jahrhunderts waren des Jahrzehnt der K-Gruppen. Diese Gruppierungen sahen sich selbst oftmals als Nachfolgeorganisation der Kommunistischen Partei Deutschlands und traten auch ideologisch in die Fußstapfen der Partei. Nationalistische Forderungen wie das Ziel der Wiedervereinigung in einem sozialistischen Deutschland wurden von zahlreichen K-Gruppen vertreten. Auf dem Cover der Partei-Zeitschriften prangten Marx, Engels, Lenin, Stalin und manchmal auch Mao oder gar Envar Hodscha. Die K-Gruppen wirkten wie eine ernstgemeinte Parodien auf die Kommunist_innen der zwanziger Jahre. Doch das sind Geschichten aus vergangen Zeiten, viel interessanter sind doch die K-Gruppen, die in der heutigen Zeit existieren.
Ein ganz besonderes Beispiel ist die „Kommunistische Initiative“, die sich als überparteiliche Sammlungsorganisation versteht und dem „Revisionismus“, „Links- und Rechtsopportunismus“ in anderen Konkurenzorganisationen den Kampf angesagt hat. Der tobt aber auch in den eigenen Reihen. Nach inneren Auseinandersetzungen, die als „Säuberung und Reinigung“ von „Elementen“ beschrieben wird, kam es zur zweiten Perspektivkonferenz der K-Gruppe, die zwar keine Parodie auf die Parteikongresse der historischen Kommunistischen Partei sein sollte – aber wie eine wirkte….

… den ganzen Artikel gibt es im neuen Reflexion-Weblog.

Sternstunde der Kritik I.

fuer mich persoenlich ists irgendwie so, dass letztlich erstmal jede bewegung meine solidaritaet geniesst, die ich persoenlich fuer in irgendeinerweise emanzipatorisch halte. auch wenns zb ne antirassistische ist, die auch teilweise sexisitisch ist. oder ne antikapitalistische, die teilweise sexismen oder rassismen reproduziert.

Beim Rassismus und Sexismus drückt der „heterosexuelle Akademiker“ schon mal ein oder zwei Augen zu, solange die Bewegung dann irgendwie „ne antikapitalistische“ ist. Was sich nach einem gruseligen Text aus dunkelsten Zeiten des „linken“ Anti-Imperialismus anhört, stammt aus der aktuellen Ausgabe (S. 34) einer autonomen Szene-Zeitschrift, in der ansonsten keine Leser_innenbriefe veröffentlicht werden. Dort spricht sich ein Mensch, der sich selbst als „maennlicher sozialisierter, Weisser, heterosexueller akademiker“ bezeichnet, für die Zusammenarbeit mit allerlei Bewegungen aus, die durchaus sexistisch sein dürfen, solange sie sich antirassistisch artikulieren. Bei antikapitalistischen Bewegungen drückt er ebenfalls ein oder zwei Augen zu, wenn sie „teilweise sexismen oder rassismen reproduziert“. Vom Antisemitismus schweigt der „akadamiker“. Allen Menschen, die mit jedem Rassismus und Sexismus ein Problem haben, unterstellt er im Übrigen, dass sie „auf die perfekte bewegung warten“ wollen. Da hat er nicht ganz Unrecht, denn mit seinen Bewegungen möchte zumindest ich nichts zu tun haben.

„Kommunisten fressen kleine Kinder“.


Eine antikommunistische Kundgebung der CDU in Berlin – Lichtenberg wurde am 22.01.2011 gestört. Berichte gibt es im Internetportal „Indymedia“ und bei „Classless“. Die Antikommunistin Vera Lengsfeld beklagt sich an anderer Stelle: Kaum „hatten sich die CDU-Demonstranten versammelt, tauchten junge Leute auf, die sich mit ihren Schildern vor sie stellen. ‚Marx, Engels, Lenin, Lötzsch‘, stand auf einem, ‚Kein Gulag im Spreewald‘, auf einem anderen (…). Einige hatten sich für die erwartete Konfrontation mit der CDU schon Mut angetrunken, andere holten das an Ort und Stelle mit Bier, Wein und dem kapitalistischsten aller Getränke, Sekt, nach (…). Mit dem Alkoholpegel stieg die Agressivität. Sprechchöre, Beschimpfungen, Schmähungen (…).“ Das „Forum der Nicht Arbeit“ dokumentiert die Kundgebung unterdessen mit einem Video, das an dieser Stelle zu sehen ist. Sowjetfans, Antikommunist_innen und Kommunist_innen an einem Ort. Klingt nach einer lustigen Mischung. Dies macht auch das auf dem Foto zu sehende großartige Schild deutlich: „Kommunisten fressen kleine Kinder (mit Bautzner Senf). Fast schon schade, dass ich nicht dabei sein konnte…

Zitat des Tages I.

„Nicht nur in den Bauernhäusern, sondern auch in den Wolkenkratzern der Städte lebt neben dem zwanzigsten Jahrhundert heute noch das zehnte oder dreizehnte. Hunderte Millionen Menschen benutzen den elektrischen Strom, ohne aufzuhören, an die magische Kraft von Gesten und Beschwörungen zu glauben. Der römische Papst predigt durchs Radio vom Wunder der Verwandlung des Wassers in Wein. Kinostars laufen zur Wahrsagerin. Flugzeugführer, die wunderbare, vom Genie des Menschen erschaffene Mechanismen lenken, tragen unter dem Sweater Amulette. Was für unerschöpfliche Vorräte an Finsternis, Unwissenheit, Wildheit! Die Verzweiflung hat sie auf die Beine gebracht, der Faschismus wies ihnen die Richtung. All das, was bei ungehinderter Entwicklung der Gesellschaft vom nationalen Organismus als Kulturexkrement ausgeschieden werden mußte, kommt jetzt durch den Schlund hoch; die kapitalistische Zivilisation erbricht die unverdaute Barbarei. Das ist die Physiologie des Nationalsozialismus.“
Leo Trotzki (1933).