Tag-Archiv für 'arbeiterphotographie'

Die Liste.

Wenn deutsche Friedensfreunde gegen den Krieg mobilisieren, kann das durchaus gruselige Formen annehmen, die sie an die Seite der schlimmsten antisemitischen Regime bringt. Ein aktueller Fall ist der Aufruf „Kriegsvorbereitungen stoppen! Embargos beenden! Solidarität mit den Völkern Irans und Syriens!“, der vom Verein „Freundschaft mit Valjevo e.V.“ initiiert und am 05. Januar 2012 in der Tageszeitung „Junge Welt“ veröffentlicht wurde…

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Erdbebenwaffen, CIA-Aktionen und die Forstwagenverschwörung. Ein Jahresrückblick:

Es war ein gutes Jahr für das Milieu der „Truther“ und „Infokrieger“, die die Verfasstheit der Welt verschwörungsideologisch umdeuten. Schließlich gab es die ein oder andere Katastrophe, den ein oder anderen Terroranschlag und die große kapitalistische Krise, die die Verschwörungsszene in ihrem Sinne deuteten konnte. Zeit für einen Rückblick über die wahnhaftesten und wirrsten Verschwörungskonstrukte des vergangenen Jahres…

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Geständnis eines Antizionisten.

Der Verschwörungsideologe und Antizonist Elias Davidsson ist ein Mensch, desssen Thesen in einem gewissen Spektrum der deutschen Linken gerne aufgegriffen werden. Die Texte des Komponisten werden benutzt, um gegen Israel und die USA zu hetzen. Man findet diese Texte auf der Internetseiter der „Neuen Rheinischen Zeitung“ oder den Seiten der „Kommunistischen Initiative“. Elias Davidsson sucht andere Verantwortliche für den 11. September 2001 und viele andere terroristische Anschläge. Für diese Ereignisse macht der Verschwörungsfan verschiedene Geheimdienste und George W. Bush verantwortlich…

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Elsässers Aliens: Eine Klarstellung.

Vor einigen Tagen berichtete ich an dieser Stelle über einen Beitrag, den der selbsternannte „Linksnationalist“ Jürgen Elsässer ganz aktuell ins Internet gestellt hatte. In diesem Artikel behauptete Elsässer, dass die „Aliens“ die Weltherrschaft übernommen hätten und berief sich unter anderem auf die Mystery-Serie „Akte X“ und die Komödie „Men in Black“, in der Will Smith außerirdische Besucher_innen überwacht. Den Begriff der „Aliens“ nutzt Elsässer allerdings bereits schon einige Jahre. In Elsässers „Fingerübung“ geht es nämlich eigentlich um angebliche „Heuschrecken“, die Elsässer für das Elend der Welt verantwortlich macht. Elsässer nutzt die „Alien“-Metapher, um einen weiteren Begriff für den angeblichen Feind zu schaffen und ihn auf diese Art und Weise zu entmenschlichen.
Elsässer verläßt allerdings den Boden einer schnöden Metapher, wenn er beispielsweise behauptet, dass die Inhalte der Serie „Akte X“ schon „lange Realität“ wären oder wenn er den ehemaligen Außen- und Kriegsminister Joseph Fischer als fremdgesteuerte Person darstellt, die von einer anderen Person als „Wirtskörper“ genutzt werden würde:

„Es sind Bodysnatcher, Körperfresser, die sich die Zellhülle eines Menschen angeeignet haben. Manchmal paßt das Kostüm freilich nicht so recht, und dann passiert das, was wir in den letzten zehn Jahren bei Joseph Fischer beobachten konnten: Über dem neuen Wirtstier zieht sich die Haut zuerst schrumpelig zusammen, so daß der Kerl zwei Jahre wie seine eigene Oma aussah, und dann dehnt sie sich ballonartig wieder aus.“
Wie der selbsternannte Alien-Experte David Icke, der sich auf Echsen und Vampire spezialisiert hat, benutzt Elsässer verschiedene amerikanische Serien und Filme, um die angebliche Herrschaft einer kleinen, verschworenen Kaste zu bebildern. Während Icke allerdings von seinen wirren Theorien überzeugt zu sein scheint, ist die „Alien“-Metapher für Elsässer nur Mittel zum Zweck. Dieser kleine Umstand wurde in der Tat nicht in dem vorherigen Artikel erwähnt, über den sich Jürgen Elsässer „mordsmäßig“ aufregt. Der Querfrontler Elsässer schreibt:
„Irgendein verkniffener Antifant hat sich im Netz mordmäßig aufgeregt, dass Elsässer jetzt auch wie David Icke an Außerirdische glaubt. Dieser zugekiffte Dünnbrettbohrer hat offensichtlich noch nichts von metaphorischer Schreibweise mitbekommen (…)“.
Dabei hätte es Elsässer so einfach haben können: Schließlich hätte seine Alien-Metaphorik, als die Phantasie eines alten, frustrierten und ehemaligen Linken abgetan werden können, der statt an eine mehr als verkürzte Kritik des Kapitalismus, nun an Aliens und „Wirtskörper“ glaubt. Dem „Linksnationalisten“ ist es allerdings wichtig, darauf hinzuweisen, dass er keine grauen Männchen aus dem Weltall, sondern „Heuschrecken“ meint, die über „Spekulation“ ihren „Profit“ machen:
Für die politisch korrekten Klippschüler deshalb noch mal im Klartext: Die ‚Aliens‘ in dieser Serie sind ‚nur‘ ein metaphorischer Begriff für ‚Heuschrecken‘ (…), die über (…) Spekulation (…) ihren Profit machen.
„Aliens“ klingt halt harmloser als „Heuschrecken“, „raffendes Kapital“ oder gar „Juden“. Und wer wäre ich, dieses bildhafte Gleichnis, das Elsässer so wichtig ist, dass er mich „zugekifften Dünnbrettbohrer“ extra darauf hinwies, zu verschweigen.

„Kopp“: Ein Verlag ganz Rechts.

Ein Ort, an dem die rechtskonservative Eva Herman und der Hetzer Udo Ulfkotte auf den Verschwörungstheoretiker Gerhard Wiesnewski und den Querfrontler Jürgen Elsässer treffen, ist der „Kopp-Verlag“, der sich als „Verlag (…) für Enthüllungsliteratur, Verschwörungen, unterdrückte Informationen und Erfindungen und Geheimgesellschaften“ versteht…

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Arbeiterfotografie gegen Neda.

Die Gruppe „Arbeiterfotografie“ ist immer dabei, wenn es darum geht, die Thesen des iranischen Regimes zu verteidigen oder zu relativieren. Besonders stolz ist die Gruppe auf ihre Verteidigung des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad. Dabei hatte die Grup­pe angeblich ein Zitat des An­ti­se­mi­ten über­prüft und nach­ge­wie­sen, dass die­ser „nie zur Ver­nich­tung Is­raels auf­ge­ru­fen“ hatte, sondern lediglich anmerkte dass „die­ser Keim der Ver­derb­nis ver­schwin­den“ werde.
Nun hat sich die „Arbeiterfotografie“ mit mehreren Videos auseinandergesetzt, die die Demonstrantin Neda beim Sterben zeigen…

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Rechtfertigungen.


Es hat fast ein halbes Jahr gedauert, bis sich die Band „Die Bandbreite“ über ihren Auftritt im „Club Voltaire“ in Frankfurt äußerte. „Die Bandbreite“ bezeichnet sich selbst als „die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on des Po­lit-​Pop“. In ihren Liedern finden sich Verschwörungstheorien, Homophobie und plumper Sexismus.

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„Antideutsche“ Verschwörung?

Nach demKonzertder Bandbreite im „Club Voltaire“ zu Frankfurt sind die Veranstalter_innen und die Bandbreite bemüht die Proteste zu delegitimieren und den Kritiker_innen eine ganz bestimmte Ideologie zu unterstellen. Während die Bandbreite die Kritiker_innen als „faschistische Kräfte“ bezeichnet, denken die Organisator_innen von der GruppeArbeiterfotografie darüber nach, „daß bezahlte Kräfte darunter sind, die im Auftrag handeln.“ Die „Arbeiterfotografie“ produziert also ihre eigene kleine Verschwörungstheorie, bei der Kritiker_innen unterstellt wird, „daß sie im Auftrag agieren“ oder so dumm sind, dass „sie sich instrumentalisieren lassen und so zu Erfüllungsgehilfen imperialer Interessen werden“.

Mehr zum Thema kann im neuen Reflexion-Blog gelesen werden: KLICK!

Proteste.

Wie ich schon in meinem allerersten Beitrag zu den Geschehnissen im „Club Voltaire“ geschrieben habe, war es mir leider nicht vergönnt, mir den Auftritt der „Bandbreite“ anzuschauen und meine Stimme gegen die „Band“ zu erheben. Daher verweise ich an dieser Stelle nur auf folgende Berichte und erfreue mich an der Tatsache, dass laut Indymedia an die 100 Menschen gegen die „Bandbreite“ protestiert haben!

Berichte:

Andreas Waibel auf Indymedia: „Proteste gegen Verschwörungstheoretiker“.

Overdose: „kurzer bericht vom spektakel“: „(…)auf jeden fall bin ich zu dem schluss gekommen, dass, gäbe es einen duden, der worte mit bildern illustriert, neben dem wort ‚dummheit‘ ein bild wojnas prangen müsste.“

Weitere hauseigene Informationen und Artikel:

Infos zur „Bandbreite“ gibt es hier

Ein Aufruf verschiedener Gruppen aus Frankfurt ist hier dokumentiert.

Informationen zur „Arbeiterfotografie“ und zu Davidsson gibt es hier.

„Bandbreite“ vs. Reflexion!

Was die anderen schrieben.

An dieser Stelle noch einige Texte über den Auftritt der „Bandbreite“ am 9. Oktober 2009. Raum der Feierei mit der verschwörungstheoretischen Band war der „Club Voltaire“, der es kurz vor dem Auftritt schaffte eine eigene Stellungnahme zu erstellen. Zur Freude der verschwörungstheoretischen und „antizionistischen“ Journaile (von Elsässer über Thomas Trueten bis zur „SteinbergRecherche“) wurde eine unsägliche Stellungnahme verfasst. Dort heißt es, dass aus „rational nicht nachvollziehbaren Gründen“ gegen die Veranstaltung der Gruppe „Arbeiterfotografie“ vorgegangen werden würde. Als Täter_innen indentifizierte Heiner Halberstadt, Mitglied des Vorstandes des „Club Voltaire“, eine „Reihe – vor allem jüngerer – Leute“, die sich „in Szene gesetzt“ hätten, um „Rufmord“ zu betreiben. Der „Club Voltaire“ hätte die Vorwürfe „geprüft“, dabei aber „keine Texte und Wertungen“ gefunden, „die die Angriffe gegen die Beschuldigten bestätigt oder gerechtfertigt hätten“. Stellt sich die Frage was dort „geprüft“ und gelesen wurde, denn Halberstadt geht auf keines der Argumente ein, mit denen „Bandbreite“ und „Arbeiterfotografie“ kritisiert wurden und werden. Zusätzlich hallizuniert Halberstedt von „Drohungen“, von denen sich der „Club Voltaire“ „nicht einzuschüchtern“ lasse.
Anders sah das der erste Vorsitzende Andreas Waibel, der als einziges Mitglied dieses Gremiums den Mindestanstand besaß und von seinem Posten zurücktrat, weil er sich „ge­schämt“ hätte, wenn er „zu dem (…) ein­fach ge­schwie­gen hätte“. Nicht geschwiegen hat Thomas Trueten, der den Kritiker_innen unterstellte, dass sie „als 5. Kolonne der Kriegstreiber gemeinsame Sache mit der reaktionären und imperialistischen US Politik“ machen und damit „eine Querfront mit reaktionären Kräften“ betreiben würden (Screenshot). Dieser Beitrag gefällt dem „antii-mperialistischen“ Mob. Da ist es kein Wunder, dass er von zahlreichen anderen Blogs aus dem „anti-imperialistischen“ Spektrum gespiegelt (Screenshot) wurde. Er ist ein Beispiel für die Auseinandersetzung mit Kritiker_innen der Gruppe „Arbeiterfotografie“ und der „Bandbreite“. Er ist aber auch ein Beispiel für die politische Positionierungen rund um die Gruppe „Arbeiterfotografie“. Trueten lobt diese anti-emanzipatorische Zusammenrottung, deren Mitglied er ist. Die Gruppe „Arbeiterfotografie“ würde angeblich eine „kritische Auseinandersetzung mit der westlichen Kriegspropaganda gegen den Iran“ betreiben . Dabei hätte die Gruppe ein Zitat des Antisemiten und Holocaustleugners Ahmadinedschad überprüft und nachgewiesen, dass dieser „nie zur Vernichtung Israels aufgerufen hat“:

„In Wirklichkeit habe Ahmadinejad nämlich nicht vom von-der-Landkarte-tilgen gesprochen, so die ‚Arbeiterfotografie‘, sondern davon, dass ‚…dieser Keim der Verderbnis verschwinden‘ werde. Anschließend fühlt sich die ‚Arbeiterfotografie‘ in den Präsidenten eines Regimes ein, das Ehebrecher_innen und Homosexuelle auf Kränen hängt: Ahmadinejad ’sehnt mit deutlichen Worten das Ende eines illegalen Zustands herbei.‘“

Weitere lesenswerte Texte:

Cosmoproletarian Solidarity: „Antifaschistische Intervention II“

Overdose: „wahn und aufklärung – arbeiterfotografie und bandbreite im club voltaire“, „auf zur nächsten runde“ und „es wird immer besser“

Kotzboy.com: „Verschwörungsideologie blockieren“

Wadi-Blog: „Wann ist ein Jude Semit?“

Edith Bartelmus-Scholich: „Ein Kommentar zur Auseinandersetzung zwischen Arbeiterfotografie und Andreas Waibel“