Neben netten Menschen, die diesen Blog lesen hat sich auch Thomas Immanuel Steinberg („TIS“) in die Weiten des Netzes begeben und ist auf einen Beitrag über einen Auftritt der „Bandbreite“ im „Club Voltaire“ gestoßen. Dort wurde unter anderem auf einen Aufruf verschiedener Gruppen aus Frankfurt verwiesen, in dem der „Club Voltaire“ aufgefordert wurde, die „Entscheidung die Band bei euch auftreten zu lassen zu überdenken und die gesamte Veranstaltung abzusagen“.

Faksimile des Veranstaltungshinweises auf den Seiten der „Arbeiterfotografie“.
Thomas Steinberg verweist nun auf seiner Website „SteinbergRecherche“ auf diesen Blog (s. Screenshot) und macht diesem zum Vorwurf, dass er „auf gleichgesinnte deutsche Anti-Linke verweist“ und die „angeblich ‚Antisemitische Veranstaltung‘ verhindern“ wolle. Steinberg, der es mit Recherchen nicht so genau nimmt und der anscheinend nicht in der Lage ist, zwischen politischen Gruppen und einem kleinen Blog zu unterscheiden, ist genau die richtige Person, wenn es um die Verteidigung notorischer „Antizionist_innen“ und die Denunziation von Kritiker_innen geht. Insbesondere der bisherige erste Vorsitzende des „Club Voltaire“, Andreas Waibel, ist dabei ins Fadenkreuz der selbsternannten „Bandbreite“-Verteidiger geraten, nach dem er sich kritisch zur „Bandbreite“ und zur Gruppe „Arbeiterfotografie“ geäußert hatte. Ihm und allen anderen Kritiker_innen der „Bandbreite“ wurde unterstellt, dass sie „wie die Nazis gegen Kommunisten und Sozialdemokraten zur der Zeit der Weimarer Republik“ vorgehen würden. Mittlerweile ist dieses Zitat von Steinbergs Website verschwunden. Statt dessen heißt es „nur“ noch, dass Weibels verhalten an „Zionisten“ erinnern würde, die „gewohnheitsmäßig gegen ihre Gegner in und außerhalb Israels“ vorgehen. Das Zitat, in dem Waibel und andere Kritiker_innen in die Nähe des Nationalsozialismus gerückt wurden, findet sich allerdings auf der Internetseite eines anderen Verschwörungstheoretikers, der die „Steinberg Recherche“ als Urheber verlinkt hat (Screenshot). Thomas Steinberg und Co machen, wie so oft, die Kritiker_innen des Antisemitismus zu angeblichen Täter_innen, die in die Tradition des Nationalsozialismus gerückt werden.

Steinberg Interview mit dem „Muslim-Markt“.

Steinberg auf einer bekannten Nazi-Seite.
Kein Wunder: Steinberg begeistert sich für krude Verschwörungstheorien, die aus dem antisemitischen Reservoir der deutschen Ideologie stammen: „Die Förderer“ des Antisemitismus „sind bekannt“ orakelte Steinberg in einem Text von 2008, der auch auf einschlägigen Nazi-Seiten verbreitet wird: „Sie sitzen im Zentralrat der Juden, auf der Achse des Guten und sogar in der Partei Die Linke. Sie geben vor, den Judenhaß zu bekämpfen, und schüren ihn.“ Steinberg bediente an dieser Stelle ein altes antisemitisches Klischee, bei dem Jüdinnen und Juden oder deren angebliche Unterstützer_innen für den Hass, den Antisemit_innen ihnen gegenüber empfinden, verantwortlich gemacht werden. In einer Variation wendet Steinberg das antisemitische Klischee auch auf alle (!) israelischen Politik seit 1948 an:
„Sie unterdrückt, quält und mordet. Damit stachelt sie nicht-jüdische In- und Ausländer zu Handlungen auf, die als Rechtfertigung für weitere Ausdehnung herhalten können.“
Es ist also nicht verwunderlich, warum sich auch Nazis an der
„SteinbergRecherche“ erfreuen. Das sich solch ein Israel-Hasser wie Steinberg für die Verschwörungstheoretiker von der
„Bandbreite“ und für die
„Arbeiterfotografie“ stark macht, sollte also nicht verwundern. Es wäre nicht übertrieben zu behaupten, dass sich die politischen Positionen der genannten Gruppierungen und Personen nicht allzusehr unterscheiden.
Weitere Informationen zur „Bandbreite“ gibt es hier.
Einen Aufruf verschiedener Gruppen aus Frankfurt ist hier dokumentiert.
Informationen zur „Arbeiterfotografie“ und zu Davidsson gibt es hier.
Eine Reaktion des damaligen ersten Vorsitzenden des „Club Voltaire“ wurde hier dokumentiert.