Nicht nur die verschwörungsideologische Szene aus „Infokriegern“, „Truthern“ und sonstigen „Wahrheitsbewegten“ betreibt eine Umdeutung der historischen Ereignisse des 11. Septembers 2001. Eine derartige Deutung der Realität liegt auch deutschen Nationalsozialisten am Herzen, die mit der deutschen Verschwörungsszene den Hass auf die Vereinigten Staaten teilen. Während die einen am 10. September 2011 zu einem Aufmarsch in Karlsruhe mobilisierten, an dem sich circa vierhundert Verschwörungsfans beteiligten, organisierten die anderen am 10. Oktober 2011 eine ähnliche Aktion, auch wenn sich hier nur eine handvoll Teilnehmer einfand…
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Der italienische Dokumentarfilm „Zero: An Investigation into 9/11″, der hierzulande auf den Titel „9/11 – Was steckt wirklich dahinter“ getauft wurde, lief vor einiger Zeit im zweiten Programm des Österreichischen Rundfunks (ORF). Außerdem ist der Film öfter in verschiedenen Kinos zu sehen, die mit speziellen Programmen den Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 begehen. Der Produzent des Films ist der ehemalige italienische Abgeordnete Giulietto Chiesa. Er hätte „solide Arbeit“ geleistet, heißt es in einer Film-Rezension des „Schattenblicks“. Der Film findet sich auf zahlreichen Internetseiten aus dem verschwörungsideologischen Milieu, aber auch auf den Seiten der „Freien Nationalisten Saalfeld“. Der Film wird nicht nur dort als „penibel recherchierte“ Dokumentation beschrieben, die zu „verblüffenden neuen Thesen und Erkenntnissen“ führen würde…
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Die sehenswerte Dokumentation „Die 9/11 Experimente – Verschwörungen auf dem Prüfustand“ widerlegt zahlreiche Verschwörungstheorien rund um den 11. September 2001 und konfrontiert die Verschwörungsideologen mit wissenschaftlichen Beweisen: „Das sind alles nur Behauptungen und Anspielungen, wenn man eine Sache erklärt, kommen sie mit etwas anderem. Das hört nie auf. Aber niemand konnte auch nur einen einzigen Beweis erbringen, dass die Gebäude gesprengt wurden“.

An einer Demonstration der Verschwörungsfans, bei der das Märchen von der Sprengung des World Trade Center in die Öffentlichkeit getragen wurde, nahmen am 10.09.2011 zwischen vier- und fünhundert Menschen teil, die der Hass auf die Vereinigten Staaten von Amerika auf die Straße trieb. Der Aufmarsch stellte einen geistigen Abgrund dar, dem sich die deutsche Verschwörungsszene ergeben hat. Hier kamen Verschwörungsfans, Chemtrail-Ideologen und Sekten-Mitglieder zusammen, um gegen die USA zu hetzen. Hier wurde an deutsche Gefühle appelliert, hier wurden die USA zu den eigentlichen Terroristen gemacht. Hier wurde ein Jahrhundert der Verschwörungen propagiert, mit dem auch Kriege wie der zweite Weltkrieg umgedeutet werden können…
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Bald jährt sich der zehnte Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001. In Deutschland wird es rund um den 11. September 2011 zu Aktionen von Verschwörungsfans kommen, die sich „Truther“ oder „Infokrieger“ nennen. Diese werden über Stammtische und Infonetzwerke organisiert, die die organisatorische Basis für deutsche Kleinbürger_innen darstellen, die die Ereignisse des 11. Septembers verklären. Die Anhänger_innen der selbsternannten „Wahrheitsbewegung“ möchten den Jahrestag nutzen, um ihre Version der Ereignisse zu propagieren. „Jeder einzelnen von Euch ist aufgerufen am 10. Jahrestag des 9/11 Anschlags eine Aktion bei Euch vor Ort zu machen um Eure Mitmenschen zu informieren“, heißt es in einem Aufruf, der durchs Internet geistert…
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Am 11. September 2011 jährt sich der zehnte Jahrestag der mörderischen Anschläge auf das World Trade Center in New York, dem mehr als 2000 Menschen zum Opfer fielen. Jahr für Jahr nutzt die Bewegung der „Truther“, „Infokrieger“ und „Wahrheitsbewegten“ dieses Datum, um ihre Theorien in der Öffentlichkeit zu verbreiten. Die „Truther“ und „Infokrieger“ glauben tatsächlich, dass der Anschlag nicht durch fanatische, antiamerikanische und antisemitische Islamisten begangen wurde. Sie machen vor allem die amerikanische Regierung und deren Institutionen, aber auch den Mossad und andere Geheimdienste für den Anschlag verantwortlich. Zum Jahrestag des Anschlags mobilisiert dieser verblendete Klüngel nach Karlsruhe…
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„Kilez More“ hat gut lachen. Als Teilnehmer des „Newcomer Contest 2011″, der von der Internetseite „HipHop.de“ und der „Juice“ organisiert wird, wird er unter anderem vom Deutsch-Rapper Azad gelobt, der ihn von allen teilnehmenden Deutsch-Rappern „thematisch am interessantesten“ findet, „weil er über vieles rapt“. Am Wettbewerb nimmt „Kilez More“ mit verschiedenen Liedern teil, die interessierte Hörer_innen direkt auf der Homepage des Wettbewerbs erwerben können…
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Den Jahrestag des 11. September 2001 ließ sich „Die Bandbreite“ nicht entgehen. Nicht, wie mensch meinen könnte, auf einem Event der Truther, die sich zeitgleich in Berlin auf der „Freiheit statt Angst“-Demonstration tummelten, sondern auf einem „Kulturfest“ der „Sozialen Liste“ aus Bochum. Gegen den Auftritt hatte die „Linke Liste“ der Ruhruni Bochum mit einem offenen Brief protestiert…
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Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Verschwörungstheorien lediglich am Rande der Gesellschaft existieren. Das beweist auch die Ausgabe des „Focus Money“ vom 05.01.2010. „Focus Money“ ist ein Ableger des rechts-konservativen „Focus“. In der Zeitschrift, die für „die hohen Ansprüche der wirtschaftsinteressierten Info-Elite zugeschnitten“ und in einer Auflage von 142.210 Exemplaren (IVW IV/09) verkauft wird, finden sich ganze fünf Seiten um die Verschwörungstheorien rund um den 11. September 2001. „Wir glauben Euch nicht“ heißt es auf der ersten Seite. Auf den folgenden vier Seiten werden Menschen bemüht, die nicht an die offizielle Version des 11. September 2001 glauben. Der Ex-Wrestler Jesse Ventura, der „Filmemacher“ Alex Jones, der Architekt Richard Gage und andere „Truther“ werden zitiert. Außerdem wird sich auf „Loose Change“ und andere Filme berufen, die auch Jesse Ventura überzeugt hätten. Ganze fünf Seiten Werbung für die „Infokrieger“ und „Truther“. Da dürften die Herzen der Verschwörungs-Fans höher schlagen. Der „Focus Money“ beweist: Die Leugnung der historischen Ereignisse rund um den 11. September 2001 ist 2010 durchaus gesellschaftsfähig.
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