Tag-Archiv für 'antideutsch'

Sternstunde der Kritik II.

Die schon seit Mittwoch zahlreich vertretenen Festival-Besuchern sind sich einig darin, dass die Antifa-Vorwürfe gegenüber Bandbreite haltlos sind: Eine Besucherin aus Göttingen ist über die Absage entsetzt, sieht aber das Problem darin, dass die „Antideutschen wirklich bekloppt“ sind. Sie hat in Göttingen erlebt, wie diese fundamentalistische Splittergruppe bei Konzerten vorgeht, die massiv Besucher hinderte, auf das Festivalgelände zu kommen. Bandmitglieder würden mit Vorwürfen überhäuft, die einem „Rufmord“ glichen, zum Beispiel sei einem Bandmitglied einmal vorgeworfen, er habe eine Frau vergewaltigt – „gegen so etwas kann man sich dann praktisch nicht wehren“. „Da muss man sich aber wirklich mal überlegen, wie man mit denen umgeht. Es kann nicht sein, dass wir uns von denen tyranniseren lassen.“ Eine andere Besucherin wiegelt ab, als das Thema angesprochen wird: „Diese fünf Antideutschen werden unser Fest nicht kaputtmachen“ und sorgt sich um „die Partei, die jetzt überall als Weicheier hingestellt wird“.
(Vera Kriebel / Quelle)

Mehr Informationen zum Auftritt der Band „Die Bandbreite“ auf dem UZ-Pressefest gibt es hier: Zwar ohne Vergewaltigunsvorwürfe, aber mit dem Hinweis auf die Auftritte und Inhalte der Band. Eine Reaktion der Band wurde an dieser Stelle dokumentiert.

Spasibo – Merci – Thank You!

Verschwörungsrapper auf dem „Pressefest“.

Im zweijährlichen Rhythmus organisiert die „Deutsche Kommunistische Partei“ (DKP) ein Festival, das nach der gleichnamigen Parteizeitung „Unsere Zeit“ (UZ) benannt ist. Zur siebzehnten Auflage dieses Pflichtermins für deutsche Sozialisten werden wieder tausende Menschen erwartet. Hier kommen die „Genossen“, vor allem aus dem orthodoxen, dogmatischen kommunistischen Spektrum in einer rot-getünchten Parallelwelt zusammen, um Würstchen zu futtern und Arbeiterlieder zu grölen, bei denen auch mal der Wunsch nach Vernichtung artikuliert wird.
Der Jugendverband der Partei, die „Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend“ (SDAJ) organisiert auf dem Pressefest eine Art Jugendbereich, der auf den merkwürdigen Namen „Schweinegeile Bucht“ hört. Wie auf dem Rest des „Pressefestes“, das vom 24. bis zum 26. Juni 2011 im Revierpark Wischlingen (Dortmund) stattfinden soll, wird auch dort gesoffen und gesungen. Gesungen und gesoffen wird auch anderer Stelle: Der Liedermacher Hannes Wader, Klaus – der Geiger und die Bots waren schon da, um auf der großen Hauptbühne Arbeiterlieder und anderes Liedgut zu intonieren.
Dieses Jahr wird aber auch die Band „Die Bandbreite“ erwartet…

… den ganzen Artikel gibt es im neuen Reflexion-Blog.

Volksfront gegen „Islamfeindlichkeit“.

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Reaktionen.

Seit Tagen fragt er bei mir an: Fragt, junger Mann, wie hältst du es mit der Band „Die Bandbreite“? Wie hältst du es, mit dem „israelischen Piratenakt“? Er schreibt und zitiert mit Vorliebe Wikipedia. Mit geradezu messianischer Aufmerksamkeit begleitet er mich durch den Tag und er kann es gar nicht fassen, dass es Menschen gibt, die bei seiner Verurteilung des israelischen Staates und seiner Verteidigung der Band „Die Bandbreite“, die dem verschwörungsideologischen Milieu zugeordnet werden kann, nicht mitmachen wollen. Er heißt eigentlich Sigi Maron und ist ein Liedermacher aus Österreich, der wie die Verschwörungstheoretiker und Deutschland-Fans der Band „Die Bandbreite“, am kommenden Wochende auf dem „Festival des politischen Liedes“ (Ö) auftritt, worüber in diesem Blog bereits berichtet wurde. Sigi Maron macht seit Jahrzehnten Musik. Bereits 1976 wurde er mit der „Leckts mi am Oasch-Ballade von ana hortn Wochn“ bekannt. Mit seiner Single „Geh no net fort“ war er 1985 ganze zehn Wochen in den österreichischen Charts vertreten. Der „Austropop“-Musiker, der in den vergangenen Jahren erfolglos für die „Kommunistische Partei Österreichs“ (KPÖ) kandidierte, hat allerdings keine Probleme mit den Texten der Band „Die Bandbreite“ und freut sich bereits auf deren Auftritt auf dem „Festival des politischen Liedes“.
Geradezu erbost ist dagegen Klaus Hartmann , der Vorsitzende des „Deutschen Freidenker Verband“ (DFV), der sich in der „Jungen Welt“ zu Wort meldete, um seinen „Linken Liedersommer“ zu bewerben, der am vergangenen Wochenende, unterstützt von der IG Metall in Baden-Württemberg, stattfand. Als Gaststars war die bereits erwähnte Band „Die Bandbreite“ geladen, die pünktlich zur Weltmeisterschaft einen schwarz-rot-goldenen Ballermann Song herausgebracht hat und die ansonsten auch auf Treffen des rechten, verschwörungstheoretischen Spektrums ihre Musik vortragen.

Die Kritik an der „Bandbreite“ hat Klaus Hartmann so richtig aufgebracht, so dass er sogar zu unlauteren Mitteln greift, um seine Thesen zu belegen. Hartmann behauptet, dass die Vorwürfe gegen die Band, „aus der Luft gegriffen“ seien und erwähnt das Lied „Selbst gemacht“, in dem die Band witzigerweise Verschwörungstheorien propagiert: „Ein an­de­res Un­ter­fan­gen dat war ziem­lich ma­ka­ber, ei­ge­ne Leute ge­op­fert im Mas­sa­ker von Pearl Har­bor, ja die bösen Ja­pa­ner, die euch nur dabei hal­fen, end­lich mit in den zwei­ten Welt­krieg ein­zu­grei­fen“ heißt es dort beispielsweise. Die USA werden dort also für den Angriff der japanischen Armee auf Pearl Harbour verantwortlich gemacht. Dies ist eine bekannte Verschwörungstheorie, die zum Beispiel im reaktionären Verschwörungsfilm „Zeitgeist“ kolportiert wird.
Doch zurück zu Klaus Hartmann: „Als Konstantin Wecker für den Linken Liedersommer auf seiner Facebook-Seite warb, wurde auch er wüst beschimpft“, behauptet dieser. Nur geht dies aus der Facebook-Seite des Liedermachers nicht hervor (Screenshot) und Hartmann weiß diese Behauptung auch in keiner Weise zu belegen. Stattdessen beruft sich der Vorsitzende der „Freidenker“ auf die wortgewaltige Unterstützung aus dem Bundestag: „Die Mitglieder des Bundestages von der Linkspartei Christine Buchholz, Diether Dehm und Wolfgang Gehrcke erklärten dazu treffend, daß man ‚bei Liedermachern nicht jeder Liederzeile zustimmen‘ müsse, aber wenn die künstlerische Freiheit nicht dem Antifaschismus widerspricht, müsse sie ‚gegen terroristische Allmachtsphantasien von Antideutschen mit allen zivilen Mitteln verteidigt werden‘“. Das ist ganz nach dem Geschmack des Vorsitzender der „Freidenker“, der die „Antideutschen“ bereits vor längerer Zeit als „neue Rechte“ bezeichnete. Sie seien „durch und durch rassistisch“, sagte Hartmann ebenfalls in der „Jungen Welt“.

Die „Junge Welt“ unterstützt den „Freidenker“, der der „Bandbreite“ ein Podium gab, auch weiterhin, in dem die Zeitung kurz nach dem Festival einen ausführlichen Bericht veröffentlichte, der eine Huldigung der Band „Die Bandbreite“ darstellt. Verfasst wurde dieser Jubel-Artikel von Kai Degenhardt, Sohn des Liedermachers Franz Josef Degenhardt und vom ehemaligen Spion Reiner „Topas“ Rupp, der für die „Deutsche Demokratische Republik“ aus der NATO-Zentrale in Brüssel spitzelte. In dem Artikel heißt es unter anderem, dass die Band „den Ansatz des politischen Lieds ins Hier und Heute“ überführt hätte. Das liegt, so Degenhardt und Rupp, auch an den „sieben Jahren Gesangsunterricht“, der dazu geführt hätten, dass der Frontmann der Band, Marcel „Wojna“ Wonjarowicz „mitreißend“ vortragen würde. Das Publikum des „Linken Liedersommers“ sei „sehr angetan“ gewesen. Außerdem hätten sich die Zuschauer_innen „ganz nebenbei davon überzeugen“ können, „wie lächerlich die von ‚antideutscher‘ Seite ausgerechnet gegen diese Band erhobenen Vorwürfe in Sachen Nationalismus, Homophobie, Sexismus, Verschwörungstheorie und was auch immer noch alles sind.“ So jedenfalls der Jubelbericht über die Band „Die Bandbreite“ in der „Jungen Welt“.
Um die Texte der Band zu entschuldigen, greift diese nun auf eine Satire-Ausrede zurück. Zeilen wie: „Jetzt bist du An­ti­deutsch, jetzt bist du An­ti­na­tio­nal, nennst dich Links und bist wahr­haft ein Fa­scho“ waren allerdings ernst gemeint und wurden auch auf diese Art und Weise verstanden: Mehr als 73.000 Mal wurde diese plumpe Diffamierung bereits angesehen. Andere Liedern der Band, wie zum Beispiel der Song „Miesmuschel“, sind sexistische Texte, die ebenfalls mit einer Ausrede entschuldigt werden: „Du bist nich artig und jetzt kommt deine Stra­fe, du kanns nicht er­war­ten, datt ich zärt­lich mit dir schla­fe“, soll nun eine „Kritik“ darstellen, weil die „Ausübung von Sexualität zum Konsumgut verkommt“. So die verwunderliche, neuartige Ausrede der „Bandbreite“: „Wer meint, satirische Texte eins-zu-eins auf ihre politische Korrektheit überprüfen zu müssen, hat das Genre ohnehin nicht kapiert“, heißt es dazu in der „Jungen Welt“. Einfacher kann es mensch sich nicht machen. Die Kritiker_innen der Band werden auf diese Art und Weise zu Idiot_innen gemacht, die „das Genre ohnehin nicht kapiert“ hätten. Dabei benutzten Rupp und Degenhardt den rechten Kampfbegriff der politischen Korrektheit, um die Kritik von Antisexist_innen und Antifaschist_innen ad absurdum zu führen. Auch das gehört zur großen Ausrede, die „Die Bandbreite“ und ihre Verteidiger_innen nun benutzten. Die Frage, ob das Schlagerduo „Klaus und Klaus“ und die anderen Bands, mit denen „Die Bandbreite“ auf einem schwarz-rot-goldenen WM-Sampler (s. Cover) vertreten ist, auch nur „Satire“ machen, die lediglich von den deutschnationalen Fans nicht verstanden und daher gekauft wird, wird in der „Jungen Welt“ allerdings nicht beantwortet.


Die Verschwörungsideologen vom „Infonetzwerk Berlin“, die am 21. August 2010 einen „Truth Move“ veranstalten wollen, werden auf diese Ausrede verzichten können. Sie haben die Band „Die Bandbreite“ tatsächlich ausgeladen, weil „antideutschen Mörderfreunde das zum Anlass nehmen könnten“ die Veranstaltung zu stören, schreibt eine Freundin der Band. Der „Bandbreite“ Sänger „Wojna“ Wonjarowicz, der zu den Bundestagswahlen (2009) im Rahmen einer obskuren Wahlbewegung antrat, die einen „Friedensvertrag für Deutschland“ forderte, äußert sich ebenfalls in seinem Blog, hat diesen Beitrag jedoch mit einem Passwort geschützt. Dort beschreibt sich der Sänger als „Kämpfer für Wahrheit und Meinungsfreiheit an vorderster Front“, der sich „Kugeln eingefangen“ hätte, aber doch „noch aufrecht“ steht, trotz „antideutscher Brut“ und fordert die „Solidarität“ seiner Verschwörungskumpanen aus Berlin ein.
Nicht abgesagt wurde hingegen der Auftritt der Band auf dem „Festival des politischen Liedes“, das am kommenden Wochenende stattfinden wird. Die Veranstalter_innen haben mittlerweile mehrere Dokumente ins Internet gestellt, um sich für die Verschwörungstheorien der „Bandbreite“ zu positionieren. Aus diesen Dokumenten wird auch ersichtlich, dass die Band eine Art Leitfaden, eine „Erste Hilfe für VeranstalterInnen“, erstellt hat, der den Veranstalter_innen ausgehändigt wird, damit diese einen Umgang mit eventuellen Kritiker_innen finden können. Diese „Erste Hilfe“ der Band wird von den Veranstalter_innen ausführlich benutzt und zitiert. „Die Bandbreite“ tut eben alles dafür, um als ganz normale Band des linken Spektrums wahrgenommen zu werden. Angesichts des Zustands der deutschen, aber auch der österreichischen Linken, dürfte dieses Anliegen von Erfolg gekrönt sein. Daher darf mensch schon auf die nächsten Jubelberichte, Interviews und sonstige Stellungnahmen in der „Jungen Welt“ gespannt sein.

Die Fotos sind Screenshots aus dem WM-Video der „Bandbreite“.

Weitere Reaktionen aus linken Medien und einen Bericht über eine Podiumsdiskussion gibt es hier…

Comicnism II.

Über den dritten „Andi“ Comic des „Verfassungschutz“ aus Nordrhein-Westphalen, der auch in der Vergangenheit durch unhaltbare Aussagen auffiel, wurde an dieser Stelle bereits berichtet. Der Comic schildert den Fall eines Jugendlichen, der sich mit radikalen Linken einlässt: Andi wird über Musik („Anti Alles“!) geködert und beteiligt sich kurz darauf an Aktionen gegen einen Naziaufmarsch. Als sich die Gewalt der Autonomen gegen einen Kioskbesitzer aus dem Kiez wendet, wendet sich Andi enttäuscht von der „Szene“ ab. 100.000 Exemplare dieses Machwerks, dass sich an Pokemon und Co orientiert, sind gedruckt. Die Vorgänger, in dem sich ganz nach der gängigen Totalitarismus-Doktrin mit „Rechtsextremen“ und „radikalen Islamisten“ beschäftigt wurde, brachten es auf 380.000 Exemplare, bei „Andi 2″ sind es bislang 200.000 Ausgaben. Wie seine Vorgänger wird auch „Andi 3“ an Schulen verteilt werden, um die Schüler_innen von den abstrusen Darstellungen des „Verfassungsschutz“ zu überzeugen.
Auf „linksunten.indymedia.org“ ist der Comic, im Rahmen eines Remix-Wettbewerbs, in verschiedenen anderen Versionen aufgetaucht. Einen Remix möchte ich den geneigten Leser_innen nicht vorenthalten. Den Comic ohne Text gibt es hier; falls ein Mensch kreativ sein möchte.

Das verschwundene Interview.

„Reflexion“ hatte in den letzten Wochen über eine Auseinandersetzung zwischen den Verschwörungstheoretikern Jürgen Elsässer und Jürgen Cain Külbel berichtet. Die beiden Jürgens waren sich in die Haare gekommen, nach dem Jürgen Cain Külbel über einige Querfront-Verstrickungen seines Namens-Vetters berichtet hatte. Dabei hatte Cain Külbel seine eigenen Verstrickungen dezent verschwiegen. Der Streit der beiden Platzhirsche eskalierte. Der mir be­stimmt nicht sym­pha­ti­sche Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker Kül­bel wurde vom eben­so un­sym­pha­ti­schen El­säs­ser als „heis­ser An­wär­ter für den Jo­seph-​Go­eb­bels-​Preis 2009″ ge­han­delt, der wie­der­rum El­säs­ser als „Kan­di­dat für den Gla­dio-​Preis 2009″ han­del­te und ihm – wegen der „An­ti­deut­schen“ – eine „Zwangs­ja­cke“ emp­fahl. Da woll­te El­säs­ser nicht zu­rück­ste­hen und un­ter­stell­te Kül­bel ein „Schi­zo-​Syn­drom“.
Im Rahmen der Bericherstattung hatte „Reflexion“ auch auf ein Interview verwiesen, dass Jürgen Cain Külbel der antisemitischen Internetseite „Muslim Markt“ gegeben hatte. Dieses Interview ist mittlerweile aus dem Angebot des „Muslim Markt“ verschwunden. Kain Külbel wollte „nicht mehr auf den Seiten des Muslim-Markt erscheinen“, sagt einer der Macher des Portals, Yavuz Özoguz. Dieser erinnert aktuell daran, „dass das ’souveräne‘ Deutschland auch 64 Jahre nach Kriegsende immer noch nicht über die Souveränität über das eigene Land verfügt“. Auf den Seiten des „Muslim Markts“ klagt Özuguz über eine angebliche „US Diktatur in Japan und Deutschland“.
Külbel störte sich nicht an dieser Ausrichtung des „Muslim Markts“, sondern an der Tatsache, dass nicht nur er, sondern auch sein Namens-Vetter Jürgen Elsässer interviewt worden war: „Er hat uns vorgeworfen ‚die Seite gewechselt zu haben‘, weil wir Elsässer, Voigt und einige andere interviewt haben“ behauptet der „Muslim Markt“. Das Beziehungsdrama zwischen Jürgen Elsässer und Jürgen Cain Cülbel erstreckt sich also auch über Internetseiten, die den „Fehler“ gemacht haben, beide Verschwörungstheoretiker zu interviewen.
Dabei vergisst das Internet nichts: Auch keine Interviews mit antisemitischen Magazinen. Über die Seite „Archive.org“ ist das Interview nach wie vor zu finden. Außerdem gibt es hier einen Screenshot:

Külbel läßt sich im Übrigen bald Live bewundern. Am 3. Januar 2010 tritt der Verschwörungstheoretiker im Rahmen von „Dr. Seltsams Wochenschau“ in Berlin auf. Dort widmet mensch sich der spannenden Frage über die „Bezahlung der Antideutschen“. Mossad? CIA? FDP? Oder gar doch die „belgisch-norwegische Keramikindustrie“? Mensch darf gespannt sein, wie Külbel diese Frage beantworten wird.

Comicnism.

Der „Verfassungsschutz NRW“ hat einen Comic herausgebracht, in dem das Abrutschen eines Jugendlichen, namens Ben, in die „linke Szene“ geschildert wird:

„Am Ende sind alle geschockt, was aus Bens guten Absichten wird: bei einer Demonstration gegen Rechtsextremisten sieht Ben die Zerstörungswut von militanten Linksextremisten und erkennt, dass dies nicht der richtige Weg sein kann.“
Das Abrutschen beginnt auf einem Konzert in einem autonomen Zentrum, bei der eine Band namens „Anti Alles“ auftritt. Dort trifft Ben auf seinen alten Freund „Randale“ (!) und dessen jüngere Schwester Nele. In der gleichen Nacht beteiligt sich Ben, gegen den Willen seines Freundes und Musterdemokraten Andi, an nächtlichen Spray-Aktionen gegen das „Schweinesystem“.

Erst der Widerstand gegen einen Naziaufmarsch in Bens und Andis Stadt sorgt dafür, dass sich Ben von den Autonomen abwendet.

„Randale und Nele gehören zu einer Gruppe, die aus politischen Gründen gewalttätig ist und Steine wirft. Und sie denken sogar, dass sie damit für eine gerechte Sache einstehen. Das Resultat ist aber, dass der Kiosk abbrennt und der Kioskbesitzer, der sonst immer ein kühles Getränk für Andi und die Freunde hatte, seine Existenz verliert.“
Als dieser Kiosk abgefackelt wird, wendet sich Ben von der „linken Szene“ ab und spielt lieber Basketball mit seinen „richtigen“ Freund_innen. Er schafft den Absprung und wird nie wieder „Anti-Alles“ Konzerte im autonomen Zentrum sehen. Zwischendurch verklärt der Comic, dessen Stil an „Pokemon“ oder andere Mangas erinnert, auch noch die Welt: Nazis und Antifaschist_innen sind zwei Seiten einer Medaillie: „Die reden den gleichen Quark und aussehen tun sie auch gleich“. So wird die moderne Gleichsetzung betrieben. Am Ende des Comics gibt es einen Überblick über das, was mensch „schon immer über Linksextremismus wissen wollte“. Dort werden auch die „Antideutschen“ beleuchtet. Deren „Standpunkt und das provokante Auftreten der Antideutschen (…) führte bereits zur Spaltung linker Gruppen und sogar zu Schlägereien“. Wenigstens hier werden einige Menschen dem Comic beipflichten.

Den Comic kann mensch bei Indymedia herunterladen (Rechtsklick, Ziel speichern unter…).

Einen weiteren Artikel nebst Remix gibt es hier.

„Es ist Antisemitismus“

nullNach den Übergriffen am 25. Oktober 2009, vor einer Filmvorführung der Dokumentation „Warum Israel“, in Hamburg kochten die Emotionen. So meldeten sich die Angreifer_innen zu Wort und verteidigten ihre Aktion gegen die Kino-Besucher_innen. Die „Antizionist_innen“ aus dem Umfeld des „antiimperialistischen“ Zentrums B5 hatten „einen israelischen Checkpoint“ nachgebaut und die Kinobesucher_innen am betreten des Kinos gehindert. Dort gingen die Kämpfer_innen gegen „den US-/Deutsch-Imperialismus“ dann gewaltsam gegen Kinobesucher_innen vor und versuchten den Film des Shoa-Überlebenden und Regisseurs Claude Lanzmann zu verhindern. Ein Augenzeuge berichtet bei „Spiegel Online“:

„‚Die Blockierer schrien: Ihr Judenschweine!‘ Er habe zurückgerufen: ‚Jetzt sagt ihr endlich, was ihr denkt.‘ Daraufhin hätten die antiisraelischen Demonstranten losgeschlagen: ‚Es waren etwa 30 bis 40 Angreifer zwischen etwa 16 und 70 Jahren. Ein älterer Herr ist mit dem Gürtel auf mich losgegangen.‘ Die Leute, die Lanzmanns Film sehen wollten, so berichtet K. in Übereinstimmung mit anderen Augenzeugen, seien geschlagen und bespuckt worden.“
Auch Claude Lanzmann meldet sich nun bei „Spiegel-Online“ zu Wort: „Sie nennen es Antizionismus, aber es ist Antisemitismus“ sagt er im Gespräch und verweist darauf, dass noch nie einer seiner Filme verhindert worden sei. Nun ist es passiert. In Deutschland: „Die Deutschen dürfen nie wieder als Herren auftreten“ meint Lanzmann. Es ist klar worauf er anspielt: Zum Repertoire der Nationalsozialisten gehörten in den frühen dreißiger Jahren auch Blockadeaktionen gegen „verjudete“ Filme.

Nun hat sich ein „Bündnis gegen Hamburger Unzulämglichkeiten“ gegründet. Mehr Informationen gibt es hier.

Die Finanziers?

Wie schlecht es um die so genannte „Linke“ steht, beweist der Berliner Kabarettist „Dr. Seltsam“ (aka Wolfgang Kröske), der am 3. Januar 2010 nichts besseres zu tun hat, als einen Themenabend über die Frage „Wer bezahlt die Antideutschen“ zu veranstalten. Für den Veranstalter ist die Antwort klar: „Natürlich sagt jeder sofort: Klar, der Mossad, aber wer kann das beweisen und was soll mit dieser in letzter Konsequenz selber antisemitischen Politikrichtung bezweckt werden?“ Als „Ermittler“ hat Kröske niemand anderen engagiert als Jürgen Cain Külbel (aka „Kain Kübel“), der wohl die Idealbesetzung für solch einen Abend darstellt. Schließlich propagiert Külbel wilde Ver­schwö­rungs­theo­ri­en über die „dem Mam­mon ver­pflich­te­ten US-​ame­ri­ka­ni­schen und is­rae­li­schen Grup­pie­run­gen“. Külbel soll nun „einige überraschende Verbindungen“ aufdecken. Musik soll’s auch geben, wobei es den Verschwörungstheoretiker_innen wichtig ist, darauf hinzuweisen, dass diese den „antizionistischen“ Ansprüchen gerecht wird: „Musik gibt’s auch, kein Klezmer.“


Fak­si­mi­le eines In­ter­views des an­ti­se­mi­ti­schen „Mus­lim-​Markt“ mit Külbel.


Via Redok.