Wenn ein Moderator vor allem verschwörungsideologische, antiisraelische und antiamerikanische Radiobeiträge produziert, ist das für den Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) noch lange kein Grund, die Zusammenarbeit mit diesem ratternden Radiomoderatoren einzustellen. Wenn dieser Moderator vom Holocaust spricht und diesen auf den Public Relation-Experten Edward Bernays zurückführt, wird die Sendung immerhin für eine Woche eingestellt. „Ich weiß, wer den Holocaust als PR erfunden hat“, behauptete der Radiomoderator Ken Jebsen in einer Nachricht. Er hatte mit seiner Sendung „KenFM“ zahlreiche Themen aufgegriffen, die er mit Hilfe populärer Verschwörungsmythen erklärte…
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Der Aufstieg der Piratenpartei, die bei den Landtagswahlen in Berlin 8,9-Prozent erreichte, beschäftigt nicht nur Politikwissenschaftler_innen, Journalist_innen und Computer-Nerds, sondern auch einen Querfrontler, der davon träumt, dass „Linke, Rechte“ und „Religiöse“ zusammenarbeiten, um „die Globalisten“ zu „schlagen“ . Es handelt sich um Jürgen Elsässer, der mit seinem „Compact“-Magazin „demokratische Linke“ und „demokratische Rechte“ vereinen möchte…
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Über die rechten Tendenzen einiger „Piraten“ wurde in diesem Blog bereits des Öfteren berichtet. Nun gibt es, anläßlich des geplanten Nazi-Aufmarsches in Dresden, eine eigentlich sinnvolle Presseerklärung, in der die „Piraten“ dazu aufrufen, sich „ausdrücklich zur Gegendemonstration, zu Kundgebungen und Mahnwachen“ zusammenzufinden. Diese „Presseerklärung“ wird durch einen Kommentar ihres Pressesprechers, Simon Lange, ad absurdum geführt, der tatsächlich wohl lieber gegen die Antifaschist_innen demonstrieren würde: „Wenn es eine Demo gegen die ANTIFA gäbe wäre ich genauso dabei wie bei einer Demo gegen die NPD“ schreibt der „Pressesprecher“ in einem Kommentar, bei dem er „ganz bewusst NICHT“ vergleichen wollte, aber die Feststellung traf: “ Die totalitären Bestrebungen sind gleich!“. Wenn es nun eine Demonstration gegen die „Piraten“ geben würde, wäre ich wahrscheinlich „genauso dabei“, wie „bei einer Demo gegen die NPD“. Zumindest ein antifaschistischer Hausbesuch beim „Pressesprecher“ sollte doch möglich sein!
(Via Dissonanz)
Auf der Internetseite „Mut gegen rechte Gewalt“ wird über einen weiteren „Piraten“ berichtet, der zumindest vor seiner Mitgliedschaft bei den „Piraten“ auf eine lange Karriere in verschiedenen Organisationen der extremen Rechten zurückblicken kann. Neben den Querfrontlern aus Soltau und dem immer noch nicht ausgeschlossenen Holocaust-Leugner Bodo Thiesen ist Udo Hempel ein weiterer „aktiver Pirat“ (O-Ton Christian Koch, Landesvorsitzender der „Piratenpartei“ in Niedersachsen), der ein praktisches Beispiel für einen politischen Kurs darstellt, der auch aktive und ehemalige Nazis anziehen kann. Hempel war in den 90′er Jahren des letzten Jahrhunderts ein Vorsitzender des „Jungen Nationalen Spektrums“, dem damaligen Jugendverband der „Freien Wählergemeinschaft ‚Die Nationalen‘“ (NAT). Außerdem war er in verschiedenen Kameradschaften aktiv. Neben den „Schlesischen Jungs“ war Hempel auch „der Kopf oder einziges Mitglied der Gruppe O.D.A.L. (Organisation dianoetisch-alternativer Lebensauffassung)“. Heute will sich Hempel, laut „Mut gegen rechte Gewalt“, „resozialisiert“ haben. „Er müsse nicht demokratisiert werden, das habe er ganz allein geschafft“.
Den Artikel gibt es hier.
„Gegen Ende voriger Woche dämmerte es selbst der Piraten-Führung, dass die so gern beschworene vorurteilsfreie Offenheit gegenüber allen politischen Richtungen irgendwie auch bedeuten sollte, dass man nicht nur mit Rechten spricht. Und so rief man zwecks eines Ausgleichs im postideologischen Ping-Pong bei der Jungle World an und bat darum, interviewt zu werden. Vielleicht ist den Piraten immer noch nicht klar, wie glücklich sie darüber sein können, dass aus dem Gespräch mangels Interesse der Jungle World nichts wird. Denn bei der Basis, die schon die halbherzige Entschuldigung von Andreas Popp für sein Interview in der Jungen Freiheit mehrheitlich als Kapitulation vor dem unsäglichen Zeitgeist der political correctness empfand, hätte man sich gewiss empört, von den eigenen Helden in einem linken Blatt lesen zu müssen.“
Mehr zum Thema gibt es in der aktuellen Jungle-World.
Mehr Infos Thema „Piraten“ gibt es hier und hier.
Um die in die Kritik geratenen „Piraten“ zu verteidigen war sich der „Verschwörungstheoretiker“ Jürgen Elsässer nicht zu schade, den rethorischen Säbel zu schwingen. Dabei ging so mancher Hieb daneben.
Elsässer echauffierte sich beispielsweise, dass auf einem Cover der „Konkret“ islamistische Fanatiker, im Rahmen eines Schwerpunkts („Naher Osten nach dem Krieg“)
(!), abgebildet worden waren. Ein Interview der „Konkret“ mit Martin Sonnenborn, dem Vorsitzenden der Satire-Partei „Die Partei“, wäre „dem Mainstream“ dagegen im August 2009 „keinen Skandal Wert“ gewesen. Das bringt den ehemaligen „Konkret“ – Journalisten Elsässer zu seiner nächsten Theorie.
Gegenüber seiner ehemaligen Zeitung „Konkret“ sei die „Junge Freiheit recht zahm“ und „Piraten“ a la Popp die wahren „Antifaschisten“. Elsässer redet von jener „Jungen Freiheit“, in der Geschichtsrevisionisten wie Gerd Schultze-Rhonhof zur Feder greifen, um die alleinige Schuld des Nationalsozialismus am Ausbruch des II. Weltkriegs zu leugnen. Er spricht von jener „Jungen Freiheit“, die Nazis wie Udo Voigt, dem Bundesvorsitzenden der NPD, interviewte und der dort von Adolf Hitler schwärmte. Er spricht von eben jener „Jungen Freiheit“, deren rassistische Positionen sich genau gegen die Menschen richtet, die Elsässer angeblich verteidigen möchte.
Dieser „Jungen Freiheit“ stellt Elsässer einen Persilschein aus um im gleichen Satz aus seinem Leben zu berichten.
Er schaut auf „fast zwei Jahrzehnte“ in „linken Redaktionen“ zurück und meint daher zu wissen, „wie verheerend diese Gehirnfäule gewütet hat und immer weiter wütet“. Aber schließt Elsässer nicht von sich auf andere? Ist es nicht vielmehr genau diese „Gehirnfäule“, die Elsässer dazu treibt wütende Texte gegen gute Monatszeitschriften wie die „Konkret“ zu verfassen? „Wütet“ etwas in ihm? Ich bin auf den nächsten Ausbruch gespannt.
Die „Piratenpartei“ möchte allen Menschen eine „Möglichkeit bieten sich zusammen zu tun“. Dabei ist einigen „Piraten“ anscheinend egal ob mensch aus dem „linken oder eher rechten Lager“ kommt. Diesen Umstand habe ich an anderer Stelle schon beschrieben. Aus dem „rechten Lager“ kommen beispielsweise Lars Poppke und Söhnke Dorten, die in diversen Nazi-Organisationen aktiv waren, bevor sie den Weg zu den „Piraten“ fanden. Zumindest Popke bekennt sich bis heute in einem Myspace-Profil zu seiner nationalistischen Gesinnung. Popke ist in einem Querfront-Projekt namens „Netzwerk der sozialistischen Nation“ aktiv. Aber auch Dorten wird dies nachgesagt.
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Eine Partei geht um in Europa und sorgt für Aufsehen und Verwirrung. Es handelt sich um die „Piratenpartei“, die nicht nur durch die Medienlandschaft geistert, sondern auch ein handfestes Problem hat: Die „Piraten“ wollen eine Partei für die Menschen sein und dabei setzten sie sich mit jenen in ein Piraten-Parteiboot, die ich nicht mit der Hand, sondern mit der geballten Faust begrüßen würde. Die Piraten sind für alle da: „Wir wollen allen Leuten, denen unsere Themen wirklich sehr, sehr wichtig sind, die Möglichkeit bieten sich zusammen zu tun, egal ob sie aus dem eher linken oder eher rechten Lager kommen“ nennt das der stellvertretender Vorsitzender der Piratenpartei.
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