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Stress-Kongress II.

Bis zu 450 Menschen waren erwartet worden, um am 20. Dezember 2009 den zweiten „geopolitischen Kongress“ in Gera, zu begehen. Dieser „Kongress“ sollte ein Höhepunkt der „Wahrheitsbewegung“ werden, die sich verschiedenen Verschwörungstheorien verschrieben hat. Doch maximal 200 Menschen waren, nach Angaben des „Infonetzwerks Gera“, gekommen um dem Anti-Anti-Deutschen Jürgen Elsässer, Christoph Hörstel und anderen Referenten, sowie der Band „Die Bandbreite“, zu lauschen….

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Rednerschwund & Dokuschund.

Hans Tolzin, seines Zeichens Impf-„Kritiker“ und – laut einem Bericht der „Thüringischen Landeszeitung“ – „Anhänger einer ‚Neuen Germanischen Medizin“, taucht nun nicht mehr auf den Einladungen zum zweiten „Geopolitischen Kongress“ auf, der am 20. Dezember 2009 in Gera stattfinden soll. Noch am 07.11.2009 war Hans Tolzin in einem verschwörungstheoretischen Forum als „Journalist“ angekündigt worden, der zu „brennenden Fragen der Zeit“, konkret der „Schweinegrippe“ sprechen sollte. Nun ist Tolzin heimlich, still und leise von der Internetseite der Verschwörungstheoretiker_innen des „Infonetzwerks Gera“ verschwunden.
Tolzin beschäftigt sich neben Impf-„Kritik“ mit dem HI-Virus beziehungsweise der Immunschwächekrankheit AIDS. Er findet es „bedenklich“, wenn bei AIDS auf einen „aussen eindringender Virus als Ursache für die Erkrankungen“ geschlossen werden würde. Schließlich wären die „betroffenen Homosexuellen“ (!) für „häufigen Partnerwechsel, ungeschützten Sex, Analverkehr, Alkohol und“ den Konsum anderer „Drogen“ bekannt. Solch „grosser psychischer Stress sollten eigentlich ausreichen, jedes Immunsystem zu schaffen“, so Tolzin. Außerdem hält er die antisemitische „Neue Germanische Medizin“ für „eine hochinteressante Diagnose-, nicht aber für eine Behandlungsmethode“.
Solche und andere Theorien finden sich auf Tolzins Homepage und auf anderen Seiten. Dort verkauft Tolzin auch seine Vorträge. Das „Referenten Paket“, bestehend aus drei Ausgaben des „Impf-Reports“ und einer DVD kostet 45 Euro. Über die Gründe für sein Nichtauftreten schweigt sich der umtriebige Tolzin, der sonst keine Möglichkeit auslässt um seine Theorien zu propagieren, im Übrigen aus.


Faksimile der Internetseite Frank Höfers.

Da Tolzin nun nicht auf dem Kongress auftreten wird, bleibt der Welt auch ein Vortrag erspart, der über kurz oder lang im Internet oder sogar als DVD auftauchen würde. Produziert wird die „Dokumentation“ der Vorträge des Verschwörungs-Spektakels durch die „Nuo Viso“ Filmproduktion. Diese Film-Firma, um den Dokumentarfilmer Frank Höfer, hat sich ganz der Sache verschiedener Verschwörungstheorien verschrieben. So finden sich nicht nur „Dokumentationen“ über den 11. September 2001, sondern auch Filme über Kornkreise und den Amoklauf von Winnenden. Die erste Dokumentation begleitet „Kornkreisforscher bei ihrer erkentnisreichen Arbeit“. Die Macher_innen sind „davon überzeugt, dass diese Muster in den Feldern, nicht das Werk von Menschenhand sein können“. Bei solch Theorien verwundert es dann auch nicht mehr, dass in der Dokumentation über den „Amoklauf von Winnenden“ eine wahnwitzige Theorie aufgestellt wird: „Die Beweise allerdings, dass“ Tim K. „der Täter des Amoklaufs im kilometer entfernten Winnenden sei, fehlen gänzlich, schlimmer noch, sie wurden nachweislich gepflanzt“ heißt es auf der Internetseite der Filmproduktion, auf der auch vom „immernoch flüchtigen Täter“ die Rede ist. Tim K., der damals 9 Schüler_innen und 3 Lehrer_innen sowie 15 weitere Menschen erschoss, sei in Wirklichkeit unschuldig gewesen.
Frank Höfer, der Kopf hinter der Firma, trat in der Vergangenheit (zusammmen mit der Band „Die Bandbreite“) auch auf einer „Konferenz“ der „Anti-Zensur-Koalition“ (AZK) des Ivo Sassek auf, der ein neureligiösen Sektenführer ist. Auf dessen Tagungen trat auch schon der Deutschland-Chef der Scientology Jürg Stettler, der Nazi Bernhard Schaub oder ein Propagandist der „Neuen Germanischen Medizin“ des Ryke Geerd Hamer auf.
Die „Nuo Viso“ Filmproduktion ist schon seit längerem für die Dokumentation der verschwörungstheoretischen Treffen verantwortlich, die von „Infokriegern“, „Alles Schall und Rauch“, Elsässer „Volksinitiative“ und anderen Gruppen organisiert werden. Auf der Internetseite des „Infonetzwerks Gera“ finden sich folgerichtig nicht nur antisemitische Ansprachen des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad, sondern auch eine Danksagung an Frank Höfer: „Wir freuen uns auch auf Frank Höfer (NuoViso), der uns bei der Organisation unterstützt hat.“ „Nuo Viso“, dass heißt Frank Höfer, wird auch am 20. Dezember 2009 vor Ort sein, um das Treffen zu dokumentieren. Neben „außerirdischen“ Kornkreisen und der Umdeutung von Winnenden wird dann ein weiteres Treffen zu sehen sein. Zumindest bedeutet der konkrete Rednerschwund auch weniger Dokuschund.


Band­brei­te, Tho­mas Höfer und Ivo Sasek (v.l.n.r.) auf einer Ta­gung der „An­ti­zen­sur Ko­ali­ti­on“.

Einen Bericht zum Kongress gibt es hier.

Stress-Kongress.

Viel Stress gibt es um den zweiten „Geopolitischen Kongress“, der am 20. Dezember 2009 in Gera stattfinden soll. Eigentlich wollten die Verschwörungstheoretiker_innen, um das „Infonetzwerk Gera“, im städtischen „Volkshaus“ in Gera tagen. Doch das verhinderte das Ordnungsamt nach einer „Wertung des Inhalts“. Nun treffen sich die „Wahrheitsaktivisten“ im „Gast und Spei­se­haus Hein­richs­brü­cke“ in Gera. Als Referenten werden unter anderem der Anti-Anti-Deutsche Jürgen Elsässer und der Impf-„Kritiker“ Hanz Tolzin erwartet, von dem die „Thüringische Landeszeitung“ schreibt, dass er „als Anhänger einer ‚Germanischen Neuen Medizin‘“ bezeichnet werden könne. Für die musikalische Unterhaltung sorgt die Band „Die Bandbreite“, die bereits des öfteren für Aufsehen sorgte.
Eigentlich wollte Jürgen Elsässer und dessen „Volksinitiative“ den Kongress nutzen, um bereits am 19. Dezember 2009 ein Treffen der „Volksinitiative“ in Gera abzuhalten. Doch das fällt aus: „Es ist sehr schwierig, in Gera geeignete Räume zu bekommen“ klagt die „Volksinitiative“.
Währenddessen hat sich die „Antifaschistische Aktion Gera“ (AAG) mit einer Pressemitteilung zu Wort gemeldet. Dort wird die Kritik am Treffen der Verschwörungstheoretiker_innen noch einmal formuliert. Das „Gast und Speisehaus Heinrichsbrücke“ wird aufgefordert den „‚Geopolitischen Kongress auszuladen‘“. Es sei ein „ein Treffen voller Verschwörungstheorien, Antisemitismus, Antiamerikanismus und völkischer Ideologie“ zu erwarten, schreibt die „Antifaschistische Aktion“: „Die Überschneidungen reichen bis zur NPD“.
Es bleibt abzuwarten in welcher Form der Kongress ablaufen wird. Vielleicht müssen sich die Veranstalter_innen auf die schnelle einen neuen, weiteren Ort für ihr „geopolitisches“ Stelldichein suchen.

Einen Bericht zum Kongress gibt es hier.

Ortswechsel.

Der groß angekündige „2. geopolitische Kongress“ zu Gera, der am 20. Dezember 2009 stattfinden soll, hat mit Problemen zu kämpfen. Eigentlich wollten die Verschwörungstheoretiker_innen im „Volkshaus“ zu Gera tagen. Doch die Lokalität steht den Organisator_innen, um das „Infonetzwerk Gera“, nicht mehr zur Verfügung.
Nun mobilisieren die Organisator_innen in eine andere Lokalität. Der Kongress soll im „Gast und Speisehaus Heinrichsbrücke“ in Gera stattfinden. Dort dominiert die „veraltete Einrichtung“. Ein Besucher urteilt: „Die Speisen waren lieblos angerichtet, mit Salz wurde nicht gespart(jedoch mit speisenmenge) Das nächste mal gehen wir lieber in eine Kantine essen!“ Als Redner_innen werden unter anderem der Anti-Anti-Deutsche Jürgen Elsässer und der „Impfgegner“ Hans Tolzin, der unter anderem die Existenz von HIV leugnete, erwartet. Für die Musik wird die „Bandbreite“ sorgen. Aber vielleicht kommt alles noch ganz anders und statt dem Essen wird der Kongress der Verschwörungstheoretiker_innen versalzen.

Rote Brigaden.

Mehr Infos zum Thema gibt es hier und hier.

Der Impfgegner.

Am 20. Dezember 2009 wollen so genannte „Infokrieger“ um das „Infonetzwerk Gera“, beziehungsweise das „Infonetzwerk Thüringen“, einen Kongress in Gera veranstalten. Auf den In­ter­net­sei­ten der „Infokrieger“ wer­den Reden des An­ti­se­mi­ten Ah­ma­dined­schad als Vi­de­os zur Ver­fü­gung ge­stellt. Eine Ru­brik ist der „BRD-​Gmbh“ ge­wid­met. Dort wird der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, im Jar­gon der selbst er­nann­ten „Kom­mi­sa­ri­schen Reichs­re­gie­run­gen“, die Exis­tenz­be­rech­ti­gung ab­ge­spro­chen.
Im „Infonetzwerk Thüringen“ ist auch ein Aktivist der NPD Jena aktiv. „Reflexion“ hatte über dieses Thema berichtet. Neben dem Anti-Anti-Deutschen Jürgen Elsässer und dessen „Volksinitiative“ („gegen das Finanzkapital“) werden einige Referenten erwartet, die deutlich machen, was für Theorien in Gera propagiert werden sollen.
Da wäre zum Beispiel Hans Tolzin (ohne Foto), der sich selbst als „Journalist“ bezeichnet. Im Rahmen dieser Tätigkeit propagierte Tolzin die „Heilbarkeit“ der Homosexualität und leugnete die Existenz krankmachender Infektionserreger, so zum Beispiel den HI-Virus. Tolzin bezeichnet sich selbst als „totalen Impfgegner“ und gibt Pamphlete gegen das Impfen heraus.
Trotz dem oder deswegen hat es Tolzin auch ins „Morgenmagazin“ der ARD geschafft. Dort wurde er am 6. August 2009 als kritischer „Experte“ zur Schweinegrippeimpfung interviewt. Die Existenz des Autismus führte der umtriebige und selbst ernannte Experte ebenso auf das „Impfen“ zurück, obwohl wissenschaftliche Analysen solch einen Zusammenhang verneinen.Am 20. Dezember 2009 wird Tolzin nicht im „Morgenmagazin“ der ARD, sehr wohl aber auf dem „Kongress“ des „Infonetzwerks“ auftreten.
Seine Motivation hat Tolzin des öfteren benannt: „Ich hatte meine Umwelt als Kind als ziemlich lebensfeindlich erlebt, mich selber als vollkommen überflüssig und sinnlos, so dass ich mich in grandiose Fantasien flüchtete, um zu überleben. Davon ist immer noch ein kleines Stück in mir“. Genau solch „grandiose Phantasien“ wird Tolzin auch am 20. Dezember 2009 als Realität verkaufen. Ob er vor oder nach dem Volkstümler Elsässer sprechen wird, ist noch nicht bekannt. Am späteren Abend werden aber in jedem Fall die Verschwörungsfanatiker, Vergewaltigungsphantasten und Sexisten der „Bandbreite“ ihren nächsten Auftritt über die Bühne bringen: Mensch darf gespannt sein ob Tolzin und Elsässer tanzen werden.


Faksimile der Veranstaltungswerbung auf den Seiten des „Infonetzwerks Gera“.

Der Kongress wird nicht mehr im „Volkshaus“ Gera stattfinden. Infos gibt es hier.

Hans Tolzin wird nicht mehr als Redner auftreten. Mehr Informationen gibt es hier.

Einen Überblick nebst Presseerklärung der „Antifaschistischen Aktion Gera“ [aag] gibt es hier.