Tag-Archiv für 'antifa'

Nazi-Verschwörungstheorien.

Der mörderische Terror des „Nationalsozialistischen Untergrunds“, der in den vergangenen Wochen für Aufsehen sorgten, wird sowohl in der rechten Szene als auch im verschwörungsideologischen Milieu der „Infokrieger“, „Truther“ und „Wahrheitsbewegten“ besprochen. Beide deuten die Taten auf ganz besondere Weise. Hier wird eine große Verschwörung konstruiert, die verschiedene Geheimdienste oder andere Mächte belastet, während die Täter entlastet werden: Aus den Taten der Nazi-Bande, wird so eine Tat des Verfassungsschutzes oder gar die Tat einer noch geheimeren Organisation gemacht. Beweise, die nicht in das Bild der großen Verschwörung passen, werden außer Acht gelassen. Die Umstände erleichtern die verschwörungsideologische Deutung der Nazi-Taten: Schließlich deuten die Abläufe der Taten zumindest auf ein unglaubliches Behördenversagen hin, die lieber im „Dro­gen-​, Glücks­spiel-​ und Schutz­geld­mi­lieu“ ermittelte. Doch die Theorien der Verschwörungsszene deuten den Nazi-Terror zu einer Aktion geheimnisvoller Mächte um. Diese Vorgehensweise erinnert an die Pseudo-Untersuchungen der „Truther“ und „Infokrieger“, die sich mit dem 11. September 2001 oder den Morden des Anders Behring Brevik befassen und hier ebenfalls das Märchen einer großen Verschwörung propagieren…

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Die Empörten und der Querfrontler.

Jung, charismatisch und redegewandt. So feiern einige deutsche Journalisten die selbsternannten Sprecher der „Occupy“-„Bewegung“, die nach ihren Märschen am 15.10.2011 überall in der Bundesrepublik campiert, um gegen die „Bankster“ zu protestieren. Das bekannteste Gesicht dieser losen „Bewegung“ ist sicherlich Wolfram Siener aus Frankfurt, der in seiner kurzen Karriere in verschiedenen Fernsehsundungen zu sehen war, die sich der deutschen Erweckungsbewegung annahmen…

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Die Märsche der „Demokraten“.

Mehrere tausend Menschen haben am Samstag, den 15.10.2011, in Berlin, Hamburg, Frankfurt und in vielen anderen Städten – im Rahmen einer „Occupy“-Aktion – gegen die „Macht der Banken und Konzerne“ protestiert. Als neugieriger Blogger habe ich die Demonstration in Berlin besucht: Hier sind an diesem Tag tausende deutsche Antikapitalisten, Heimatschützer, Verschwörungsfans und antisemitische Zinskritiker zusammengekommen, die sich als die 99 Prozent bezeichnen…

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Eva in Arnstadt.

Am morgigen Donnerstag, den 29.09.2011, hat Eva Herman ihren großen Auftritt in Arnstadt. Hier wird die Autorin aufgrund einer Einladung des „Arnstädter Stadtecho“ sprechen. Die „freie Heimatzeitung“ hat die Autorin und Nachrichtensprecherin des esoterischen und verschwörungsideologischen Kopp-Verlags eingeladen, der Bücher wie „Albtraum Zuwanderung“ des Rechtspopulisten Udo Ulfkotte oder die Machwerke des Antisemiten Udo Holey (alias Jan von Helsing) vertreibt.

Eva Herman ist eine Moderatorin der Internet-Nachrichten des Verlags, in dem verschiedene Verschwörungstheorien beworben werden, zu denen es oftmals ein Buch des Verlags zu erwerben gibt. So berichtet Eva Herman in den Kopp-Nachrichten vom 16.​08.​2011 über eine angebliche Forstwagenverschwörung, mit der die Wiedereinführung der Deutschen Mark betrieben werden würde. Am 11.07.2011 bewirbt sie einen anti-amerikanischen Aufmarsch in Karlsruhe, an dem sich mehr als 400 Menschen beteiligten. Die Nachrichten des Kopp-Verlags finden sich nicht nur auf vielen Internetseiten der Verschwörungs-Szene, sondern auch regelmäßig auf Nazi-Seiten, so zum Beispiel auf der Nazi-Seite „Altermedia“, auf der eine unverhohlene antisemitische Hetze in „Stürmer“-Manier betrieben wird.
Eva Herman betreibt für den Verlag ihren Anti-Feminismus, für den sie berühmt und berüchtigt ist. Ihr dort erschienenes neuestes Buch, „Die Wahrheit und ihr Preis“ , wurde unter anderem in mehreren Artikel in der Bild-„Zeitung“ beworben, die Auszüge aus dieser Schrift veröffentlichte. Nicht nur in diesem Buch betreibt sie die Inszenierung als Opfer einer vermeintlichen „Political Correctness“. Am 21.09.2011 war sie in der Sendung „Club 2″ des zweiten österreichischen Fernsehens (ORF2) zu sehen. In dieser Talkshow spulte sie ihr übliches Programm ab und inszenierte sich als Opfer übler Machenschaften. Diese Inszenierung wird sie auch am 29.09.2011 betreiben.
Auf der Internetseite der Stadt Arnstadt wird Eva Herman als „beliebte Moderatorin und langjährige Nachrichtensprecherin der Tagesschau“ beworben, die „ein Tabu“ gebrochen hätte. Deswegen sei es zu einer „öffentlichen Hexenjagd“ der „linksfeministischen Szene“ gekommen, an deren Spitze Alice Schwarzer und Johannes B. Kerner gestanden hätten, die sie vor ein „Inquisitionstribunal“ stellten. Diese Selbstdarstellung hat die Stadt direkt von Eva Herman übernommen.
Das der Auftritt der Eva Herman auf den Internetseiten der Stadt beworben wird sollte nicht verwundern. Schließlich steht mit Bürgermeister Hans-Christian Köllmer ein „überzeugter Rechtspopulist“ an der Spitze der Stadtverwaltung, die von der Wählervereinigung „Pro Arnstadt“ dominiert wird. Als deren „inoffizielles Organ“ gilt das „Arnstädter Stadtecho“. Eva Herman befindet sich also in passender Gesellschaft.
Der Auftritt ist allerdings auch Anlass für eine „Kundgebung gegen den völkischen Wahn von Eva Herman, Pro Arnstadt und dem Arnstädter Stadtecho“, die von der Antifa Arnstadt/Ilmenau organisiert wird. In einem Aufruf werden Eva Herman und die Organisatoren der Veranstaltung als „besonders regressive Vertreter bürgerlicher Ideologie“ beschrieben. Sie seien „ein Produkt jener Gesellschaftsordnung, die wir als Ganzes ablehnen, nicht nur weil sie derartige Demagogie notwendig hervorbringt, sondern weil sie einem guten Leben für alle Menschen im Wege steht“.

Mehr Informationen gibt es auf der Internetseite der Antifa Arnstadt/Ilmenau.
(Via: Bubi Zitrone)

Querfront unter roter Fahne.

Kurt Tucholsky schrieb einmal über die Sozialdemokratische Partei und nannte es „ein Unglück“, dass sich diese Partei nicht „Reformistische Partei oder Partei des kleineren Übels oder Hier können Familien Kaffee kochen“ genannt habe: „So aber macht der Laden seine schlechten Geschäfte unter einem ehemals guten Namen“, schrieb Tucholsky. Heute würde er vielleicht zu einer ähnlichen Schlussfolgerung kommen, wenn er im Internet eine Seite entdecken würde, die auf den Namen „Die Rote Fahne“ hört. Hier werden noch schlechtere Geschäfte betrieben. Die Internetseite, die von Stephan Steins unterhalten wird, führt die Selbstbezeichnung „Sozialistisches Magazin“ im Untertitel und stellt die merkwürdige Behauptung auf, dass sie auf die 1918 von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht begründete Zeitung zurückgehen würde. Im Jahr 1992 sei sie von Stephan Steins fortgeführt worden…

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Der Hitman.

Ein ausführlicher Überblick über das „Die Linke“-Mitglied Chris Sedlmair aus Dachau, der in seiner Freizeit gerne mit Waffen posiert, findet sich im „NPD-Blog“.

Kein Al Quds-Tag!


Wie im vergangenen Jahr wird es, anlässlich des antisemitischen Al-Quds-Aufmarsch in Berlin, Proteste und Gegenaktionen geben. Einen antifaschistischen Aufruf sowie viele weitere Materialien und Informationen gibt es hier.

Verschwörungsrapper auf dem Pressefest II.

Am Freitag, den 24.06.2011, beginnt das 17. UZ-Pressefest der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) im Revierpark Dortmund-Wischlingen. Auf diesem Fest, das laut Eigendarstellung das „größte Volksfest der Linken“ ist, soll es nicht nur eine Videoschalte zur nächsten Gaza-Flotille geben. Geplant war auch ein Auftritt, der den Unmut verschiedener antifaschistischer Gruppen erregte, die sich mit einem Offenen Brief zu Wort meldeten. Es handelt sich um den angekündigten Auftritt der verschwörungsideologischen Band „Die Bandbreite“, die Leser_innen dieses Blogs vielleicht ein Begriff sein dürfte…

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Antifa contra Bandbreite.

Das Dortmunder Antifa Bündnis wendet sich mit einem Offenen Brief an die Deutsche Kommunistische Partei (DKP). Auf deren „UZ-Pressefest“, das vom 24. bis 26. Juni 2011 in Dortmund stattfinden wird, soll die verschwörungsideologische Band „Die Bandbreite“ auftreten. Ein Umstand, den die Antifaschist_innen aus guten Gründen kritisieren.
Zuletzt war die Band unter anderem zu Pfingsten unterwegs. „Die Bandbreite“ verschlug es nach St. Moritz. Dort trat die Band auf einer Veranstaltung auf, die vom Jugendverband der rechtspopulistischen Schweizer Volkspartei (SVP) unterstützt wurde. Sie lieferte den musikalischen Rahmen für die Vorträge der Schweizer Nationalräte Pir­min Schwan­der und Lukas Rei­mann (beide SVP). Letzterer wirbt mit der Forderung „Unsere Schweiz muß schweizerisch bleiben“.
Auch dieser Umstand des gemeinsamen Auftritts mit den Rechtspopulisten der Schweizer Volkspartei (SVP) wird in dem Offenen Brief des Dortmunder Antifa Bündnis erwähnt. Dort heißt es weiter: „Die SVP fiel im letzten Wahlkampf mit rassistischen Wahlplakaten auf, die zur Ausgrenzung und Abschiebung von Ausländer_innen aus der Schweiz aufriefen. Auch eine Volksabstimmung über das Verbot von Minaretten an Moscheen geht auf die Initiative dieser Partei zurück. In Deutschland findet sie hauptsächlich bei PRO NRW und anderen Rechtspopulist_innen, sowie bei den Neonazis der NPD, die ein Wahlplakat der SVP nahezu unverändert übernommen haben, Beifall.“
Das antifaschistische Bündnis fordert die Deutsche Kommunistische Partei und die Organisator_innen des Pressefestes aber nicht nur aufgrund dieses Auftritts auf, der „Bandbreite“ keine Bühne zu geben. Sie haben außerdem einige Texte analysiert. Es seien „sexistische, antisemitische und NS-relativierende Songtexte“, schreibt das Bündnis: „Wir fordern daher, dass ihnen auf dem UZ-Pressefest keine Möglichkeit gegeben wird, ihre antiaufklärerischen Inhalte und Verschwörungstheorien zu verbreiten.“ Ob die Deutsche Kommunistische Partei diese Kritik berücksichtigen wird, bleibt allerdings fraglich. In deren Wochenzeitung „Unsere Zeit“ fand sich, fast zeitgleich mit dem Auftritt in St. Moritz, ein ausführliches Interview mit der Band, in dem sich diese in ein denkbar gutes Licht rückte. Der gemeinsame Auftritt mit den Rechtspopulisten in der Schweiz wurde wohl auch daher verschwiegen.

Den ganzen Brief gibt es hier.

Einen Überblick über den Auftritt der Band gibt es hier.

Schlagende Antisemiten.

Unter dem Schlachtruf „Hier sind Antideutsche!“ drängte der zunehmend gewalttätiger auftretende Mob die vier als Volksfeinde Entlarvten aus dem Café heraus auf die Straße und mitten in die Gegendemonstration. Als nun einer der langsam Zurückweichenden eine israelische Flagge hochhielt, gab es kein Halten mehr. Die zuvor nur mühsam zurückgehaltene Aggression brach sich beim Anblick des verhassten Davidsterns endgültig Bahn.
Der Mann, der ihnen mit der Degel Yisrael das Staat gewordene Scheitern ihrer Großväter vorgehalten hatte, wurde zu Boden getreten, wodurch er ungebremst mit dem Kopf auf dem Steinpflaster aufschlug. Eine weitere Person wurde ebenfalls niedergeschlagen. Die nun vollkommen enthemmte Gruppe trat auf die am Boden Liegenden ein und entwand die Fahne, um sie – Antisemiten sind immerhin dabei doch einigermaßen berechenbar – dem Schmutz der Straße auszusetzen.

Den Artikel über den antisemitischen Übergriff kann man bei „Lizas Welt“ lesen. In der aktuellen Ausgabe der „Jungle World“ gibt es ein Interview zum Vorfall.