Hallo! Inhalte dieses Blogs und viele weitere Artikel finden sich nun im neuen Reflexion-Weblog. Diese Seite dient lediglich als vorläufiges Archiv. Schaut dahin:
Archiv der Kategorie 'Kritik'
Auf dem Marsch der „Occupy-Bewegung“ der Wochenende in Berlin stattfand, durfte die verschwörungsideologische Band „Die Bandbreite“ auftreten, der Antifaschist_innen „sexistische, antisemitische und NS-relativierende Songtexte” vorwerfen.

Der Bandbreite-Sänger am Lautsprecherwagen von Occupy-Berlin.
Irgendwann im letzten Jahr kommen die Mitarbeiter_innen eines Hauptstadtbüros, die irgendwas mit Medien machen, auf eine Idee: Man nehme das ehemalige GZSZ-Sternchen Yvonne Catterfeld, klaue den Plot von Titanic, mische dies mit einer Prise Pearl Harbour und verlege die Handlung auf ein deutsches U-Boot. Fertig ist das „Historien-Drama“, das voll im Trend liegt. Mit „Der Untergang“, „Jud Süß – ein Film als Verbrechen“ oder „Hindenburg“ hat die deutsche Filmindustrie schließlich gelernt, dass verharmlosende Stoffe, mit denen die Deutschen zum Opfer gemacht werden, beim deutschen Publikum gut ankommen. Die Unterstützung des deutschen Feuilletons ist gewiss und mit Yvonne Catterfeld kann man sogar auf eine Darstellerin zurückgreifen, die das geschichtsvergessene RTL-Publikum anspricht. Das große Sat1-Drama war am 18.10.2011 im deutschen Fernsehen zu sehen…
… die ganze Filmkritik kann im neuen Reflexion-Weblog gelesen werden.
Am vergangenen Sonntag zeigte RTL mal wieder eine Eigenproduktion, für die der Fernsehsender berühmt und berüchtigt ist. „Bermuda-Dreieck Nordsee“ lautete der Name des Streifens, für den RTL wochenlang geworben hatte. Der Film handelt von einer fiesen Konzernchefin, die die deutsche Umwelt versaut. In der originalen Fassung lautete der Name der Firma „Global Senergy“, fast wie der Name der schottischen Energiefirma „Senergy“. Nach rechtlichen Drohungen wurden sämtliche Szenen entfernt oder überarbeitet, in denen der Name der Firma zu sehen oder zu hören ist. Einige Szenen wurden in aller Eile nachsynchronisiert. Daher konnte der Film dann am Sonntag, den 25.09.2011, doch noch gesendet werden. Eigentlich schade: Den Zuschauer_innen wäre einiges erspart geblieben…
Die von der deutschen Ideologie formulierten und ausgeführten Ausschlüsse gehen weit über die hinaus, die für die kapitalistische Produktionsweise notwendig sind. Nicht nur der über den Sieg an der Ostfront gestellte Betrieb der Vernichtungslager bleibt unerklärlich, wenn man sie nicht mitdenkt, sondern auch der deutsche Alltag. Immer noch wird diese Ideologie jeden Tag reproduziert und in der Praxis vollzogen: von den Vertriebenenverbänden, die keinen Frieden mit Polen und Tschechien schließen wollen, von den Antiziganist_innen, die im Juli 2011 in Leverkusen ein von Roma bewohntes Haus anzündeten, von Sachbearbeiter_innen im Jobcenter, von Fußballkommentator_innen, die von ‚deutschen Tugenden‘ im Sport faseln, von Nazischläger_innen auf der Straße – und von linken Antisemit_innen, die dasselbe hassen wie ihre Nazigroßeltern: die USA und Israel.
Gegen sie alle gilt es, weiterhin die Kritik an den deutschen Verhältnissen zu schärfen und dabei auch jene einzubeziehen, die über eine verflachte Analyse der Verhältnisse und der Nation im Speziellen sowie den Aufruf zur Praxis versuchen, die ‚linke Masse‘ zu mobilisieren. Solange die Mehrheit der Bevölkerung bis hinein in die radikale Linke weiterhin der deutschen Ideologie anhängt, wird sich eine radikale Kritik notwendig gegen diese richten müssen.
Aus einem Aufruf gegen die Einheitsfeierlichkeiten am 3. Oktober 2011 in Bonn.
Vor einiger Zeit beschäftigte ich mich mit dem ersten „Zeitgeist“-Film, der ein verschwörungsideologisches, revisionistisches und antisemitisches Machwerk darstellt. In diesem Film werden die Vereinigten Staaten von Amerika unter anderem für alle Weltkriege verantwortlich gemacht und die historischen Ereignisse des 11. September 2001 umgedeutet. Für Ereignisse wird eine gigantische Verschwörung verantwortlich gemacht. Außerdem wird dort eine Zinskritik betrieben, deren struktureller Antisemitismus nicht zu übersehen ist. Eigentlich hatte sich die „Zeitgeist“-Reihe damit erledigt; schließlich reicht bereits ein Blick in den ersten Film, um die Mechanismen und die propagandistischen Methoden des „Zeitgeist“-Machers Peter Joseph deutlich aufzuzeigen. Dieser hat nicht nur drei Filme, sondern auch eine Bewegung ins Leben gerufen, die innerhalb der „Truther“- und „Infokrieger“-Szene einen nicht zu unterschätzenden Einfluss erlangte. Als nun Anfang 2011 der dritte Teil dieser Reihe erschien, überraschte mich das Lob, mit dem ihn einige Autor_innen überschütteten. So schreibt der Autor Thomas Konicz beispielsweise: „In 161 Minuten ist Regisseur Peter Joseph im dritten Teil seiner Zeitgeist-Filmserie bemüht, den Zuschauer von der Notwendigkeit einer baldigen Überwindung der kapitalistischen Produktionsweise zu überzeugen“. Trotz „Unzulänglichkeiten“ würde der Film „in die richtige Richtung“ voranschreiten. Es war also wieder an der Zeit sich vor den Fernseher zu setzen und den dritten Teil dieser Reihe, der mit dem Untertitel „Moving Forward“ versehen ist, zu sehen…
„(…) Wir danken den verbündeten Armeen, der Amerikaner, Engländer, Sowjets und allen Freiheitsarmeen, die uns und der gesamten Welt Frieden und das Leben erkämpfen. Wir gedenken an dieser Stelle des grossen Freundes der Antifaschisten aller Länder, eines Organisatoren und Initiatoren des Kampfes um eine neue demokratische, friedliche Welt, F. D. Roosevelt. Ehre seinem Andenken! (….)“
(Schwur von Buchenwald, 1945)
Mehr zum Thema gibt es hier.„Der radikale Antimilitarismus des Schwures der Antifaschisten von Buchenwald scheint in vielen Kreisen der deutschen Linken offenbar abhanden gekommen zu sein.“
(Antimilitarist_innen, 2011)
Als eifriger Leser diverser Jugendzeitschriften, wie zum Beispiel dem Qualitätsmagazin „Bravo“, habe ich am einem der vergangenen Sonntage direkt nach den RTL2-Nachrichten meine Fernbedienung ergriffen und auf den Fernsehsender Pro Sieben geschaltet. Dort, wo Dummheiten wie „Two and a Half Man“ neben Meisterwerken wie den „Simpsons“ zu sehen sind, wurde nämlich ein ganz besonderes Spektakel geboten: Der erste „Twilight“-Film war das erste Mal im Free-TV zu sehen. Irgendwie erschien es mir logisch, diesen Film anzuschauen, um die zahlreichen Huldigungen in den bereits erwähnten „Jugendzeitschriften“ zu verstehen. Dort werden die Filme um die menschliche Bella und dem weißen Supervampir Edward Cullen als Meisterwerke der modernen Filmkunst verkauft, die man gesehen haben muss. Endlich, so könnte man meinen, war es dann soweit. Das zeigte auch das blutrote Pro-Sieben Zeichen, das auf den Blockbuster hinwies…
… die ganze Filmkritik kann im neuen Reflexion-Weblog gelesen werden.