Tag-Archiv für 'antikommunismus'

„Kommunisten fressen kleine Kinder“.


Eine antikommunistische Kundgebung der CDU in Berlin – Lichtenberg wurde am 22.01.2011 gestört. Berichte gibt es im Internetportal „Indymedia“ und bei „Classless“. Die Antikommunistin Vera Lengsfeld beklagt sich an anderer Stelle: Kaum „hatten sich die CDU-Demonstranten versammelt, tauchten junge Leute auf, die sich mit ihren Schildern vor sie stellen. ‚Marx, Engels, Lenin, Lötzsch‘, stand auf einem, ‚Kein Gulag im Spreewald‘, auf einem anderen (…). Einige hatten sich für die erwartete Konfrontation mit der CDU schon Mut angetrunken, andere holten das an Ort und Stelle mit Bier, Wein und dem kapitalistischsten aller Getränke, Sekt, nach (…). Mit dem Alkoholpegel stieg die Agressivität. Sprechchöre, Beschimpfungen, Schmähungen (…).“ Das „Forum der Nicht Arbeit“ dokumentiert die Kundgebung unterdessen mit einem Video, das an dieser Stelle zu sehen ist. Sowjetfans, Antikommunist_innen und Kommunist_innen an einem Ort. Klingt nach einer lustigen Mischung. Dies macht auch das auf dem Foto zu sehende großartige Schild deutlich: „Kommunisten fressen kleine Kinder (mit Bautzner Senf). Fast schon schade, dass ich nicht dabei sein konnte…


„Die rote Flut“ – II.

Vor einigen Monaten wurde in diesem Blog auf das Remake des Films „Die rote Flut“ hingewiesen. Im Film fällt „Rotchina“ in die USA ein. Alles wäre verloren, wären da nicht einige Jugendliche, die mit Guerilla-Methoden gegen die Invasoren vorgehen. Das Original wurde in den 80′er Jahren des letzten Jahrhunderts gedreht; damals diente noch die Sowjetunion als Gegner. Eigentlich hätte der Film „Rote Dämmerung“ heißen müssen. Doch aus dem „Red Dawn“ wurde – in deutscher Tradition – „Die rote Flut“.
Nun berichten verschiedene Medien darüber, dass sich das Remake um einige Monate verschieben wird, weil die Produktionsfirma „MGM“ in Insolvenz gehen musste. Daher gibt es auch noch kein offizielles deutsches Filmposter, geschweige denn einen Starttermin in Deutschland. Da nun noch einige Monate Zeit sind, bis der angebliche „Kommunismus“, in Form der chinesischen Volkbefreiungsarmee, über die USA hereinfällt, habe ich keine Kosten und Mühen gescheut und die Archive nach einem geeigneten Filmplakat durchsucht. Ich bin fündig geworden: Mein Vorschlag wäre ein Plakat aus dem Jahr 1920. Leicht abgewandelt könnte dieses antikommunistische Motiv gut für das deutsche Poster genutzt werden. Schließlich wird hier mit den gleichen antikommunistischen Mustern, nämlich einer „roten Flut“ die über die „Freiheit“ hereinbricht, gearbeitet.


(1920)


(1984)


(2011 ?)

„No Wurstwasser-Mann!“


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Fahnen-Rechtfertigung.

Nachdem die Band „Die Bandbreite“, in ihrem Video zum deutschnationalen „Weltmeister“-Song, eine Fahne der „Antifaschistischen Aktion“ mißbrauchte, meldeten sich auch einige Kritiker_innen zu Wort, die der Band über ihren Youtube-Account die Meinung sagten…

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„Die Grenze“. Eine Kritik.

Wie bereits berichtet läuft am 15. und 16. März 2010 der Spielfilm „Die Grenze“auf „Sat.1″, in dem eine „Neue Linke“ und eine rechte Partei mit dem Namen „DNS“, für die Abspaltung Mecklenburg-Vorpommerns eintreten und in dieser filmischen Version der Extremismus-Doktrin die Bundesrepublik bedrohen. Der Autor dieser Zeilen hat keine Kosten und Mühen geschaut und sich den Film bereits vor der Ausstrahlung auf Sat.1 angesehen…

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„Die rote Flut“.

Ein typisches Beispiel für filmische Propaganda ist der Spielfilm „Die rote Flut“ (1984), in dem sowjetische Truppen, mit Hilfe der Cubas und Nicaraguas, eine Invasion in den USA durchführen. Der Stoff wirkt, dank der Implusion der Sowjetunion, die mit dem Kommunismus nicht viel zu tun hatte, hoffnungslos antiquert; „Die rote Flut“ ist ein typischer Propagandafilm aus kalten Kriegszeiten, in dem die Invasor_innen als brutale Besatzer_innen gezeigt werden, die ein regides Regime errichten…

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„Die Grenze“. Ein grenzwertiger Hinweis.

Eine ausführliche Kritik gibt es hier (Klick).

Die filmische Form der Extremismus-Theorie, bei der linke Sozialdemokrat_innen und Nazis die deutsche Demokratie bedrohen, scheint es am 15. und 16. März auf Sat.1 zu geben. Dann läuft der Spielfilm „Die Grenze“. In dem Film wird eine witzige Geschichte erzählt, die von zu vielen Menschen geglaubt werden wird: „Während linke und rechte Parteien“, dank eines „weltweiten Terroranschlags“, „die Krise für ihren Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern nutzen, verliert die Regierung immer mehr an Einfluss“ heißt es in der Filmwerbung. Um „die Rechten“ zu schwächen unternimmt der „Krisenstab der Regierung einen waghalsigen Plan: Der Spitzenkandidat der Neuen Linken, Franz Geri soll heimlich unterstützt werden, um einen Wahlsieg“ der Nazis zu verhindern. „Zwar plant der linksextreme Geri ebenfalls die wirtschaftliche und gesellschaftliche Abspaltung Mecklenburg-Vorpommerns: Von zwei Übeln scheint der ohnmächtigen Regierung dies das Kleinere zu sein“, zumal die „neue DDR“ als Billiglohnland zur Verfügung steht. „Ein Bundesland spaltet sich als ‚kleine DDR‘ ab, und die Mauer wird wieder aufgebaut“ beschreibt „teamWorx“-Produzent Nico Hofmann seinen Film in einer Presserklärung, bei der er die Authentizität seines Films durch „Verfassungsschützer, Politiker und Wirtschaftsbosse“ belegt, die er befragt haben möchte.
In den Trailern werden Riot-Szenen und Polizeiübergriffe vom G8-Gipfel in Rostock (2007) ausgeschlachtet, um von sozialen Unruhen zu berichten: Weimar 2.0 auf Sat.1. Der Kandidat der „Linken“, Franz Geri, wird von Jürgen Heinrich (s. Foto) verkörpert, der durch die Sat.1 Serie „Wolffs Revier“ bekannt geworden ist. Doch die Heldin des Films ist die Verfassungschutz-„Agentin Linda Jehnert (Anja Kling)“, die „alles auf eine Karte setzt“. Darsteller_innen sind unter anderem Katja Riemann als Kanzlerin-Double, Marie Bäumer, Thomas Kretschmann als Nazi-Führer Maximilian Schnell und Benno Fürmann. Das solch ein Film schlecht sein muß ist einfach vorherzusehen; es bleibt nur die Frage wie schlecht dieser deutsche Propagandastreifen werden wird.
Die Gleichsetzung zwischen einer linker und rechten Organisation in Form einer filmischen Extremismus-Theorie, wie sie auch der Bundesregierung gefallen dürfte, wird in jedem Fall betrieben. Ein bischen Verschwörungstheorie, die Nazis gefallen sollte, ist anscheinend auch dabei: Schließlich unterstützt der Staat heimlich die „Linke“, um den Wahlsieg der Nazis zu verhindern. In der Realität stellen die Nazis bereits heute ähnliche Thesen auf. Anläßlich des verhinderten Nazi-Aufmarsch in Dresden, behauptete der NPD-Kader Udo Pastörs, dass „der zum Teil auch mit Geld und Sachleistungen versorgte schwerstkriminelle linke Abschaum aus der gesamten BRD herangekarrt und von der Kette gelassen“ wurde, „um die Drecksarbeit des Systems zu erledigen“.
Der Film ist den Produzent_innen acht Millionen Euro wert. Der geringste Teil dieser Summe dürfte in die Internetseite zum Film geflossen sein, auf der es unter anderem einen dilletantischen Test gibt, mit dem mensch überprüfen kann, ob mensch eher Nazis oder „Neue Linke“ wählen würde: Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und all‘ die anderen Dinge, die Nazis in einer radikalen Form vertreten, kommen dort nicht vor. Mit dem Regisseur Roland Suso Richter haben die Produzent_innen in jedem Fall einen alten Hasen für deutsche Opfermythen engagiert. Schließlich war der schon für „Dresden“ und „Der Tunnel“ verantwortlich. Das nächste deutsche Märchen aus dem Hause Sat.1 dürfte also allen Befürchtungen gerecht werden.

Eine ausführliche Kritik gibt es hier (Klick).

Zeiten ändern Dich II.

Eine 180-Grad Wendung zu vollziehen hat Jürgen Elsässer, der Ex-Antideutsche und jetzige Querfrontler und Vordenker der so genannten „Volksinitiative“, kultiviert. Ein Beispiel…

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Die Theorien des Kolumnisten.

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Verschwörungstheorien lediglich am Rande der Gesellschaft existieren. Das beweist auch die Ausgabe des „Focus Money“ vom 05.01.2010. „Focus Money“ ist ein Ableger des rechts-konservativen „Focus“. In der Zeitschrift, die für „die hohen Ansprüche der wirtschaftsinteressierten Info-Elite zugeschnitten“ und in einer Auflage von 142.210 Exemplaren (IVW IV/09) verkauft wird, finden sich ganze fünf Seiten um die Verschwörungstheorien rund um den 11. September 2001. „Wir glauben Euch nicht“ heißt es auf der ersten Seite. Auf den folgenden vier Seiten werden Menschen bemüht, die nicht an die offizielle Version des 11. September 2001 glauben. Der Ex-Wrestler Jesse Ventura, der „Filmemacher“ Alex Jones, der Architekt Richard Gage und andere „Truther“ werden zitiert. Außerdem wird sich auf „Loose Change“ und andere Filme berufen, die auch Jesse Ventura überzeugt hätten. Ganze fünf Seiten Werbung für die „Infokrieger“ und „Truther“. Da dürften die Herzen der Verschwörungs-Fans höher schlagen. Der „Focus Money“ beweist: Die Leugnung der historischen Ereignisse rund um den 11. September 2001 ist 2010 durchaus gesellschaftsfähig.

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WaNaNaNa…

Der „Liedermacher“ Wolf Biermann ist eine Person, die es hervoragend verstanden hat, sich gesellschaftlichen Veränderungen zu unterwerfen. In den 50′er Jahren übersiedelte Biermann in die DDR. Dort wurde er zum oppositionellen Sozialisten, was die DDR zuerst mit Auftritts-Verbot belegte. Dann ließ mensch den renitenten Biermann 1976 zu einer Auslandstournee in die Bundesrepublik ausreisen. Mensch hielt es für einen guten Plan, den unbequemen Sänger nach seinem Konzert in Köln, auszubürgern. „Bürger Biermann“ durfte nicht mehr ins Land einreisen. In der BRD versuchte sich Biermann zuerst in vulgärer Arbeiterklampfen-Romantik, die aber durch einen immer regideren Antikommunismus, der sich nur vorgeblich gegen den real existierenden Sozialismus richtete, ersetzt wurde. „Nur wer sich ändert bleibt sich treu“ wurde das Motto des wandlungsfähigen Chamäleons. Den stalinistischen Klassiker „Die Partei hat immer Recht“ konnte Biermann sowohl in der DDR für die SED als auch in Bayern für die CSU intonieren. Später intonierte er, sich auf den Widerstand gegen den Nationalsozialismus berufend, ein „ausgewogenes Lob der Lynchjustiz“ und rief dazu auf „Egon Krenz an die Laterne“ zu hängen, um sich dann doch noch für den „Sturz ins Weiterleben müssen“ zu entscheiden:

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