Verschwörungsrapper sind eine sonderbare musikalische Erscheinung. Ob „Die Bandbreite“, „Kilez More“ oder „Guantana-Mohr“: Sie produzieren den Soundtrack zur Verschwörungstheorie und erreichen auf diese Art und Weise eine eingefleischte Szene aus „Truthern“, „Infokriegern“ und „Wahrheitsbewegten“. Hier werden die Ereignisse der 11. September 2001 umgedeutet, die Aids- und „Klimalüge“ besungen oder das Bilderberger-Treffen in Reime verpackt. Miese Beats und noch miesere Reime ergeben eine äußerst unschöne Mischung.
Ein weiterer Rapper in diesem Milieu ist das „Wuppertaler Weißbrot“ Tim P., der sich den Spitznamen JFK gegeben hat. Seine Vorbilder sind Klaus Kinski, John F. Kennedy und Mahmud Ahmadinedschad. Er reimt über die Themen, die er sich über verschiedene Verschwörungsseiten im Internet angelesen hat. Das kann durchaus holprig klingen: Mit seinen Liedern bewirbt JFK, der seine Texte als „Informationsrap“ beschreibt, verschiedene Verschwörungstheorien. Er reimt zum Beispiel über sogenannte „Chemtrails“, die angebliche Erdbebenwaffe „Haarp“ und „geheime Bruderschaften“…
Er nennt sich „Guantana-MOHR“ und rappt über allerlei Geschehnisse, die er verschwörungstheoretisch verklärt. Zum Beispiel über die „Neue Weltordnung“. Dahinter verbirgt sich für den Rapper ganz verschwörungstheoretisch eine „globale Institution“ der „Elite von Aristokraten“, die mit „genetischer Manipulation“ eine „Bevölkerungskontrolle“ durchführt. „Die Bevölkerungen“ würden in „ihrer kulturellen Struktur“ zerstört werden, fürchtet der Rapper. Der in Hamburg geborene „Guantana-MOHR“ ist der Truthrap-Underdog: Im Gegensatz zur „Bandbreite“ oder „Kilez More“ hat er noch keine Platten auf den Markt gebracht. Seine Karriere beschränkt sich auf ein Youtube-Dasein. Sein Lied „Wehret den Anfängen“ wurde bereits mehr als zwanzigtausend Mal angeklickt. Immerhin ist ein Lied auf einem Sampler der Verschwörungs-Szene erschienen…
Spätestens nachdem der anti-imperialistische Judenhasser Makss Damage zum nationalsozialistischen Judenhasser avancierte, hatten die anti-imperialistischen Verbände, die dem Rapper zuvor ein Podium geboten hatten, ein Problem: Wer sollte nun die Bühnen der Pfingst- und Sommercamps der „Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend“ (SDAJ) beschallen? Wer sollte nun für Stimmung sorgen? Arbeiterlieder, mit denen der Wunsch nach Vernichtung des Bourgeois artikuliert wird, würden alleine nicht ausreichen und„Die Bandbreite“ hatte sich selbst, wenn auch nur in Teilen dieses Spektrums, durch ihre verschwörungsideologischen und nationalistischen Texte diskreditiert. Doch die „Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend“ fand einen weiteren Rapper, der sich durch anti-israelische Texte und die Glorifizierung von Selbstmordattentaten auszeichnet….
„Kilez More“ hat gut lachen. Als Teilnehmer des „Newcomer Contest 2011″, der von der Internetseite „HipHop.de“ und der „Juice“ organisiert wird, wird er unter anderem vom Deutsch-Rapper Azad gelobt, der ihn von allen teilnehmenden Deutsch-Rappern „thematisch am interessantesten“ findet, „weil er über vieles rapt“. Am Wettbewerb nimmt „Kilez More“ mit verschiedenen Liedern teil, die interessierte Hörer_innen direkt auf der Homepage des Wettbewerbs erwerben können…
Jetzt ist er entgültig dort angekommen, wohin es ihn schon immer zog. Die Rede ist von dem „linken“ Rapper „Makss Damage“, der mit Texten wie „Tötet diese antideutschen Hurensöhne“ das Herz des ein oder anderen Anti-Imperialisten erwärmte. Mit Zeilen wie „Lasst den David-Stern brennen, lasst ihren Zionismus untergehen“, begeisterte er „linke“ und andere Antisemiten. Der ehemalige SDAJ‘ler macht nun mit denjenigen Politik, die solche unverhohlene Vernichtungsphantasien ebenfalls propagieren. Aktuell sieht man „Makss Damage“, der auf den Namen Julian F. hört, auf Youtube. Dort wird er vom „Hitler von Köln“, dem fanatischen Nazi Axel Reitz, interviewt. Am 29.01.2011 beteiligte sich der Rapper bereits an einem Nazi-Aufmarsch in Wuppertal….
Die Band „Die Bandbreite“ macht eigentlich Musik voller wilder Verschwörungstheorien über den 11. September 2001, über Pearl Harbour oder über Handystrahlen. Zusätzlich hat die Band aus Duisburg aber auch noch einige andere Lieder, etwa einen deutschnationalen WM-Song auf Lager, die sie überall dort zu Gehör bringt, wo ihre Lieder auf Gegenliebe stoßen. Allerdings haben ihre Lieder auch Kritik hervorgerufen. Trotz der publizistischen Unterstützung, zum Beispiel durch den „Junge Welt“-Autoren Rainer Rupp, wird die Band immer mal wieder für ihre Inhalte kritisiert.
Das wollte die Band nicht auf sich sitzen lassen. Für Veranstalter_innen wurde beispielsweise ein ausführliches Handbuch erstellt, in dem Kritiker_innen diffamiert werden. Für unbedarfte „Bandbreite“-Fans und Menschen, die sich noch nicht mit der Band beschäftigt haben, wurde sogar ein ganzer Blog geschaffen. Dort wurden Texte veröffentlicht, mit denen die Band in ein denkbar gutes Licht gerückt wird….
Der antisemitische Rapper „Makss Damage“, der zum Beispiel von der Kleinst-Gruppe „Kommunistischen Initative“empfohlen wird, hat bereits vor einiger Zeit seine „Grundpositionen“veröffentlicht, die noch einmal deutlich machen, wes Geistes Kind er ist. „Makss“ hat nicht nur ein Ziel, das er „Sozialismus“ nennt, er verfügt sogar über einen „Fahrplan“, mit dem er und seine Kameraden dieses Ziel erreichen sollen….
In diesen Tagen ist das neue Album des Rappers Johnny Mauser erschienen. Mauser hat, in Kolloboration mit seinem Partner Captain Gibs, ein hörenswertes Album herausgebracht: Es schallt in den letzten Tagen in permanenter Rotation aus meinen Boxen. Insbesondere das Lied „Patrioten“ ist durchaus geeignet, die deutsch-nationale Nachbarschaft zu nerven. Außerdem wird Samy Deluxe gedisst, der es – nach seinem ekelhaften Anbiederungsversuch an die deutsche Nation – auch durchaus verdient hat. Das Beste an der Sache: Das Album „Neonschwarz“ gibt es auf der Homepage des Rappers zum freien Download! Runterladen lohnt sich!