Tag-Archiv für 'filme'

Esoterische Notaufnahme:

.

Film-Klitterung.

Die folgende Szene aus dem antifaschistischen Meisterwerk „Casablanca“ war in der ersten Fassung, die ab dem 29. August 1952 in den deutschen Kinos zu sehen war, nicht zu sehen. Die erste Version des Films wurde nämlich aller politischen Inhalte beraubt. Es sollten mehr als 20 Jahre vergehen, bis die ARD eine neu synchronisierte Fassung ausstrahlte:

Als Casablanca am 29. August 1952 in die deutschen Kinos kam, enthielt der Film kaum noch Hinweise auf den Zweiten Weltkrieg. Alle Szenen mit Major Strasser und anderen Nazis waren herausgeschnitten worden. Victor László wurde zu Victor Larsen, einem norwegischen Atomphysiker, der die rätselhaften Delta-Strahlen entdeckt hat. Captain Renault wurde in Monsieur Laponte umbenannt und war nun ein Mitglied der Interpol. Casablanca war in dieser um 25 Minuten gekürzten Version eher eine harmlose Romanze als ein Propagandafilm gegen die Nationalsozialisten und das Vichy-Regime. Erst im Oktober 1975 strahlte die ARD die neu synchronisierte Fassung aus, die bis heute bekannt ist.

UFO-Verschwörung.

Vielleicht kennen die geneigten Leser_innen dieses Artikels die „South Park“ Folge, in der sich herausstellt, dass die Verschwörungstheoretiker_innen des 11. Septembers 2001 in Wirklichkeit von der amerikanischen Regierung gesteuert werden, um mit der Angst Politik zu machen.Eine ähnliche Theorie formulierte der Verschwörungsideologe Paul Joseph Watson…

… der ganze Text findet sich im neuen Reflexion-Blog: KLICK!

Reptilians from Outer Space II.

Der Nationalist Jürgen Elsässer wandelt in einem seiner zahlreichen Beiträge auf den Spuren des Alien-Verschwörungstheoretikers David Icke . In seinem Artikel „Die Aliens sind unter uns“ liefert Elsässer ungefähr genau das, für das David Icke bekannt, berühmt und berüchtigt ist. Es erinnert an David Icke, der sich auf die Science-Fiction-Serie „V – Die außerirdischen Besucher kommen“ beruft, wenn Jürgen Elsässer behauptet, dass die Inhalte der Mystery-Serie „Akte X“ nun „Wirklichkeit“ werden würden: „Außerirdische haben die Macht auf der Erde übernommen. Höchste Regierungskreise der westlichen Großmächte stecken mit den Aliens unter einer Decke“, schreibt Elsässer.
Die „Aliens“ hätten, so Elsässer, der sich nun wirklich, endgültig und vollkommen in einer Art geistigem Delirium zu befinden scheint, „eine Matrix in die Gehirne der Menschen“ gepflanzt, um sie „als Zuchtschweine“, „Versuchskaninchen“ und „Frischfleisch“ zu nutzen. Das erinnert unter anderem an den Film „Sie Leben“, in dem Aliens in Menschengestalt den Planeten übernommen haben und ausbeuten. Elsässer hat seine Theorien, schreibt er selbst, aus dem Film „Men in Black“. Wer den Hollywood-Blockbuster „gesehen hat, weiß, wie das kommt“, empfiehlt Elsässer seinen Leser_innen die Kömodie, in der Will Smith außerirdische Besucher_innen überwacht.
„Es sind Bodysnatcher, Körperfresser, die sich die Zellhülle eines Menschen angeeignet haben“, gibt Elsässer einen Einblick in seine Welt, in der „Körperfresser“ sich des menschlichen Körpers bedienen. Elsässer liefert sogleich auch einen ersten Verdächtigen: Es ist der ehemalige Außenminister Joseph Fischer, dessen Körper einem „neuen Wirtstier“ als Behausung dienen würde. Daher hätte sich Fischers Haut „zuerst schrumpelig“ zusammengezogen, „so daß der Kerl zwei Jahre wie seine eigene Oma aussah“, vermutet Elsässer, der in den kommenden Wochen einen anti-europäischen Kongress organisiert.
Der Artikel des Jürgen Elsässer, den dieser als „Fingerübung“ bezeichnet, zeigt deutlich auf, in welch wahnhaften Welten, die an David Icke erinnern, sich der Nationalist befindet. Der von David Icke übernommene Alien-Ansatz, eine Mischung aus „Akte X“, „Matrix“ und „Men in Back“, dürfte aber ausreichen, um sich für weitere Interviews für „Infokrieg“, „Secret.TV“ oder „Alles Schall und Rauch“ zu qualifizieren.

Update (14. August 2010): Eine kleine Klarstellung gibt es hier.

Zuviele Deutsche.

Im amerikanischen Agentenklassiker „Above Suspicion“ („Gefährliche Flitterwochen“) aus dem Jahr 1943, reist ein amerikanisches Paar, das wichtige Informationen für die Allierten transportiert und in allerhand Abenteuer verwickelt wird, durch Deutschland und begutachtet entsetzt das völkische Brauchtum und die deutsche Kultur. Immerhin kann sich sich die Heldin Frances Myles, dargestellt von Joan Crawford, in Bayern für die Schönheit der Natur begeistern. Der darauf folgende Dialog mit ihrem Filmpartner Richard Myles (Fred MacMurrey) verdient es, zitiert zu werden…

… das Zitat findet sich in neuen Reflexion-Weblog: KLICK!

„Zeiten ändern Dich“. Eine Kritik.

Wer einfach mal die Lebenszeit mit etwas vollkommen Sinnlosen verschwenden möchte, kann sich die „Schönsten Bahnstrecken Deutschlands“, die „Sexy Sport Clips“ oder den nervigen Maler Bob Ross anschauen. Mensch kann aber auch zu „Zeiten ändern Dich“ greifen. Dem geneigten Publikum wird hier eine Geschichte, beruhend auf dem Leben des Anis Mohamed Youssef Ferchichi erzählt, der den Leser_innen dieses kleinen Blogs eventuell eher als Rapper „Bushido“ bekannt ist. Bereits die Texte des „deutschen Rappers in Deutschland“ ließen erkennen, dass dieser Gewalt gegen Frauen nicht abgeneigt ist und dass er diese Form der Gewalt mit einem Konstrukt von „Ehre“, die verteidigt werden müsse, rechtfertigt. Der Film transportiert unter anderem genau diese Botschaft und wird allen vorherigen Befürchtungen gerecht….

…. die ganze Kritik gibt es im neuen Reflexion-Blog: KLICK!

„Verdammnis“. Ein Hinweis.

Seit dem vergangenen Donnerstag läuft der zweite Teil der „Millenium“-Trilogie in den deutschen Kinos. Die „Millenium“-Trilogie ist ein Roman-Zyklus des verstorbenen Autoren Stig Larsson, der Herausgeber der antifaschistischen Zeitung „Expo“ war. Die Romane drehen sich um die Erlebnisse des Michael „Kalle“ Blomquist, der als eine Art alter Ego des Romanautoren fungiert und in den Filmen von Michael Nyqvist verkörpert wird. Blomquist ist der Herausgeber einer Zeitschrift namens „Millenium“, in der Journalist_innen gegen die Machenschaften der Konzerne und andere Ungerechtigkeiten anschreiben. Im ersten Teil hatte Blomquist einen Einblick in die dunkle Vergangenheit und Gegenwart der industriellen Familie Vanger werfen dürfen. Die entscheidende Hilfe fand Blomquist in der Hackerin Lisbeth Salander, die durch eine großartige Noomi Rapace verkörpert wurde.
Bereits dieser Teil der Trilogie kam bei den Rechten von „Eigentümlich Frei“, die „eng in das publizistische Netz der deutschen Rechten eingebunden“ ist, nicht gut an: „Dieser Antifa-Porno beinhaltet alle Feindbilder der Linken in einem“ hatte der Autor übertrieben und vor dem vermeintlichen „Irsinn“ gewarnt.

Stig Larson, der am 9. November 2004 im Alter von nur 50 Jahren verstorben war, konnte den Erfolg seiner Bücher und der daraus resultierenden Filme nicht mehr erleben. Nach seinem Tod kam es zu einem heftigen Erbstreit zwischen seiner „Lebensgefährtin“, Eva Gabrielsson und Stig Larssons Vater und Bruder, zu denen dieser zu Lebzeiten kaum Kontakt gehabt hatte. Eva Gabrielsson, mit der Larsson seit 30 Jahren eine Beziehung geführt hatte, „durfte gerade das behalten, was sich in der Wohnung befand. Ihr wurde von der Familie sogar mit Rauswurf gedroht, wenn sie nicht den Laptop mit dem begonnenen Manuskript des vierten Bandes herausrücke. Sie sagte, man könne die Serie nicht fortsetzen, ebenso wenig wie man einen angefangenen Picasso zu Ende malen könne.“ Mehr Informationen zu den Erbstreitigkeiten gibt es hier.

Nun läuft der zweite Teil der Trilogie in den deutschen Kinos. Diesmal dreht sich die Geschichte vor allem um Lisbeth Salander, was dem Film überaus gut tut. Lisbeth Salander ist die handelnde Person, die von den Behörden wegen drei Morden gesucht wird und sich auf die Jagd nach den wahren Täter_innen begibt. Dabei erforscht sie dunkle Familiengeheimnisse und wird mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert. Auch der zweite Teil der „Millenium-Trilogie“ ist ein durchaus sehenswerter Film, was vor allem der grandiosen Noomi Rapace zu verdanken ist, die alle anderen Schauspieler_innen dieses Films in den Schatten stellt. Das gilt aber auch, weil es gelungen ist die Dunkelheit und Grausamkeit, denen Menschen bereits in bürgerlichen Gesellschaften ausgesetzt sein können, zu veranschaulichen und die Täter zu zeigen, die Menschen mißbrauchen, erniedrigen und zerstören. Allerdings sollte mensch den ersten Teil gesehen haben, um die Hintergründe zu verstehen. Noch besser ist es allerdings die Bücher zu lesen oder das hörenswerte Hörbuch zu erwerben, denn die Handlung wurde, wie schon im ersten Teil, auf ein film-taugliches Maß gestrafft. Herausgekommen sind zwei Stunden ernsthafte Unterhaltung, die Lust auf den dritten Teil der Film-Trilogie machen.


Ein paar Zeilen zum ersten Teil – „Verblendung“ – gibt es hier.

German-Trash I.

Der deutsche Film „Die Einsteiger“ (1985) gilt als der vierte Teil der so genannten „Supernasen“ – Reihe. In den Hauptrollen bemühen sich Thomas Gottschalk und Mike Krüger um die Gunst des Publikums. Alleine diese beiden Hauptdarsteller sind ein Grund, sich diesen Film nicht anzuschauen. Wer sich dennoch nicht abschrecken lässt erlebt schale Witzchen und eine flache Story gepaart mit unterirdischen schauspielerischen Leistungen, die noch nicht einmal das Niveau von schlechten Laiendarsteller_innen erreichen. Mit Hilfe einer Erfindung switchen „Thommy“ und „Mikey“ durch diverse Film-Genres und finden ihre große Liebe…

… mehr zum Thema gibt es im neuen Reflexion-Blog: KLICK!

„Fall of the Republic“. Eine Kritik.

Es war an einem winterlichen Sonntag-Morgen, als ich mir die neueste „Dokumentation“ des Filmemachers und Radiomoderatoren Alex Jones zu Gemüte führte. Jones versteht sich als „freiheitsliebender patriotischer Verfechter der konstitutionellen Republik der Vereinigten Staaten“ und ist Betreiber der Seite „Infowars“, die auch in Deutschland über einen Ableger verfügt. Jones ist einer der bekannteren Vertreter der Verschwörungstheorien rund um den 11. September 2001. Er ist aber auch ein Propagandist einer Zentralsteuerungsthese, bei dem „Puppenspieler“ die Geschicke der Welt lenken. „Fall of the Republic“, seit dem 21. Oktober 2009 erhältlich, nennt sich sein neustes Werk, dass sich im Netz einer großen Beliebtheit erfreut. Auch hier wird in den ersten Minuten ein „Puppenspieler“ erwähnt, der für den prognostizierten Fall der USA verantwortlich sei…

Eine ausführliche Fall of the Republic – Kritik gibt es im neuen Reflexion-Weblog: KLICK!

The Worst of „German-Opfer-Movie“.

An dieser Stelle einige Filme, in denen sich mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt wird. Es sind deutsche Filme, in denen die Vergangenheit auf ganz besondere Art und Weise verarbeitet wird: Vor allem dort erscheinen Nazi-Täter_innen als vereinzelte Irre, die nichts mit den so genannten „anständigen“ Deutschen zu tun haben, die die Mehrheit der Filmbevölkerung ausmachen. Die ist Opfer ihrer Zeit: Klassische kleine Frauen und Männer, die das Beste aus den widrigen Umständen machen. An dieser Stelle: „The Worst of ‚German-Opfer-Movie‘“.

Den Artikel gibt es nun im neuen Reflexion-Blog: KLICK!